Jennys Blog

Die etwas andere Sicht auf die Welt

Aufgeschnappt

Vor einigen Tagen las ich in der Wunstorfer Auepost, dass Grünflächen für einen Parkplatz weichen sollen. Eigentlich nichts Weltbewegendes. Doch die Kommentare unter diesem Artikel brachten mich dann doch irgendwie zum Schmunzeln und ließen mich gleichzeitig nachdenklich zurück.

Ich. will. mehr. Parkplatz!

Nun, ich bin kein Autofahrer und werde aufgrund meiner Sehbehinderung auch nie einer sein. Trotzdem kann ich die Autofahrer teilweise verstehen. Aber lustig ist das doch irgendwie: Auf der einen Seite möchten sie mehr Parkplätze haben und dann möglichst nicht weit laufen müssen. 10 Minuten Fußweg? Viel zu viel. Aber bitte nichts dafür opfern, nein, blooß nicht!

Und genau an der Stelle fing ich an zu schmunzeln: Ähm, liebe Autofahrer, ich verstehe euch ja, wirklich, aber: was bitte sollen dann diejenigen sagen, die auf Bus und Bahn angewiesen sind? Die erstmal, je nachdem, wo sie wohnen, vielleicht bis zu einer halben Stunde zur nächsten Bushaltestelle laufen müssen, irgendwo umsteigen müssen und im schlimmsten Fall eine Stunde auf die Weiterfahrt warten müssen, dies dann auch noch bei strömendem Regen? So manches Mal habe ich da euch Autofahrer glühend beneidet.

So weit, so gut. Grünflächen sind wichtig ja, wobei ich das irgendwie belanglos finde, wenn hier über ein paar Grünflächen gestritten wird, während in Südamerika ganze Wälder – auch für Europäer – abgeholzt werden. Da schreit kaum einer nach.

Also Parkplätze weg und Grünflächen her?

Dieselben Leute, die ihre Grünflächen behalten wollen und dafür lieber auf Parkplätze verzichten, schimpfen dann aber, dass die Innenstädte immer leerer werden, weil der böse Onlinehandel ja alles kaputtmacht, weil ja jeder nur noch bei Amazon bestellt, statt in den Einzelhandel zu gehen. Dabei ist der Onlinehandel gar nicht allein schuld. Es ist der oft mangelhafte Service, es sind die Fahrradfahrer, die mit ihren immer leiser werdenden Klingeln harmlose Passanten erschrecken, indem sie an denen in einem rasenden Tempo vorbeisausen. Und ja, es sind auch die hohen Preise, für die ich aufgrund der hohen Mieten ja noch Verständnis habe. Aber an den hohen Mieten könnte man ja was machen, oder? ;)

Tja, das ist ein Dilemma, nicht wahr? Nur mal so, ohne dass ich jetzt Expertin wäre: wie wärs mit Parkdecks unter der Erde und Grünfläche drüber? Was wäre wenn man Mieten für den Einzelhandel senken würde? Denn irgendwo muss man sich ja an den Onlinehandel anpassen, der wird nicht wieder verschwinden.

Und für all die, die über den ach so bösen Onlinehandel schimpfen: ja, da läuft vieles schief, gerade im Lohnsektor, doch für weniger mobile Menschen, die sich damit ein Stück Selbstständigkeit zurückholen können, ist er auch ein Segen.

Was bleibt …

Jeder Mensch denkt anders und setzt andere Prioritäten. Für die einen zählt nur das heilige Auto, für den anderen ist das wichtigste im Leben eine gesunde Familie und Freunde zu haben, denen man vertrauen kann. Ob nun Parkhäuser, Grünflächen, Einzelhandel in Innenstädten oder Onlinehandel – alles hat seine Existenzberechtigung, wie auch jeder Mensch.

