Jennys Blog

Die etwas andere Sicht auf die Welt

Ein Weihnachtswunder im Zug

Eine junge Familie trifft sich im Zug mit einer nur wenige Jahre älteren Freundin. Das fröhliche Kind sorgt dafür, dass die Zeit viel zu schnell verfliegt. Eine alte Dame, die auf einem der Sitzplätze gegenüber sitzt, hat das fröhliche Treiben verfolgt. Als die Familie dann den Zug verlassen hat, bleibt die ältere Freundin etwas traurig zurück und die Fahrt geht weiter.

Kurz bevor die alte Dame vom Sitz gegenüber nun selbst aussteigt, schenkt sie der im Zug zurückgebliebenen Freundin eine Mandarine und wünscht ihr ein schönes Weihnachtsfest. „Ich habe mein Weihnachtsgeschenk heute schon bekommen“, sagt sie lächelnd. Da fragt die alte Dame: „War das Ihr Sohn?“ Erstmal Sprachlosigkeit, dann eine kurze Erklärung.

Die alte Dame steigt aus und mit einem breiten Grinsen im Gesicht fährt die ältere Freundin weiter. :D

Es gibt sie noch: Weihnachtswunder und nette Menschen, die ohne große Worte trösten! Danke!

In diesem Sinne allen Freunden und Lesern ein fröhliches Weihnachtsfest!

Verlust auf Raten

Die Suche nach Unsterblichkeit ist so alt wie die Menschheit. Aber wäre sie wirklich so erstrebenswert? Würde ein Mensch wirklich langfristig damit fertig werden, unsterblich zu sein? Wer an Unsterblichkeit denkt, denkt immer an all die Möglichkeiten, die das bieten würde: man könnte so viel Wissen anhäufen wie man wollte, man könnte all die Dinge sehen, die man in einem normalen Leben nie schaffen würde, alle Bücher lesen die es wert sind gelesen zu werden usw. Aber wie sehen die Nachteile aus? Gäbe es überhaupt Nachteile? Ich behaupte: ja.

Wer Atlans Zeitabenteuer, eine Buchserie aus dem Perry Rhodan-Universum, liest, dem werden die Nachteile sehr schnell deutlich. Atlan ist zwar kein Unsterblicher in dem Sinne, er kann durchaus sterben, wenn er verletzt wird, aber ein Gerät, nämlich der Zellschwingungsaktivator, den er von einem Wesen namens ES bekommen hat, verhindert das Altern und heilt Verletzungen bis zu einem gewissen Grad. Dies ermöglicht dem auf der frühen Erde Gestrandeten, tausende von Jahren zu überleben und nebenbei als Hüter der Menschheit zu agieren (gibt es eigentlich eine wichtige Epoche in der Geschichte, wo er mal nicht seine Finger im Spiel hat? :-D ). Er verbringt große Zeitspannen im Tiefschlaf, was zusätzlich zu seiner potentiellen Unsterblichkeit beiträgt. Das bedeutet aber auch immer wieder Abschied von Menschen, die ihm etwas bedeuten. Ganze Generationen ziehen an ihm vorüber und immer wieder muss er sich neue Freunde suchen, weil die alten längst verstorben sind.

Und genau das wäre das größte Problem. Man stelle sich vor: die eigene Familie, die Freunde, alle werden alt und sterben. Das gilt indessen nicht nur für die eigenen Kinder, sondern auch für Enkel, Urenkel usw. Irgendwann ist dann niemand mehr da, zu dem man noch einen Bezug hat. Irgendwann hat man alles gesehen, was man sehen wollte, alle Facetten des menschlichen Lebens durchlebt, alle Bücher gelesen. Was dann? Langeweile und vor allem Einsamkeit wären die Folge. Und irgendwann käme der Mensch an einem Punkt, wo er sich wünscht, sterben zu dürfen, damit die ewig wiederkehrende Qual, denn auch neu gewonnene Freunde, vielleicht neu gegründete Familien sterben irgendwann, ein Ende hat.

