Jennybox

Die etwas andere Sicht auf die Welt

8 - Wenn Q weinen

Man sollte meinen, dass jemand, der die Macht der Q besitzt, von Kummer und Leid verschont bleibt. Aber dem ist nicht so und das sollten die Menschen durch Jenny und Q eindrucksvoll gezeigt bekommen.

Es wurde Nacht auf der Enterprise NCC-1701-E. Captain Jean-Luc Picard hatte gerade seine Schicht beendet und betrat müde, aber zufrieden, sein Quartier. Er freute sich auf einen ruhigen, entspannten Abend mit einem guten Buch. „Earl Grey, heiß!“ sprach er, sich an den Replikator wendend. Schon materialisierte der Tee, er nahm ihn und stellte ihn auf dem kleinen Tischchen vor seiner Couch ab. Er wollte sich gerade über den Tisch beugen, um das Buch zur Hand zu nehmen, als er aus den Augenwinkeln ein weißes Gleißen wahrnahm. Überrascht wandte er seinen Blick nach rechts.

„Q, was für eine Überraschung!“ rief Jean-Luc erfreut aus. Die Zeiten, in denen er jedes Erscheinen von Q gefürchtet hatte, waren ja glücklicherweise endgültig vorbei. „Ich freue mich auch Sie wiederzusehen“, sprach Q mit einer Stimme, die unendlich traurig klang und eigentlich das Gegenteil vermuten ließ. Jean-Luc erhob sich und reichte Q die Hand, dabei bemerkte er seinen Gesichtsausdruck und zuckte erschrocken zurück: „Q, was ist denn mit Ihnen passiert, Sie sehen ja furchtbar aus!“ Q lächelte gequält. „Entschuldigen Sie, dass ich Sie überfalle, aber ich brauche Ihre Hilfe.“ Picard sah Q überrascht und alarmiert an. Q… was ist passiert? Reden Sie schon! Und überhaupt, wo ist eigentlich Jenny?“ Da wurde Qs Gesicht noch trauriger und er sank auf die Couch. Picard ließ sich neben ihm nieder und wiederholte: „Was ist passiert? Q, Sie machen mir Angst.“ Schwer seufzte Q, dann sprach er leise: „Es geht um Jenny. Es ist etwas Furchtbares passiert.“ Picard sah Q geschockt an. „Aber sie ist doch nicht…?“ „Neinnein“ erwiderte Q hastig, „es geht ihr gut, wenn man ihren Zustand als „Gutgehen“ bezeichnen kann…“ „Q, Sie sprechen in Rätseln.“ Captain Picard erhob sich, orderte für Q einen starken Kaffee, stellte diesen vor ihm hin und forderte ihn erneut auf, endlich konkret zu werden.

„Ich sollte wohl wirklich am Anfang beginnen.“, fing Q an zu erzählen. „Vor einigen Monaten kam Julian zu uns und sagte, er wolle zu Aldo auf die erste Enterprise. Es war die Rede davon, dass er ihn auf eine ganz bestimmte Mission begleiten wollte, um ihm zu helfen und ihn notfalls zu schützen. Genaueres hat er uns nicht erzählt, er weiß, wieviele Sorgen sich Jenny macht, wenn sie zu gut weiß, was die Kinder so treiben.“ Ein trauriges Lächeln umspielte Qs Lippen. Picard hörte aufmerksam zu. „Ja und was geschah weiter?“ Q atmete tief durch: „Aldo und Julian wurden auf einen Frachter gebracht, der sie dann zu einem zu dem Zeitpunkt noch unbekanntem Planeten brachte. Was dort genau geschah, wissen wir nicht. Jenny hatte eine böse Vorahnung und folgte Julian in Aldos Zeit.“ Dann geriet Q ins Stocken, Tränen verschleierten seinen Blick. Mühsam riss er sich zusammen und fuhr dann fort: „Irgend etwas ist auf dem Planeten passiert…plötzlich soll es einen riesigen Feuerball gegeben haben…Jenny hat noch versucht, die beiden zu retten…aber…aber so schnell konnte sie nicht reagieren…sie muss wie wild geschrien haben, das zumindestens hat mir Jonathan Archer später erzählt. Zum Glück besaß Hoshi die Möglichkeit, mit mir Kontakt aufzunehmen…es war schrecklich! Jenny…meine arme, kleine Jenny…sie wirkte wie gelähmt…in ihren Augen stand immer noch das Entsetzen als ich ankam…“ Q stockte, er, der früher so arrogante und von sich eingenommene Q, weinte. Picard war erschüttert: „Um Himmels willen…wie geht es ihr jetzt? Habt ihr etwas über Julian und Aldo herausgefunden? Könnten sie irgendwie überlebt haben?“ Q schüttelte traurig mit dem Kopf: „Archer hat alles abgesucht..nichts, er glaubt, dass beide tot sind und Jenny… sie hat seitdem kein Wort mehr gesprochen, sie wirkt fast wie tot, so als wäre in dem Moment etwas von ihr mit gestorben. Sie rührt sich kaum. Ihr Gesicht ist leer und hoffnungslos. Niemand kommt an sie ran, selbst Danara und ich nicht! Die Kleinen habe ich zu ihren Großeltern gebracht, ich hab es nicht übers Herz gebracht, ihnen zu sagen, dass ihr Bruder wahrscheinlich nie wieder zurückkommt. Außerdem will ich nicht, dass sie sehen, wie schlecht es ihrer Mutter geht.“ Q saß nun da, wie gebrochen. „Jean-Luc, Sie sind der Einzige, der mir eingefallen ist, der mir helfen könnte. Das ganze ist jetzt fast ein Jahr her… ich weiß mir keinen Rat mehr… bitte…“ Flehend sah Q den Captain der Enterprise an. Der schluckte. Es traf ihn tief, was er da soeben gehört hatte. Schließlich war er es gewesen, der Jenny und Q getraut hatte. Er hatte die Zwillinge praktisch aufwachsen sehen, denn sie waren oft bei ihm auf der Enterprise gewesen. Lange Zeit hatten beide sogar auf der Enterprise gelebt, um das Leben der Menschen besser kennenzulernen. Darauf hatte Jenny bestanden, nachdem die Kinder halbwegs erwachsen waren. Und nun war Julian fort. Wie sehr musste es Jenny getroffen haben, ihren erstgeborenen Sohn sterben zu sehen!