Reisende Klänge auf Schienen

Das hier geschilderte Erlebnis wurde mir kürzlich von einem Blogleser zugesandt:

Sie stieg in den Zug und wusste, jetzt war sie wieder allein für unbestimmte Zeit. Sie hatte schon vorher Mühe, sich nichts anmerken zu lassen, doch jetzt war es noch schlimmer. Hinter sich im Zug nahm sie Musik wahr. Hörte zu. Wehmütig und zugleich beruhigend erklangen die Instrumente. So tröpfelte langsam wieder Hoffnung in ihr Herz.

Nach nur wenigen Stationen stieg die Truppe aus und sie blieb zurück. In ihrem Herzen klang die Musik noch nach, während die untergehende Sonne langsam ihre Bahn zog, auch als sie längst im nächsten Zug saß und wieder mit dem Abschiedsschmerz kämpfte.

Sie hätte fragen sollen. Fragen, woher sie kamen, wie sie hießen. Aber sie hatte sich nicht getraut. Und so würden die wunderbaren Klänge immer nur ein Hauch Erinnerung bleiben.

Manchmal können eben auch die kleinen Dinge des Lebens alles ein wenig heller machen. Vielen Dank für diese Zeilen an L. E.

2013 – Die Abrechnung vor dem Rauswurf

2013 – Die Abrechnung vor dem Rauswurf

Na 2013, Koffer schon gepackt? Schön! Am liebsten hätte ich dich ja schon vor ‚nem halben Jahr vor die Tür gesetzt, aber nö, ich musste mir ja anschauen, was du sonst noch so zu bieten hast, außer Katastrophen und so. Aber, na ja, die Hoffnung, es könnte noch irgendetwas Gutes dabei herumkommen, war dann umsonst.

Meine Güte hast du es krachen lassen! Deiner 13 da haste wirklich alle Ehre gemacht, nicht schlecht! Erst gibst du uns eine Neuauflage der Sintflut in billig…. also soll heißen, die meisten Menschen sind zum Glück noch da, und dann? Ja.. dann hast du uns nicht so ganz schonend beigebracht, dass wir Verschwörungstheoretiker ja eigentlich doch gar nicht so dämliches Zeug reden, wenn wir uns beobachtet fühlen. Aber das Ausmaß, das war dann doch…. aber eines muss ich ja sagen, schon ’nen ziemlich unfähiger Haufen diese… NSA. Die wollen die Kommunikation der ganzen Welt kontrollieren, schaffen es aber nicht, den Spammern das Handwerk zu legen, denn Spams mit persönlicher Anrede kamen ja noch häufiger als früher.

Hast echt schon mal bessere Ideen gehabt, dämliches Jahr! Und dann das mit der Drosselkom… hast wohl deinem Vorgänger nicht zugehört hm? Haaallo!!! Mal ganz genau zuhören. Ich. brauche. das. Internet, klar!? Scher dich also mit deiner Drosselkom zum… und erzähl uns nix von wegen Prozess und machen sie ja nicht mehr und überhaupt … wir sind doch nicht blöd! Die haben doch längst Plan B in der Tasche, wie sie das umgehen können, pfff! Am Ende wird dann aus Netzneutralität ein neutrales Netz und nein, dat is nicht dasselbe, also vergiss es!

Zum Jahresende hin hofft man dann auf ein paar Grüße vom Raumschiff Enterprise und du lässt einfach den armen ISON in der Sonnenglut schmoren. Pfui! Armes Ding. Hat dir wohl Spaß gemacht, die armen Sternengucker zu enttäuschen, ja?

Nun steht man da und fragt sich (man soll ja positiv denken!) gabs auch irgendwas Schönes, das im Gedächtnis geblieben ist, trotz aller persönlichen Enttäuschungen, die jeder sicher auf die eine oder andere Weise erlebt hat? Öhm… ein paar strahlende Kinderaugen, die einem meiner Neffen gehören, der inzwischen nix Besseres zu tun hat, als nach meiner Brille zu schnappen, sobald die kleinen Händchen auch nur in die Nähe meines Gesichts geraten.

Weißt du was, 2013? Schick mir schon mal 2014 vorbei, aber sag dem Jahr, das soll es besser machen, sonst kann es gleich draußen bleiben.