Man sollte sich das vielleicht in etwa so vorstellen wie es Menschen ergeht, die oft umziehen oder gar von Land zu Land wandern. Gerade wer immer wieder ausgewandert ist, dürfte das gut nachvollziehen können. Man lässt überall, wo man wegzieht, Freunde zurück. Ist die Entfernung entsprechend groß, sieht man diese Freunde vielleicht nie wieder. Am Anfang ist der Kontakt noch intensiv, weil man z.B. den Tagesablauf des anderen noch nachvollziehen kann und solange keine neuen Bindungen da sind, diese Kontakte auch braucht. Aber im Laufe der Zeit lebt man sich auseinander. Jeder lebt sein Leben und je drastischer sich das Leben des Einen vom Leben des Anderen unterscheidet, je weniger hat man sich auch irgendwann zu erzählen, weil der Eine vom Leben des Anderen kaum mehr Ahnung hat. Manchmal müssen die Veränderungen nicht einmal so drastisch wie Auswandern sein. Andere Freunde, die man sich sucht, um die Lücke zu füllen, die der Eine hinterlassen hat, ein Kind, das plötzlich den kompletten Tagesablauf bestimmt, ein neuer Job mit neuen Kontakten oder einfach nur ein neuer Partner können die eigenen Prioritäten derartig verschieben, dass Freunde aus dem Leben „davor“ plötzlich an Bedeutung verlieren. Sie werden zwar nicht vergessen, aber der Gedanke an sie gerät in den Hintergrund, weil Anderes in dem Moment vorrangig ist.

Die Folge: der Kontakt zueinander nimmt ab, wird immer weniger und irgendwann bricht er dann ganz ab. Und am Ende weiß keiner, warum eigentlich. Und wieder hat man auf seinem Weg einen Menschen (aus den Augen) verloren.

Die meisten Menschen akzeptieren das als den Lauf der Welt. Man geht ein paar Jahre den selben Weg und dann trennen sich die Wege wieder und den Platz der alten nehmen neue Freunde ein. Aber nicht jeder Mensch ist ersetzbar, auch wenn das viele gerne glauben und nicht jede Lücke kann geschlossen werden. Und ein Unsterblicher? Für ihn wäre die oben geschilderte Situation weit extremer. Wäre das auf Dauer wirklich zu ertragen?

Mal gut, dass Unsterblichkeit nichts weiter ist als ein Hirngespinst derer, die einfach nicht einsehen wollen, dass sie nicht besser sind als jeder normale Mensch. :-)

Zweite Jugend

Jeder wünscht sich wohl an irgendeinem Punkt in seinem Leben, noch einmal jung zu sein und schöne Zeiten noch einmal zu erleben oder einmal gemachte Fehler auszubügeln. Wie wäre es dann mit einem ausgefallenem Geburtstagsgeschenk? Vielleicht eine Verjüngungskur? Glaubt mir, die wirkt Wunder! :D

Alles Liebe zur Jugendweihe und viel Sonnenschein

Geburtstagskind ist Jahrgang 1972 :D (Foto: Jennifer Rößler)

Und schon ist man etwa 30 Jahre jünger. :D

Leben in einem freien Land

Seit Jahren kämpfen überall auf der Welt Menschen gegen Zensur, für das Recht, sich frei äußern und frei entfalten zu dürfen. Seit einiger Zeit wird in einigen Ländern auch gegen die Forderung einzelner Regierungen gekämpft, in Foren Klarnamen einzuführen. Aber wie soll das im großen Stil klappen, wenn es schon im Kleinen nicht funktioniert? Jeder Mensch hat das Recht, sich so auszudrücken, wie er das für richtig hält, aber es gibt selbst hierzulande immer noch Menschen, die das offensichtlich nicht wahrhaben wollen.

Diese Erfahrung musste ich leider immer wieder machen. Menschen im Internet angreifen, weil sie etwas anders sind als der Durchschnitt, die überall übliche Chatsprache benutzen, sie nur so viel schreiben, wie zwingend erforderlich und Proteste unterdrückt werden, sofern diese Menschen sich erlauben für ihr Recht auf freie Entfaltung zu kämpfen, ist eines in einem freien Land lebenden Menschen unwürdig und absolut nicht tolerierbar.