Picard hob den Blick und sah Q an: „Wie kann ich Ihnen helfen Q? Ich bin kein Arzt oder Psychologe!“ „Bitte begleiten Sie mich ins Kontinuum, Jean-Luc, vielleicht erreichen Sie ja etwas, immerhin hält Jenny sehr viel von Ihnen.“ „Also gut“, sprach Jean-Luc.

Im nächsten Augenblick standen Jean-Luc und Q auf einer Terrasse mit herrlichem Ausblick. Picard staunte nicht schlecht. „Wunderschön ist es hier, kein Wunder, dass Jenny hier glücklich war.“, sprach er leise. Q lächelte gequält. Beide drehten sich nach links, wo ein einsamer Rollstuhl stand. In diesem saß eine sehr blasse, sehr ernst dreinblickende Jenny. Erschüttert nahm Picard das Bild in sich auf. Dann trat er langsam auf sie zu. „Hallo, Jenny.“, grüßte er sie freundlich, „Ich freue mich sehr, Sie endlich einmal wiederzusehen.“ Von Jenny kam keine Reaktion. Sie starrte weiterhin geradeaus, ohne irgend etwas um sich herum wahrzunehmen. „Verstehen Sie nun, was ich meine?“, sagte Q traurig. So geht das schon seit fast einem Jahr. Es ist als würde sie nichts mehr mitbekommen. Sie vegetiert praktisch nur noch vor sich hin!“ Hilflos sah er Picard an. „Was mach ich nur? Wie hole ich sie ins Leben zurück?“

„Kommen Sie mit, Q“, erwiderte Picard, Q am Arm mit sich ans andere Ende der Terrasse ziehend, wo sich eine Sitzgruppe befand. Er drückte Q in einen Sessel und ließ sich selbst neben ihn in einen Sessel fallen.

„Q, ich bin kein Experte und kann deshalb auch nicht dafür garantieren, dass es funktioniert, aber wir brauchen eine Person, die Jenny sehr nahe steht, der sie bedingungslos vertraut und die vor allem nichts mit der Katastrophe zu tun hatte. Gibt es eine solche Person? Was ist mit ihrer Familie?“ Q schüttelte mit dem Kopf: „Ihre Familie war schon hier, die haben leider auch nichts erreicht. Ihre Mutter war richtig geschockt, es tat mir fast leid, meinen Schwiegereltern überhaupt davon erzählt zu haben, ich hätte ihnen das vielleicht wirklich ersparen sollen.“ „Dann weiß auch ich mir keinen Rat.“, sagte Jean-Luc resigniert.

Plötzlich sprang Q auf: „Natürlich! Das ist es! Wieso bin ich nicht schon früher darauf gekommen?!“ Irritiert sah Captain Picard Q an. „Wovon sprechen Sie, Q?“, fragte er dann. Q lächelte zuversichtlich: „Es gibt da jemanden…Julian Berger, der könnte vielleicht etwas erreichen!“ Verblüfft über Qs Stimmungswandel sah Picard ihn an. „Wer ist Julian Berger und inwiefern sollte er Jenny helfen können?“, fragte er.

Q stand auf, ging ins Haus und kam wenige Minuten später mit einem Bild in der Hand wieder und reichte es Captain Picard: „Das ist Julian Berger, ihn und Jenny verbindet eine sehr tiefe Freundschaft, die beiden könnten glatt Geschwister sein, so ähnlich sind sie sich. Er hat ihr damals bei ihrer Scheidung beigestanden, er ist ja auch der Patenonkel der ersten Zwillinge. Jenny hängt sehr an ihm, wenn einer sie zurückholen kann, dann er.

Picard sah Q überrascht an: „Wieso weiß ich dann nichts von ihm? Denn ich kann mich nicht erinnern, ihn auf eurer Hochzeit gesehen zu haben.“ „Ach, das ist schnell erklärt.“, antwortete Q, „Zum einen konnte er damals nicht weg und zum anderen wollten Jenny und Julian ihren Kontakt geheim halten, nur ich wusste bisher davon.“ „Gut, dann sollten Sie zu Julian gehen und ihm erzählen was passiert ist, vielleicht kann er ja wirklich etwas für Jenny tun.“, sprach Picard.

Q nickte und brachte Jean-Luc Picard erst einmal zurück auf die Enterprise, verschwand und tauchte auf der Erde im Jahre 2019 wieder auf.

Es war mitten in der Nacht. Wieder einmal saß Julian an seinem Schreibtisch und arbeitete. Er hatte einige Aufträge, die so schnell wie möglich fertig sein mussten und deshalb legte er mal wieder eine Nachtschicht ein. Sie waren selten geworden, die Nachtschichten, denn er machte diesen Job nur noch nebenher, weil er Spaß daran hatte, darauf angewiesen war er als erfolgreicher Krimiautor längst nicht mehr. Plötzlich bemerkte er aus den Augenwinkeln einen Blitz und hob instinktiv den Kopf.