War sonst noch was? Ach ja… das an Wunderglauben hast du mir ja sehr schnell wieder abgewöhnt, vielen Dank auch und tschüss!

Und nun, liebe Freunde, Verwandten, Leser, Follower, Suchmaschinenbots, Feinde usw. wünsche ich Euch allen von ganzem Herzen ein erfolgreiches, gesundes und schönes 2014!

Hoffnung ist …

In einer Krimiserie hieß es: „Manchmal ist es mutig, sich Hoffnung zu erlauben.“ Ist es das? Oder ist Hoffnung nicht eher das Letzte was bleibt, wenn der Verstand einem sagt, dass das Spiel gelaufen ist? Man sagt, die Hoffnung stirbt zuletzt, sie wäre unzerstörbar. Doch: Hoffnung ist oft nur eine Illusion, so trügerisch wie mancher Traum und im richtigen Moment so leicht zerstörbar wie eine Seifenblase weil man sie sich eben nicht erlauben kann, sondern sie einem allenfalls geschenkt und genauso leicht auch wieder genommen werden kann. Sie lebt nämlich nicht aus sich selbst.

Montagspech

Es gibt sie, diese Tage, an denen man einfach auf sein Gefühl hören und im Bett bleiben sollte, weil von dem Moment an, wo man das Haus verlässt, so ziemlich alles schiefläuft, was schieflaufen kann.

Nichts Böses ahnend, lässt man sich zur Bushaltestelle fahren und wartet auf einen Bus nach Gütersloh. Der Bus kommt. Eine Nummer oder das Fahrtziel sind nicht zu sehen. Aber: Uhrzeit passt, Bus sieht aus wie er aussehen soll, man steigt ein. Irgendwann nach einiger Zeit fällt einem auf, dass das, was man durch das Geschmiere auf den Fensterscheiben noch erkennen kann, irgendwie fremd wirkt. Auch die Haltestellen oben in der Anzeige des Busses, die man ausnahmsweise mal lesen kann, sind unbekannt. So langsam dämmert einem: man sitzt im falschen Bus. Am Ende steigt man am Bielefelder Hauptbahnhof aus, statt in Gütersloh.

Wenigstens ist der Bielefelder Bahnhof vertrautes Gelände. Auf dem Gleis angekommen verwundert schon mal der angezeigte Zug, der schon lange weg sein müsste. Da die Anzeige aber leicht kaputt wirkt, denkt man sich nichts dabei. Nach einigen Minuten rast, ohne jegliche Ansage, ein IC oder ICE vorbei, kurz darauf, wieder ohne Ansage, fährt ein ICE ein. Man schaut auf die Uhr und wundert sich. Zu dieser Zeit hätte eigentlich der Zug nach Gütersloh da sein sollen. Eine Durchsage, dass der Zug auf einem anderen Gleis hält, gab es jedoch nicht. Am Ende kam der Zug doch noch: zu der Zeit, als der Zug eigentlich längst hätte in Gütersloh sein sollen.

Knapp anderthalb Stunden später als ursprünglich vorgesehen, kommt man schließlich am Zielort an. Ab hier läuft alles glatt. Na ja, fast: da durch die Verzögerung die Apotheken längst geöffnet haben, denkt man sich, man könnte ja das Rezept, das man gerade bekommen hat, gleich einlösen. Ähm, nein, geht nicht: „Haben wir derzeit nicht da, müsste ich bestellen.“ Aber dann wirklich, bis… ja, bis zu dem Zeitpunkt der Abreise. Fast hätte man nämlich den Bus fahren lassen, weil seitlich eine andere Nummer stand als vorne, hier verhinderte rechtzeitige Nachfrage weitere Verzögerungen.