Und wieder einmal bin ich bitter enttäuscht. Es scheint, als wäre die Menschheit gar nicht dazu in der Lage, es endlich besser zu machen, obwohl sie es besser weiß.

Kleiner Bindestrich – große Wirkung

Aus jennybox.de wird jenny-box.de. Diese Entscheidung habe ich leider nicht ganz freiwillig getroffen. Die Gründe, die dazu führten, wurden nebenan im Robbenblog bereits geschildert. Bis zuletzt habe ich gehofft, dass der dafür verantwortliche Mensch vernünftig wird und damit auch meine Domain rausgibt.

Tja, so kann man sich irren. Was zurück bleibt ist eine gewisse Trauer, denn die Jennybox und damit auch die Domain sind nun mal in gewisser Weise ein Teil meines Lebens. Immerhin war sie mein erstes „Baby“. Aber es bleibt auch große Verständnislosigkeit und Wut.

Schweren Herzens und in der Hoffnung, dass die Jennybox irgendwann auch wieder jennybox heißt, habe ich mich dazu entschlossen, einen neuen Anfang zu machen.

Alles andere bleibt wie gehabt, die jennybox wird immer die jennybox bleiben, was macht da schon so ein kleiner Strich? :-)

Weiter geht’s!

Wie die Wolken

Es gibt Momente, da schaue ich einfach den Wolken hinterher und beneide sie ein wenig. Ungerührt von dem, was unter ihnen auf der Erde passiert, ziehen sie dahin. Plötzlich wünscht man sich dann, einfach mit ihnen ziehen zu können. Einfach weiterziehen, von einem Ort zum nächsten, von einem Land zum nächsten, ohne sich irgendwo lange aufzuhalten. Sicher, diese Art zu leben hätte einen Preis: wer sich nirgends lange aufhält, geht keinerlei festere Bindungen ein. Wer so lebt, muss auf Menschen verzichten, die an seinem Leben anteilnehmen. Aber hätte das nicht auch was für sich? Im Umkehrschluss würde man dann auch niemandem zur Last fallen, die Wahrscheinlichkeit, dass man dazu kommt, jemandem wehzutun, oder einfach nur anderen auf die Nerven zu gehen, wäre gering. :-)

Manche nennen es Unabhängigkeit, andere nennen es selbstgewählte Einsamkeit und wieder andere sehen solche Menschen als Vagabunden. Es mag sicher nicht die schlechteste Art zu leben sein. Doch ist die Einsamkeit nicht ein zu hoher Preis? Vielleicht.

Mancher muss so leben, weil er nicht anders kann, andere haben diesen Weg selbst gewählt und wieder andere wünschen sich den Mut, so zu leben und schaffen es doch nicht. Nur so unbeteiligt wie die Wolken ist wohl trotzdem niemand.

Hoaxilla – Verschwörungstheorien auf der Spur

Diesmal geht’s mal nicht um ein Buch, sondern um einen Podcast. Ich beschäftige mich gerne hin und wieder mit Verschwörungstheorien und Was-wäre-wenn-Fragen.

Irgendwo hörte oder las (in welchem Zusammenhang weiß ich leider nicht einmal mehr) ich dann von Holger Klein zum ersten Mal etwas über einen Podcast, der sich Hoaxilla nannte und der genau solche Verschwörungstheorien auseinanderpflückte. Ich nahm mir vor, mir mal welche von den Folgen anzuhören, kam aber erst einmal nicht dazu. :) Dann stieß ich im Blog von Sarah Burrini (deren Comics übrigens einfach nur süß sind!) wieder auf diesen Podcast und nun war ich endgültig neugierig und hab mir inzwischen auch einen Großteil der bereits vorhandenen 90 Folgen angehört.

Die beiden Menschen hinter Hoaxilla betrachten sich selbst als Skeptiker und entsprechend geht es in ihren Podcasts auch in erster Linie um skeptische Themen. Das heißt, man bekommt einen etwas anderen Blick auf die Welt der Verschwörungstheorien und was oft dahintersteckt. Ich selbst würde mich nicht als Skeptikerin bezeichnen und ich habe auch mit der Skeptikerbewegung nichts zu tun, nichtsdestotrotz finde ich ihre Ausführungen aber sehr unterhaltsam und aufschlussreich. Es ist eine enorme Leistung, trotz regulärem Job noch für jeden Sonntag eine Folge zu produzieren, zumal die Folgen meistens länger als 30 Minuten sind und das immerhin schon seit 2 Jahren.