„Hallo, Q, wo kommst du denn mitten in der Nacht her?!“, fragte er überrascht. „Hallo, Julian, leider hat mein Besuch heute nichts Erfreuliches.“, erwiderte er traurig. Fragend sah Julian ihn an. „Wieso, was ist denn passiert?“, wollte er neugierig wissen. Q lehnte sich an den Schreibtisch, sah Julian traurig an und sagte: „Unser Julian ist verschwunden, keiner weiß, ob er überhaupt noch lebt und Jenny…“ Er stockte. Julian sprang auf: „Waas? Wie, er ist verschwunden und was ist mit Jenny??“ Q atmete tief durch und erzählte Julian dann zitternd die ganze Geschichte. Dieser ließ sich geschockt auf seinen Schreibtischstuhl fallen. „Das gibs nicht!“, rief er aus „Julian war vorher noch bei mir und hat mir erzählt, dass er zu Aldo wollte.“ Q horchte auf: „Hat er dir erzählt, was sie vorhatten?“ „Ja, er sprach davon, dass sie auf einen unbekannten Planeten runter wollten, weil das Volk dort wohl eine sehr seltsame Sprache spricht und Aldo wollte die erforschen und gleichzeitig erlernen, da das Volk wohl der Föderation beitreten will.“ Q seufzte: „Ich fürchte, von dem Volk ist nicht viel übrig geblieben, der ganze Planet ist ja quasi in einem Feuerball verschwunden.“ „Und Jenny? Wie geht es ihr? Wieso ist sie nicht mitgekommen?“, wollte Julian alarmiert wissen. „Genau deshalb bin ich hier, Julian. Jenny lebt zwar noch, aber weder spricht sie, noch rührt sie sich, es ist, als wäre sie in einer anderen Welt. Ich hatte gehofft, du könntest mir vielleicht helfen, sie zurückzuholen.“, antwortete Q leise. Julian sah ihn erstaunt an: „Iiich?? Was kann ich denn schon tun?“ „Bitte, Julian, du bist meine letzte Hoffnung, Jenny liebt dich wie einen Bruder, sie vertraut dir, sie hat immer davon gesprochen, wie sensibel und einfühlsam du bist, wenn sie jemand wieder ins Leben zurückführen kann, dann du.“ Lange sah Julian den Mann seiner Wahlschwester an. „Also gut, ich versuchs, aber versprechen kann ich nichts.“, sagte er dann. „Mehr erwarte ich auch nicht von dir“ erwiderte Q dankbar und nahm ihn mit ins Kontinuum.

In ihrem Haus am Strand angekommen, brachte Q seinen Gast sofort zu der apathischen, in einer Ecke in ihrem Rollstuhl sitzenden Jenny. Julian war erschüttert, sie so zu sehen. „Jenny, was musstest du ertragen?“, flüsterte er leise. Von Jenny kam wieder keine Reaktion. Q verließ den Raum, er konnte dieses Bild kaum noch ertragen. Stattdessen sorgte er in der Zwischenzeit dafür, dass Julian ein gemütliches Zimmer bekam. Denn eines war ihm klar: Es konnte lange dauern, bis Julian es schaffte, bei Jenny eine Reaktion hervorzurufen.

So vergingen 4 Wochen. Jeden Tag setzte sich Julian zu Jenny und sprach mit ihr. Er erzählte ihr von Larissa und den Kindern, von ihren gemeinsamen Gesprächen, die sie früher noch über das Internet geführt hatten, von den lustigen Streichen, die sie dem einen oder anderen gespielt hatten. Obwohl Jenny immer noch keine Reaktion zeigte, verlor er nicht die Geduld. Abends, wenn sie Jenny gemeinsam ins Bett gebracht hatten, unterhielten sich Q und Julian lange und ausführlich. Julian erzählte Q von Jenny, wie sie früher gewesen war, bevor sie in die Zukunft geholt wurde.

„Ich hätte nie gedacht, dass es einen schüchterneren Menschen geben könnte, als mich! Aber sie hat mich noch um Weiten getoppt.“, erzählte Julian einmal. Q grinste: „Irgendwie fällt mir schwer, das zu glauben, mir kam sie eher wie eine Löwin vor.“

„Ja, das war die andere Seite von ihr. Wenn es um Gerechtigkeit ging, oder einfach darum, jemandem zu helfen, dann konnte sie unheimlich stark wirken. Aber eigentlich war sie das nicht. Aber das habe ich sehr spät erst begriffen.“ Versonnen nickte Q: „Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Wenn ich nur wüsste, womit wir sie aus der Reserve locken könnten.“

Auf einmal leuchteten Julians Augen auf: „Na klar! Wieso sind wir nicht schon früher darauf gekommen, das ist so simpel!“ „Was denn? Hast du eine Idee?“, fragte Q überrascht. „Ähm jaa… das könnte vielleicht was bringen… Jenny hat doch früher, wenn es ihr richtig schlecht ging, immer ihre Lieblingsmusik gehört. Man hatte dann den Eindruck, als wäre sie ganz weit weg.. hat mir damals jedenfalls Aldo erzählt, armer Kerl…“ murmelte Julian. Q nickte: „Stimmt, das hat sie auch jetzt immer noch gemacht… also probieren wir das doch mal aus. Aber mit welcher Musik fangen wir an?“ Julian lächelte: „Ich hab das so eine Idee…“

Am nächsten Morgen dann durchwühlte Julian Jennys Mp3-Sammlung und siehe da: er fand, was er suchte. Er nahm ihren Mp3-Player, kopierte ein paar Mp3s darauf und ging dann damit nach draußen zu Jenny. Er hatte den Player an einen Lautsprecher angeschlossen, damit er ihr keine Kopfhörer aufsetzen musste und dann ertönte leise melancholische Musik. Zuerst passierte gar nichts. Aber dann, nach etlichen Titeln sah er plötzlich, wie ihr Tränen die Wangen herunterliefen. Jenny weinte. Julian rief sofort nach Q, und der staunte nicht schlecht. Beide waren sich aber nicht sicher, ob das nun ein gutes Zeichen war, oder nicht. Q setzte sich zu ihnen. Sowohl Q, als auch Julian nahmen jeweils eine Hand Jennys in die ihre. Q beugte sich zu Jennys Ohr und flüsterte leise: „Jenny, komm zurück mein Liebling, rede wieder mit uns, wir brauchen dich doch!“ Julian drückte nur Jennys Hand. Genauso wie Q standen auch ihm Tränen in den Augen. Und dann spürte Julian, wie Jenny seine Hand drückte. Überrascht sah er auf, sah in ihr Gesicht und sah, dass sie ihn ansah!