Von unterwegs bestellt man sich ein Taxi an die Endhaltestelle, um die letzte Etappe nicht nochmal mit einem weiteren Bus fahren zu müssen. Leider kommt, wie so oft, der Bus wenige Minuten später an, als geplant. Kein Taxi weit und breit. Nach fünf Minuten schließlich ruft man wieder beim Taxiunternehmen an, in dem Glauben, das Taxi war pünktlich da und ist wieder abgehauen. Reaktion am anderen Ende der Leitung: „Ich wusste, dass ich was vergessen habe!“ :)

Wer aber glaubt, damit sollte man genug Pech eingesammelt haben, der irrt sich gewaltig. Am späten Nachmittag beschloss man, nach sehr langer Zeit mal wieder Bücher über Ebay zu kaufen… und vergisst beim Bezahlen prompt, den Ebaynamen anzugeben. Wer jetzt denkt, na dann wird’s doch bestimmt beim zweiten Versuch geklappt haben, irrt wieder: hat es schon, aber, der Name enthält einen Unterstrich, der ist aber im Verwendungszweck nicht erlaubt. Ob die Bücher nun jemals ankommen, ist also fraglich. Im schlimmsten Fall hat man das Geld also in den Sand gesetzt.

Fazit: man hätte einfach zu Hause bleiben sollen. :D

König der Fußgängerzonen

Morgens, es ist etwa 6.30 Uhr, die Sonne ist vor kurzem aufgegangen und taucht die gerade, menschenleere Straße in helles Licht. Nur hin und wieder mal kommt ein Motorrad, Auto oder Traktor vorbei. Ansonsten habe ich die Straße für mich allein. Das ist meine schönste Erinnerung an die Zeit, als ich noch Fahrrad gefahren bin, ganz früher, mein Schulweg, in Paraguay, wo es keinen Fahrradweg in dem Sinne gab und man bei einem entgegenkommenden Rad nicht befürchten musste, dass der Platz nicht ausreicht, um aneinander vorbei zu kommen. Ich habe aus den 13 Jahren nicht unbedingt haufenweise schöne Erinnerungen an Paraguay, aber das ist definitiv eine davon.

Und so denkt man sich, Fahrradfahrer sind doch eigentlich ganz nette Menschen, oder? Immerhin schonen sie die Umwelt, indem sie auf zwei Rädern durch die Straßen fahren, statt die Umwelt mit Autoabgasen zu verpesten und sie haben beim Kauf des Rades sicher weniger Geld hingelegt, als dies ein Autofahrer generell muss und sie brauchen keine großen Parkplätze.

Doch dann steht man irgendwann auf der anderen Seite. Man ist nicht mehr Fahrradfahrer, sondern Fußgänger, und damit das Opfer der Fahrradfahrer. Ja, Fahrradfahrer sind ganz nett, bis – bis man in eine Fußgängerzone kommt und feststellt, dass die meisten Fahrradfahrer sich für die Könige der Fußgängerzone halten. Mit einem Tempo, als würden sie ihrem Leben hinterherhecheln, rasen sie durch die Fußgängerzone, als würde sie ihnen gehören und es gäbe kein Morgen mehr. Rücksichtslos werden die Leute oft über den Haufen gefahren, wenn sie nicht rechtzeitig zur Seite sprinten. Hat man das Pech, schwerhörig oder sehbehindert zu sein, spürt man im besten Fall gerade noch den Luftzug des Vorbeirasenden, im schlimmsten Fall hat man weder Klingel noch Rad gehört, läuft direkt ins Rad und darf sich dann noch Sätze anhören wie: „Kannst du nicht gucken?!“ Man sagt dazu schon lange nichts mehr und denkt bei sich: „DU bist doch derjenige mit den gesunden Augen und dem schnellen Rad, nicht ich!“ Und nein, außerhalb der Fußgängerzonen sind sie nicht besser, nur da rechnet man eher damit, plötzlich ein Rad im Rücken zu haben.

Über Sinn und Unsinn von Fahrradklingeln sollte man sich lieber nicht aufregen. Entweder sind sie so leise, dass man sie gar nicht wahrnimmt, oder so laut, dass man bei ihrem Klingeln regelrecht zusammenzuckt, doch bis man herausgefunden hat, aus welcher Richtung die kam, ist der Radfahrer schon an einem vorbeigerast.