Spätestens seit ich selbst meine Stimme für einen Podcast verleihen darf, ist mir bewusst, wie viel Arbeit dahintersteckt, meine Hochachtung dafür.

Kurioses

Wenn ein Blogger und Magazinartikelschreiber über eine Selbsthilfeseite gegen Internetsucht bloggt, ist das ein bisschen so als würde ein Tabakhersteller Werbung für eine Anti-Raucher-Kampagne machen (das ist natürlich beliebig erweiterbar). :-)

Irgendwie … schräg. :-D

Sinnlose Besinnung

In diesen Tagen, wo die meisten Menschen sich langsam auf Weihnachten vorbereiten und so manch einen Abend gemütlich mit Adventskranz bei Kerzenschein genießen, ist immer wieder von „besinnlicher Adventszeit“ die Rede. Aber – gibt es sie wirklich? Jeder hetzt von einem Ort zum nächsten, wirklich Zeit hat eigentlich niemand. Freundliche Gespräche bleiben auf der Strecke, alles ist hektisch und aggressiv.

Und dann mitten drin wird man plötzlich gestoppt. Schlagartig wird einem klar, wie schnell das Leben vorbei sein kann. Wie schnell sich von einer Sekunde zur anderen alles ändern kann. Zeit ist kostbar, das wird einem klar. Und dann fällt man in ein Loch, weil man merkt, dass man selber immer wieder die gleichen Fehler macht. Und auch wenn man nicht anders kann, sagt man sich, dass man nicht das Recht hat, anderen die Zeit zu stehlen, andere wieder und wieder mit den eigenen immer wiederkehrenden Sorgen und Ängsten zu nerven.

Manchmal ist es klüger, einfach zu schweigen, damit einem nicht eines Tages nur aus Höflichkeit zugehört wird, „weil man das eben so macht“. Kann man lernen, zu schweigen, wenn es sinnvoller wäre? Denn, so sehr wir auch manchmal jemanden zum Reden brauchen, geht es uns schlecht, ziehen wir damit unsere Umgebung mit hinunter, auch wenn wir eigentlich nur reden, um nicht allein zu sein, zu spüren, wie erleichternd es sein kann, zu sagen, was einen bewegt und danach wieder aufgemuntert werden möchte.

Manchmal geht der Schuss nach hinten los und alles ist schlimmer als vorher.
Manchmal ist Schweigen eben doch Gold.

Aber manchmal ist eben doch Reden besser, bevor man explodiert, denn wenn das erst geschieht, ist es meistens zu spät und man sagt Dinge, die man nicht sagen wollte.

Ich wünsche allen weiterhin eine schöne Adventszeit. Zeit zu Reden, wenn es Not tut und Zeit zu schweigen, wenn es sinnvoller erscheint. Und für diejenigen, die bereits explodiert sind, weil sie zu lange gewartet haben, bitte ich die „Opfer“ um ein wenig Geduld und Verständnis, auch wenn’s zum hundertsten Mal passiert. Sie werden es euch danken.

Auf dass die nächsten Wochen nicht in Chaos und Streit an Weihnachten enden. ;-)

Dem Winter entfliehen

Fast hätte man sich der Illusion ergeben, der Winter könnte doch mal ausfallen. Aber nun kommt er doch auf leisen Sohlen angeschlichen. Morgens ist es bereits ganz schön kalt. Wer würde wohl nicht gerne einfach mal Koffer packen und abhauen? Oder, noch besser, einfach allen Ballast zurücklassen, Flügel ausbreiten – und ab die Post? Schön wär’s, wenn das so einfach ginge, nicht wahr?

Aber entweder fehlt das Geld oder wir sind Menschen und haben schlicht und einfach keine Flügel. :) Aber davon träumen dürfen wir doch, oder?

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