„Schau mal!“, rüttelte er den trauenden Q aus seiner Versunkenheit. Q sah seiner Frau ins Gesicht. Diese sah ihn liebevoll an, dann brach sie endlich in Tränen aus und warf sich in Qs Arme. „Julian..er..er ist tot.“, schluchzte sie. Beruhigend strich ihr Q über den Rücken. „Ich weiß, Liebes..“ Nun weinte auch er, vor Trauer um seinen verlorenen Sohn und vor Erleichterung, endlich seine Jenny wiederzuhaben. Auch Julian wischte sich verstohlen die Tränen aus den Augen, dann räusperte er sich. Jenny wandte sich zu ihm um und schloss ihn wortlos in die Arme. Als sich alle drei wieder etwas beruhigt hatten, sprach Jenny leise, an Julian gewandt: „Danke, mein Freund, du hast mir wahrscheinlich das Leben gerettet. Ich habe alles mitbekommen, was geschehen ist, habe meine Eltern gehört, Captain Picard, Dany, Jessy…und Q, mein armer, liebster Q..wie sehr hat er meinetwegen gelitten! Aber ich war unfähig zu reagieren, fühlte mich wie tot. Wusste nicht, wie ich mit den Bildern weiterleben sollte.“

Julian strich ihr sanft über den Kopf: „Ist schon ok, Schwesterchen, immer wieder gerne.“, sagte er lächelnd. „Aber was genau ist dort eigentlich passiert?“, fragte er dann. „Das wüsste ich allerdings auch gerne.“, schloss sich Q ihrem Freund an. Jenny schluckte: „So ganz genau weiß ich das nicht, dafür ging alles viel zu schnell. Vielleicht sollten wir uns mal mit Captain Archer unterhalten. Der müsste ja eigentlich wissen, was wirklich passiert ist.“

Jonathan Archer stand auf der Brücke, sah fassungslos zu den Sternen hinaus und versuchte, zu verarbeiten, was er gerade gesehen hatte. Wo sich eben noch ein bewohnter Planet befunden hatte – war nun – Leere, nichts als gähnende Leere. Hoshi Sato sah ihn entsetzt an. „Das kann doch nicht wirklich passiert sein, was ich da gerade gesehen habe, oder?“, fragte sie bang. „Doch, leider war das kein Albtraum, sondern bittere Realität, Hoshi.“, erwiderte er tonlos.

Er hatte schon viel erlebt, aber das war so ziemlich das Schockierenste, was ihm bisher untergekommen war. In diesem Moment kam Trip zur Tür herein. Captain Archer sah ihn fragend an. Dieser schüttelte resigniert mit dem Kopf. „Nichts, rein gar nichts, haben wir gefunden, keine Leichen, keine Spuren, keinen Hinweis darauf, was genau geschehen ist.“, sagte er leise.

Archer ließ sich in seinen Sessel sinken. Wie sollte er das seinen Freunden erklären? Noch während er darüber nachdachte, sah er einen kurzen Blitz und dann standen Q, Jenny und ein weiterer Mann vor ihm. Schweren Herzens erhob sich Captain Archer und ging auf seine Freunde zu. Sie schüttelten sich die Hände und sahen sich stumm an.

Jenny stellte Julian vor, dann begaben sich alle in Archers Quartier, um in Ruhe reden zu können. „Q, sind Sie vielleicht in der Lage, mir zu sagen, was da draußen geschehen ist?“, fragte er dann langsam. „Nein, wir hatten gehofft, dass Sie uns das sagen könnten.“, erwiderte er. „Leider tappen wir völlig im Dunkeln. Ich war ja eigentlich dagegen, dass Julian mit dem Team mitgehen sollte, aber er hat nicht locker gelassen, also habe ich es ihm schließlich erlaubt, in dem Glauben, er könne besser auf sich aufpassen, als wir alle“ fing er an zu erklären. „Wir wissen nur, dass sie sicher auf dem Planeten gelandet sind. Das es dort zwar Leben gab, dass aber keinerlei Bedrohung darstellte. Dann ging plötzlich alles ganz schnell. Es gab eine riesige Explosion und der Planet löste sich komplett auf. Wir haben alles, wirklich ALLES im Umkreis von zwei Lichtjahren abgesucht, in der Hoffnung, Julian habe es vielleicht geschafft, das Team zu retten – aber - Nichts.“ Resigniert ließ Jonathan den Kopf hängen.

Jenny schluchzte: „Wo mögen Julian und Aldo nur sein? Ich spüre doch, dass sie noch leben!“ Tröstend nahm Q seine Frau in die Arme. „Wir werden sie finden, das verspreche ich dir!“

Zurück auf der Brücke, nahm Jenny die weinende Hoshi in die Arme. Sie versprach ihr, Aldo zu finden und ihr wiederzubringen, koste es, was es wolle. Unverrichteter Dinge kehrten sie dann auf die Enterprise zu Captain Picard zurück, wo sie bereits sehnsüchtig erwartet wurden.

Blendend weißes Licht erstrahlte plötzlich im Hangardeck 2 der USS Concordia. Sobald das Licht verschwand blieben zwei Gestalten zurück, von denen einer sehr schwer verletzt war. Leblos lag er vor dem anderen. Im nächsten Augenblick wurde bereits Eindringlingsalarm ausgelöst, nachdem die Sensoren die beiden Gestalten registriert hatten, die unautorisiert an Bord gekommen waren. Kurz darauf summte es bereits um die beiden Unbekannten herum. Julian wusste sofort, dass es nur Kraftfelder aus Energie sein konnten, die die Eindringlinge an Ort und Stelle festhalten sollten. Er ignorierte das Kraftfeld und blickte stattdessen voller Sorge auf seinen bewusstlosen Begleiter hinab, dessen Uniform zum Teil zerfetzt und verbrannt war, was auch den Großteil seiner Haut betraf. Von seinen Haaren war nichts übriggeblieben. Es ging alles so verdammt schnell! Entschlossen rief Julian so laut er nur konnte um Hilfe.