Liebe Radfahrer, wenn ihr euch mal wieder über die Autofahrer aufregt, dann denkt doch bitte mal zwei Sekunden lang darüber nach, dass auch ihr ein bisschen rücksichtsvoller den Fußgängern gegenüber sein könntet.

Überraschungspost

Ich habe mich bereits einmal darüber aufgeregt, dass Versandhäuser ihre Online-Kunden mit Papierkatalogen zumüllen. Inzwischen sind 2 Jahre vergangen. Hat sich etwas geändert? Nein. Sind die Kataloge weniger geworden? Nicht wirklich. Man findet sich damit ab, dass hin und wieder eben doch einer kommt. Bis… ja… bis man eines Morgens zum Briefkasten geht und einen Katalog von … Amazon aus dem Briefkasten fischt – und das Teil erst einmal sprachlos anstarrt.

Wozu bitte, braucht ein Amazon-Kunde, der ja nur online bestellen kann, einen Papierkatalog??? Gehts noch??? Ey Amazon, wenn ihr zu viel Geld habt und nicht wisst wohin damit, wie wärs dann mal mit höheren Löhnen für eure Mitarbeiter, statt die Umwelt mit noch mehr Papiermüll zu belasten? ;-)

Ich kann nur immer noch sprachlos mit dem Kopf schütteln…

Mate und Tereré – Wer trinkt denn schon freiwillig Stroh?!

Immer wieder, wenn das Thema zur Sprache kommt, werde ich gefragt, was „Mate“ bzw. „Tereré“ eigentlich ist und man bat mich, doch mal was darüber zu erzählen.

Mein erster Gedanke war: „Was soll ich denn darüber erzählen? Da ist doch nichts Besonderes dran.“ Für jemanden, der, wie ich, damit aufgewachsen ist, ist das auch so. Meinen ersten Mate habe ich mit 8 oder 9 Jahren getrunken. An meinen ersten Tereré kann ich mich gar nicht erinnern.

Ob man es nun Mate oder Tereré nennt, gemeint ist im Prinzip dasselbe. Mit dem Unterschied, dass Mate immer mit heißem, noch nicht kochendem Wasser getrunken wird und für Tereré kaltes Wasser verwendet wird. Mate wird in Paraguay, im Norden Argentiniens, im an Paraguay grenzenden Teil Brasiliens und Uruguay getrunken, während Tereré hauptsächlich in Paraguay bekannt ist.

Zubereitung

Aber was ist das eigentlich genau? Der Mate-Baum oder -Strauch ist eine Pflanze die zu der Familie der Stechpalmen gehört. Die Blätter dieses Baumes werden gemahlen und dann fast zu teeartigem Pulver verarbeitet. Diese gemahlenen Blätter werden „Yerba“ genannt. Dieser Yerba nun wird in eine Guampa gefüllt, ein Gefäß, das entweder aus Kuhhorn oder aus Holz hergestellt wird. Die Guampas aus Kuhhorn werden häufiger für den Tereré verwendet, sie sind auch hornartig geformt, während die Guampas für den Mate die Form einer Kalebasse oder die eines Bechers haben. Ist die Guampa etwa bis zur Hälfte oder 2/3 gefüllt, steckt man eine „Bombilla“, eine Art Metallstrohhalm mit Filter am unteren Ende hinein, füllt Wasser darauf und saugt dann an der Bombilla. Ist keine Flüssigkeit mehr drin, wird einfach nachgefüllt.

Besonderheiten

Sowohl Mate als auch Tereré sind ein Gesellschaftsgetränk. Es gibt immer eine Person, die für das Einschenken verantwortlich ist, diese bekommt die Guampa, wenn eine Person ausgetrunken hat, zurückgereicht und gibt sie, mit frischem Wasser aufgefüllt, an den nächsten weiter. Dies geschieht im Uhrzeigersinn. Die Anzahl der Personen spielt dabei keine Rolle, ich habe durchaus schon Gruppen von 15 bis 20 Leuten zusammensitzen und Tereré oder Mate trinken sehen. Es wird oft genutzt, um sich in einer Pause zu treffen und sich ein wenig zu unterhalten, oder, so wie man hier jemanden zum Kaffee einlädt, wird man dann eben zum Mate oder Tereré eingeladen.