Fast lautlos glitten die Türhälften auseinander und mehrere Uniformierte betraten den Hangar. Es dauerte nicht lange, bis der Erste von ihnen die beiden Fremden zwischen den Shuttles entdeckte. „Ich habe sie gefunden!“, rief Lieutenant Ronaldo Mancuso, „Einer von ihnen ist sehr schwer verletzt. Der muss sofort in die Krankenstation gebeamt werden, damit seine schweren Verbrennungen sofort behandelt werden. Deaktiviert sofort das Kraftfeld und Notfalltransport auf die Krankenstation durchführen.“ Mehrere Gestalten versammelten sich um die beiden Fremden. Julian kannte die Uniformen nicht, die sie trugen. Aber sie erinnerten ihn ein wenig an die Uniformen der Sternenflotte. In Bruchteilen von Sekunden wurde das Kraftfeld deaktiviert und der Verletzte wurde in die Krankenstation gebeamt. Mancuso trat an den zurückgebliebenen Fremden heran, der sich ihm gegenüber zu seiner vollen Größe aufrichtete. „Sind Sie verletzt?“, fragte Ronaldo. „Nein, mir geht es gut.“, antwortete der Fremde mit wohlklingender Stimme, „Aber Onkel Aldo hat es sehr übel erwischt. Er versuchte, mein Leben zu retten. Könnten Sie mich bitte sofort zu ihm bringen? Ich bin übrigens Julian Q.“

„Ich glaube nicht, dass es im Moment Sinn macht, Mr. …“, begann Mancuso, „…Q dürfte wohl nicht Ihr vollständiger Name sein, oder?“ „Doch.“, antwortete Julian trocken, „Das ist mein richtige Name, Sir.“ Ronaldo blickte den Neuankömmling zweifelnd an, schüttelte dann den Kopf. „Das liegt daran, dass ich ein Q bin.“, fügte Julian hinzu, ohne seine Miene zu verziehen. „Okay, das können wir auch noch später klären.“, meinte Mancuso unbeeindruckt, „Genauso wie Sie hierher gekommen sind. Ich werde Ihrer Bitte entsprechen und Sie erst mal zur Krankenstation bringen. Dort können Sie sich nach Ihrem Onkel erkundigen.“ „Einverstanden.“, erwiderte Julian erleichtert und Ronaldo befahl den anderen Männern, sich wieder zurückzuziehen. Kurz darauf verließen sie das Hangardeck.

„Wie sind Sie eigentlich auf unser Schiff gelangt?“, erkundigte sich Ronaldo, während sie nebeneinander zum Turbolift gingen. Julian warf den hochgewachsenen muskulösen Terraner einen kurzen Blick zu, der dem jungen Q gegenüber eine einladende Handbewegung machte, als die Lifttüren aufgingen. „Nun…“, begann Julian vorsichtig, „Da ich es Ihnen über kurz oder lang sowieso verraten muss, sage ich Ihnen gleich die Wahrheit. Ich weiß es nicht. Von einem Moment zum nächsten waren Onkel Aldo und ich plötzlich hier, nachdem dieses komische Ding uns um die Ohren flog.“ Im Lift warf der Schwarzhaarige Julian einen zweifelnden Blick zu, der dem Q nicht verborgen blieb. Die Kapsel setzte sich sofort in Bewegung, nachdem Mancuso das Zieldeck angegeben hatte. „Sie glauben mir nicht, nicht wahr?“, stellte Julian mit ernster Miene fest. „Nein.“, gestand der Terraner, „Aber vielleicht möchten Sie das auch lieber dem Captain als mir erzählen.“ Bevor Julian etwas erwidern konnte, hielt der Turbolift lautlos und die beiden Männer verließen die Kapsel. Auf dem Weg zur Krankenstation informierte Ronaldo Captain Sundrak über die beiden Neuankömmlinge.

„Ich würde Ihnen sehr gern erzählen, was passiert ist, aber ich muss selbst erst mal begreifen, was da eigentlich geschehen ist.“, gab der junge Q zu, „Ich mache mir große Sorgen um Onkel Aldo, der momentan dem Tode näher sein dürfte als dem Leben.“ „Das verstehe ich.“, meinte Mancuso verständnisvoll, als sie gemeinsam die Krankenstation betraten, „Wir klären den Rest später, sobald wir wissen, wie es Ihrem Onkel geht.“

Auf der anderen Seite öffnete sich die Tür und Doktor Tyler kam aus dem Nebentrakt, der zur Intensivstation gehörte. Interessiert sah er die beiden Neuankömmlinge an. „Was kann ich für Sie tun, Gentlemen?“, erkundigte er sich. Mancuso wies auf den jungen Fremden, als er antwortete. „Das ist Julian Q.“, sagte er mit ernster Miene, „Er möchte wissen, wie es seinem Onkel geht.“ Frank blickte den dunkelhaarigen Mann an. „Sind Sie mit ihm verwandt oder verschwägert?“, wollte der terranische Mediziner wissen. Julian verneinte. Tyler zuckte mit den Schultern. „Es tut mir Leid.“, brummte er ein wenig grimmig, „Aber dann darf ich Ihnen keine Auskunft geben.“ Bevor Ronaldo oder Julian noch etwas antworten konnten, griff Doktor Tyler nach einem medizinischen Instrument und verschwand wieder durch jene Tür, aus der er gerade gekommen war.

Julian gab einen tiefen Seufzer von sich. „Machen Sie sich nichts draus.“, meinte Mancuso trocken, „Aber im Prinzip hat er Recht.“ „Das interessiert mich im Moment reichlich wenig, ob er Recht hat oder nicht.“, gab der junge Q etwas unwirsch zurück, „Ich möchte nur wissen, wie es Onkel Aldo geht.“ „Ich dachte immer, im vierundzwanzigsten Jahrhundert wären die Ärzte nicht mehr so…so…“, Julian gestikulierte etwas hilflos, weil ihm nicht das richtige Wort einfallen wollte, „…irgendwie…verdammt, jetzt fällt mir nicht der richtige Ausdruck ein…!“ Fassungslos schüttelte der dunkelhaarige Q den Kopf. „Von den Ärzten, die an Bord von Sternenflottenschiffen ihren Dienst tun, hätte ich etwas mehr Verständnis und Einfühlungsvermögen erwartet.“, meinte Julian, „Ich glaube, darüber sollte ich mich mal mit Mama und Papa etwas ausführlicher unterhalten.“ „Wer hat denn gesagt, dass Sie sich auf einem Schiff der Sternenflotte aufhalten?“, fragte jemand hinter Mancuso und dem jungen Q.

Beide wandten sich sofort zu jenem Mann um, den sie beide nicht reinkommen hörten. Vor ihnen stand ein schwarzhaariger, muskulöser Hüne, der definitiv kein Terraner war. Die Rangabzeichen an seiner Uniform wiesen ihn als Captain aus. Sofort salutierte Ronaldo pflichtgemäß. Die Miene des Mannes blieb ausdruckslos, als Lieutenant Mancuso seinen Vorgesetzen kurz berichtete, was passiert war. Schweigend hörte Julian zu, während Tarūni Sundrak seinem Untergebenen aufmerksam zuhörte. Es dauerte nicht lange und die Tür zur Intensivstation öffnete sich wieder. Doktor Frank Tyler kam herausgeeilt.

„Wie geht es denn seinem Onkel?“, erkundigte sich der Captain der Concordia bei dem terranischen Arzt. Frank war sich nicht sicher, ob er die Wahrheit in Gegenwart des Fremden sagen durfte oder nicht. Deshalb entschied er sich, Sundrak aufzufordern, ihn zu begleiten, was der schwarzhaarige Hüne auch tat. Mancuso und Julian blieben zurück. „Ich fürchte, das wird wohl noch ein Weilchen dauern, bis Sie zu Ihrem Onkel können.“, meinte Ronaldo nachdenklich, als sie gemeinsam auf die geschlossene Tür zur Intensivstation sahen.

Julian warf dem terranischen Lieutenant einen kurzen Seitenblick zu. Dann nickte er. „Okay, vielleicht haben Sie Recht.“, gestand er nachdenklich. „Kommen Sie.“, forderte Mancuso Julian auf, „Wir setzen uns in den kleinen Nebenraum und Sie erzählen mir in der Zwischenzeit, was eigentlich passiert ist.“ Beide betraten zusammen einen kleinen Raum, in dem mehrere bequeme Stühle an einem kleinen Tisch standen und setzten sich. Ronaldo sah den jungen Q abwartend an. Julian erwiderte den Blick des Mannes und gab ein tiefes Seufzen von sich.

„Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.“, gestand Qs Sohn. „Dann erzählen Sie doch einfach von Anfang an.“, schlug Mancuso mit freundlicher Miene vor, „Dann klären sich einige Fragen von selbst.“ Zweifelnd sah Julian Ronaldo an, doch dieser nickte ihm nur aufmunternd zu. „Gut, dann werde ich Ihnen berichten, was geschehen ist.“ Doch bevor Julian beginnen konnte, betraten Heilerin Pambāta Tajhōri, Doktor Frank Tyler und Captain Sundrak den kleinen Raum. Der Captain nahm an dem kleinen Tisch Platz, während der terranische Arzt und die Heilerin direkt an der Tür stehenblieben.

„Wie geht es Onkel Aldo?“, fragte Julian sofort und sah besonders Doktor Tyler voller Sorge an. Doch bevor er antworten konnte, ergriff bereits die Blonde das Wort. „Sein Zustand ist nach wie vor lebensbedrohlich.“, sagte sie mit ernster Miene, „Momentan sind seine Überlebenschancen auf Grund der schweren Verbrennungen und der starken inneren Verletzungen sehr gering. Es sei denn, wir würden umgehend eine Therapie bei ihm anwenden, die wir noch nie zuvor bei einem Terraner durchgeführt haben.“ „Was für eine Therapie wäre das denn?“, wollte Julian wissen. „Nun, die Therapie besteht aus mehreren Schwerpunkten.“, erklärte die Heilerin, „Der eine Punkt wäre die Korrektur seiner DNA. Das heißt, wir würden seine gesamte beschädigte DNA mittels modernster Nanotechnologie durch intakte DNA austauschen. Ihr Onkel ist aber Terraner und es fehlt uns leider die Zeit, um die Naniten speziell für diesen Notfall umzuprogrammieren. Deshalb würden sie seine DNA nach aldanischem Vorbild reparieren und das fehlende Material entsprechend ergänzen. Wenn wir sein Leben retten wollen, muss so schnell wie möglich eine Entscheidung getroffen werden. Die Vorbereitungen für den Eingriff sind bereits abgeschlossen und wir können sofort mit der Behandlung beginnen. Je früher wir anfangen, umso besser sind die Überlebenschancen für ihn.“ Alle sahen Julian an. „Was würde geschehen, wenn Sie die Naniten vorher umprogrammieren würden?“, fragte der junge Q. „Dann wird er noch innerhalb dieser Stunde sterben.“, gestand die Heilerin schonungslos, „Im Grunde genommen hat er keine Chance mehr zu überleben, wenn wir mit der Therapie nicht sofort beginnen.“ Julian seufzte. „Ich kann das doch nicht entscheiden!“, meinte er verzweifelt, „Dazu bin ich doch nicht befugt. Das müsste eigentlich seine Lebensgefährtin machen. Aber ich will auch nicht ohne ihn zurückkehren.“

Der junge Q sah in die Runde. Niemand sagte etwas. Er wusste, dass er die Entscheidung allein treffen musste und die Anwesenden ihm dabei nicht mehr helfen konnten. Die aldanische Heilerin hatte alles gesagt, was sie ihm sagen konnte und durfte. Er hatte sich noch nie so einsam und hilflos gefühlt wie in diesem Moment. „Im Grunde genommen habe ich gar keine Wahl, weil ich nicht will, dass er stirbt.“, entschied Julian, „Retten Sie Onkel Aldo.“ Sofort verließen die Heilerin und der terranische Arzt den Raum, nachdem der hünenhafte Kommandant wortlos nickte.