Der Geschmack lässt sich nur schwer beschreiben. Es gab welche, die gesagt haben, es schmeckt nach Stroh und andere, dass der Mate sehr bitter ist. Bitter sind die ersten Schlucke meistens, da Mate und Tereré recht stark sind. Aber da oft relativ lange mit ein- und demselben Aufguss getrunken wird, verliert sich das schnell.

Sonstige Zutaten

Es gibt mittlerweile Yerbamischungen, in denen Zitrone, Minze oder sonstige Kräutermischungen beigemischt sind. Man kann z. B. auch einfach einen Teebeutel Pfefferminztee oder Kamillentee daruntermischen. Wem der Mate pur zu stark ist und ihn deshalb lieber gesüßt haben möchte, der kann auf den Yerba einen Teelöffel mit Zucker daraufgeben und das Wasser darüber gießen. Dies wird vor allem bei Kindern praktiziert. Mit diesem Kindermate habe ich damals angefangen. :-)

Was sonst noch eine Rolle spielt

Wenn es draußen richtig heiß ist, dann schmeckt der Tereré am besten. Üblicherweise kommt dann ins kalte Wasser noch ein Stück Eis hinein, damit es länger kalt bleibt. Will man nicht ständig nachfüllen nimmt man einen großen 5-Liter-Thermos und füllt ihn voll. Dieser hat dann unten einen Knopf, dessen Drücken dann das Wasser raussprudeln lässt. Gerüchten zufolge könnte man sogar das Wasser aus irgendeinem Tümpel verwenden, ohne davon krank zu werden, da das Wasser durch den Yerba gefiltert wird.

Andere Mate-Formen

Abgesehen von dieser Form des Matetrinkens gibt es auch noch den „Mate cocido“ (Mate, gekocht). Dieser wird in Tassen zubereitet und wie normaler Tee getrunken. Inzwischen gibt es sogar Instant-Mate, der dann wie Instant-Kaffee zu trinken ist. Wie Tee auch, kann man hier Zucker oder Milch zugeben.

Zuguterletzt

Nichts geht über eine gemütliche Mate-Runde am Kamin, wenns so kalt ist wie zur Zeit. Im Sommer wiederum löscht nichts den Durst so effektiv wie ein eiskalter Tereré.

Was man hier in Deutschland aber so als Mate-Tee in verschiedenen Reformhäusern oder Supermärkten bekommt, ist meiner Meinung nach nur ein schwacher Ersatz für den echten Mate. Er wird außerdem als Mittel zum Gewichtsverlust bezeichnet. Dagegen halte ich, dass oft zum Mate oder Tereré etwas Süßes, wie z. B. ein leckerer Mantecol (vergleichbar dem türkischen Helva) gegessen wird. :-)

Natürlich könnte man sowohl Mate als auch Tereré auch alleine trinken, manchmal hat man halt keine Wahl. :) Aber das ist natürlich nicht annähernd so unterhaltsam.

In Paraguay feiert man übrigens seit 2010 am letzten Samstag im Februar den „Día Nacional del Tereré“ (Nationalfeiertag des Tereré).

Tschüss 2012, schön, Dich mal getroffen zu haben!

Aber, bevor Du gehst.. muss ich noch was loswerden. Sag mal, was warst Du eigentlich für ein Jahr, hm? Die Griechen, Portugiesen, Spanier und Italiener würden Dich bestimmt gerne auf den Mond schießen. Aber das geht ja nicht, der Mond ist ja schon ausverkauft, nehm‘ ich an und außerdem ist da soo viel Platz nun auch wieder nicht. Und dann dieser Sommer! Was sollte das werden? Ne warme Tiefkühltruhe?? Eine Krise jagte die nächste.. und ich? Bin schon wieder ein Jahr älter geworden. Toll. Danke! Das hättest Du Dir echt sparen können! Und dann diese Angstschreie der Internetgegner, das Internet wäre ja sooowas von böse! Klaar.. :-D Geht’s noch? Hallooo Du blödes 2012, ich lebe teilweise da, lass gefälligst mein Internet in Ruhe, ja? Schön, hätten wir das auch geklärt. Ohne Internet hätte ich nämlich meine Freunde nicht und die waren dieses Jahr wieder sehr mutig, lieb und tapfer, ja heldenhaft: immerhin haben sie mich die ganze Zeit während Deiner Anwesenheit ertragen. Das war bestimmt nicht einfach. Aber Du musstest mir ja auch immer wieder Schwierigkeiten machen, Du 2012, Du! „Das Jahr des Weltuntergangs“ hieß es überall, bis zum Erbrechen. Pfft, hat vielleicht mal jemand drüber nachgedacht, dass sich der Weltuntergang nicht ankündigt, dass der heimlich, still und leise kommt, ohne großen Trommelwirbel? Nee, wohl nicht.

Okay, ich gebs ja zu, zwischendurch warst Du auch mal ganz schön. Ein Kinderlachen kann nämlich manchmal mehr wärmen als tausend Decken. Ja und Du hast es tatsächlich geschafft, dass ich wieder angefangen habe, an Wunder zu glauben. Dass man manchmal die Einstellung anderer akzeptieren muss, auch wenn man selber nicht damit einverstanden ist, auch das hast Du, 2012, mir beigebracht, aber auch, dass einem die ganze Zivilisation nix nutzt, wenn einfach mal für eine Stunde, oder auch ein paar, der Strom ausfällt.

Aber irgendwie so richtig schlecht warst Du auch nicht. Wir sind ja alle noch da, mehr.. oder weniger. Und was hast Du da jetzt in der Tasche? 2013? Was ist das? Was für‘n Jahr wirst DU denn? Kann man dem trauen?

Ich schätze, auch 2013 werden wir alle mit Tränen, Gelächter, Glück, Liebe, Leid, Träumen, Enttäuschungen, Krankheiten, Hass, Gewalt und wer weiß was sonst noch alles fertigwerden müssen. Nur bitte weniger Missverständnisse und weniger Streit.

So liebes 2012, ich wünsche Dir alles Gute, geh jetzt und schau nicht zurück! Was bleibt von Dir übrig? Hoffnung. Hoffnung darauf, dass 2013 besser wird.

Und so wünsche ich allen Verwandten, Freunden, nah und fern und natürlich allen Jenny-Box-Lesern ein schönes, erfolgreiches, gesundes und glückliches 2013!

Ein Weihnachtswunder im Zug

Eine junge Familie trifft sich im Zug mit einer nur wenige Jahre älteren Freundin. Das fröhliche Kind sorgt dafür, dass die Zeit viel zu schnell verfliegt. Eine alte Dame, die auf einem der Sitzplätze gegenüber sitzt, hat das fröhliche Treiben verfolgt. Als die Familie dann den Zug verlassen hat, bleibt die ältere Freundin etwas traurig zurück und die Fahrt geht weiter.

Kurz bevor die alte Dame vom Sitz gegenüber nun selbst aussteigt, schenkt sie der im Zug zurückgebliebenen Freundin eine Mandarine und wünscht ihr ein schönes Weihnachtsfest. „Ich habe mein Weihnachtsgeschenk heute schon bekommen“, sagt sie lächelnd. Da fragt die alte Dame: „War das Ihr Sohn?“ Erstmal Sprachlosigkeit, dann eine kurze Erklärung.

Die alte Dame steigt aus und mit einem breiten Grinsen im Gesicht fährt die ältere Freundin weiter. :D

Es gibt sie noch: Weihnachtswunder und nette Menschen, die ohne große Worte trösten! Danke!

In diesem Sinne allen Freunden und Lesern ein fröhliches Weihnachtsfest!

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