„Das war die beste Entscheidung, die Sie treffen konnten.“, sagte Captain Sundrak und sah dabei Julian aufmunternd an. Dieser seufzte. „Danke.“, erwiderte der junge Q, in dessen Stimme Sorge mitschwang, „Aber das war ja auch die einzige Option, die ich hatte. Ich kann ihn doch nicht so einfach sterben lassen. Trotzdem mache ich mir Sorgen, was passieren wird, wenn Onkel Aldo nicht überlebt.“ „Er wird überleben.“, versicherte der schwarzhaarige Hüne, „Diesbezüglich habe ich vollstes Vertrauen in unser medizinisches Team. Sie werden alles tun, was in ihrer Macht steht, um Ihren Onkel zu retten. Es wäre nicht das erste Mal, dass Heilerin Tajhōri und Doktor Tyler aussichtslos erscheinende Fälle erfolgreich behandelten.“ Nachdenklich blickte Julian zur Tür. Dann sah er wieder den Captain und Mancuso an. Die Mienen der beiden Männer waren unverbindlich. „Ich bin immer noch etwas durcheinander.“, gestand Julian nachdenklich, „Das Ganze passierte so schnell.“ Er machte eine kurze Pause, bevor er fortfuhr. „Am liebsten möchte ich mich etwas ausruhen, um wieder einen klaren Gedanken fassen zu können.“, sagte Julian. Der schwarzhaarige Hüne nickte. „Also gut.“, sagte Sundrak entschieden, „Lieutenant Mancuso, bringen Sie unseren Gast in ein Gästequartier.“ Zu dem jungen Q gewandt sagte er: „Ruhen Sie sich dort etwas aus. Wir werden das Gespräch zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen, sobald wir wissen, wie die Behandlung bei Ihrem Onkel anschlägt.“ Julian dankte dem Captain der Concordia, bevor er zusammen mit Ronaldo den Raum verließ.

Julian sah nachdenklich aus dem Fenster in die unendliche Schwärze des Alls. Unzählige Gedanken rasten ihm durch den Kopf. Die Sorge um Aldo lastete schwer auf den jungen Q. Ihn wurmte es, untätig herumsitzen zu müssen und zum Nichtstun verdammt zu sein. Immer noch fragte er sich, wohin es Aldo und ihn verschlagen hatte. „Computer.“, sagte er mit fester Stimme, „Wo bin ich hier?“ „Sie befinden sich in einem Gästequartier.“, antwortete eine feminin klingende Prozessorstimme. Julian seufzte. „Das weiß ich.“, erwiderte der junge Q etwas unwirsch, „Aber das wollte ich auch nicht wissen, sondern auf welchen Schiff befinde ich mich hier?“ „Sie befinden sich an Bord der USS Concordia.“, lautete die Antwort des Computers. „Ist die USS Concordia ein neues Schiff der Föderation?“, erkundigte sich Julian. „Negativ.“, antwortete der Computer monoton. „Wenn die Concordia kein Föderationsschiff ist.“, sagte der junge Q, „Zu welcher Flotte gehört sie dann?“ „Die USS Concordia ist ein Schiff der aldanischen Raumflotte.“, erhielt Julian vom Computer zur Antwort. „Okay, dann haben wir schon diesen Punkt geklärt.“, meinte er trocken. „Und wie lautet das aktuelle Datum?“, wollte Julian wissen. „Spezifizieren Sie.“, forderte der Computer. Julian schüttelte den Kopf und gab einen weiteren Seufzer von sich. „Ich möchte die aktuelle Sternzeit wissen.“, erklärte der junge Q, „In welchem Jahrhundert befinde ich mich hier?“ Bevor der Computer seine Frage beantworten konnte, fügte Julian eine weitere Spezifikation hinzu: „Gib mir die Zeitangabe nach Föderationsmessung.“ Zufrieden hörte Julian die Antwort des Computers.

Stunden später summte der Tischkommunikator im Bereitschaftsraum. Sundrak aktivierte das Gerät und auf dem Schirm erschien das Gesicht der Heilerin. Die blonde Aldanerin sah ein wenig müde aus. „Wie geht es Ihrem Patienten, Heilerin?“, fragte Sundrak. Ein schwaches Lächeln umspielte ihre Lippen, als sie antwortete. „Er liegt immer noch im Koma.“, sagte sie zufrieden, „Aber er ist auf dem Wege der Besserung. Die Naniten machen ganze Arbeit, obwohl sie nicht für diesen speziellen Fall umprogrammiert wurden. Innerhalb der nächsten beiden Tage dürfte seine Rekonvaleszenz abgeschlossen sein, wenn keine Komplikationen auftreten.“ Die junge Aldanerin machte eine kurze Pause, bevor sie ihrem Vorgesetzten weiterberichtete. „Das einzige, was vielleicht etwas problematisch werden könnte, ist, dass die Naniten dafür sorgen, dass der Mann anschließend mehr Aldaner als Terraner sein wird.“, fuhr die aldanische Medizinerin fort, „Deshalb wird es unabdingbar sein, dass er sich einer entsprechenden Nachbehandlung unterzieht, um mit seinem neuen Körper und den damit verbundenen Fähigkeiten umgehen zu lernen. Denn er wird von heute an telepathische und telekinetische Fähigkeiten haben. Außerdem ist seine Lebenserwartung auf Grund der Behandlung stark gestiegen. Immerhin ist von jetzt an seine DNA aldanisch und nicht mehr terranisch.“ „Wissen Sie schon, wie er die umfangreichen Veränderungen verkraften wird?“, wollte der Captain der Concordia wissen. „Das kann ich noch nicht sagen, Sir.“, gestand die Blonde, „Für eine derartige Prognose ist es noch zu früh. Nachdem wir ihn aus dem Koma holen, werden wir ihn langsam darauf vorbereiten. Wichtig ist es, dass er vorsichtig mit der neuen Lebensqualität vertraut gemacht wird. Sobald Mr. Rossmann begreift, dass er nicht mehr derselbe ist, wie vor der Katastrophe, wird sich seine Persönlichkeit rasch verändern und zwar in einer Art und Weise, die keiner abschätzen kann.“ „Wer wird sich denn um ihn kümmern, wenn er aus dem Koma erwacht?“, fragte der Captain der Concordia. „Ich werde mich mit einigen anderen Heilern zusammen um ihn kümmern und es wäre sehr gut, wenn Julian dabei wäre, wenn er aus dem Koma erwacht. Dann hätte er sofort ein vertrautes Gesicht vor sich, wenn wir mit ihm reden. Zusätzlich habe ich auch schon Counselor Ītakus Kollegin ,Counselor Darāna Marūni gebeten, uns bei der Nachbehandlung behilflich zu sein. Erst, wenn die Naniten ihr Werk beendet haben, werden wir ihn aus dem Koma holen.“ „Rufen Sie mich, wenn es soweit ist, Heilerin.“, sagte der schwarzhaarige Hüne, „Ich möchte dabei sein, wenn es soweit ist.“ „Aye aye, Sir.“, erwiderte die Blonde.

Zwei Tage später war es soweit. Die Behandlung durch die Naniten war abgeschlossen und Heilerin Pambāta Tajhōri entschied, den Patienten aus dem Koma zu holen. Julian Q, Captain Sundrak, Doktor Tyler und Counselor Marūni waren anwesend, als die blonde Heilerin Aldo aus dem Koma holte.

„Kommen Sie näher ans Medo-Bett, damit Ihr Onkel Sie sieht, wenn er die Augen aufmacht.“, wies Darāna Julian an, „Es ist besser, wenn er sofort ein bekanntes Gesicht sieht.“ Der junge Q trat ans Bett und sah auf den total veränderten Aldo herab. Julian fiel es wahnsinnig schwer zu glauben, dass der Mann auf dem Medo-Bett Aldo Rossmann war. Von den zahlreichen Verbrennungen war nichts mehr zu sehen. Das einzige, was ihm noch fehlte, waren seine Haare. Die moderne Medizin hatte ein regelrechtes Wunder vollbracht. „Er sieht so…anders aus.“, meinte Julian fassungslos, „Irgendwie sieht er jetzt nicht mehr wie ein Mensch aus. Vor allen Dingen seine Ohren und Augenbrauen sehen irgendwie anders aus.“ Die blonde Heilerin trat neben ihn und legte sanft eine Hand auf seine Schulter. „Das liegt daran, dass unsere Naniten seine komplette DNA umgeschrieben haben.“, erklärte sie leise, „Sie ist nicht mehr terranisch sondern aldanisch. Das Einzige, warum man noch feststellen kann, dass er eigentlich ein Mensch von der Erde ist, ist die Tatsache, dass in seinen Adern nach wie vor rotes statt blaues Blut fließt.“ „Trotzdem ist es wie ein medizinisches Wunder.“, flüsterte Julian leicht staunend, während sie alle den Patienten betrachteten, „Und das Ganze ging auch noch so unheimlich schnell.“ Dann war es soweit. Aldo öffnete seine Augen. Sofort fokussierte sich sein Blick auf Julian, der gleich erleichtert zu lächeln begann.

Der veränderte Terraner runzelte die Stirn, als er die Fremden um sich herum erblickte. Wer waren sie? Er hatte noch keinen von ihnen vorher gesehen. Dann merkte er, dass er sich in einem Raum befand, den er ebenfalls nicht kannte. Wo zum Henker war er? Wenig später beugte sich eine gutaussehende junge Frau mit sehr langen, blonden Haaren über ihn. Sie lächelte freundlich. War sie Romulanerin? „Wie fühlen Sie sich?“, fragte sie. Ihre Stimme hatte einen sehr angenehmen Klang. „Wie geht es dir, Onkel Aldo?“, wollte nun auch Julian wissen. Rossmann runzelte die Stirn. Er verzog das Gesicht. „Außer, dass ich im Moment wahnsinnige Kopfschmerzen habe, geht es mir ganz gut.“, gestand er. Sofort reagierte die Blonde. Im nächsten Augenblick spürte er etwas Kaltes an seinem Hals und es zischte leise. Kurz darauf verschwanden die Schmerzen wieder. „So, jetzt müssten die Schmerzen in Kürze nachlassen.“, sagte die Heilerin und sah den veränderten Terraner prüfend an. Er nickte und schluckte kurz darauf. Sein Mund war total trocken. „Sie sind schon fast weg.“, teilte er den Anwesenden mit, „Könnte ich bitte einen Schluck Wasser bekommen? Ich habe wahnsinnigen Durst.“ Im nächsten Augenblick bekam Aldo ein Glas Wasser gereicht. Der Mann, der ihm das Glas hinhielt, lächelte freundlich. Er trug dieselbe Uniform wie die blonde Frau. Dankbar nahm er das Glas an und trank begierig, bis er sich verschluckte und stark husten musste. „Na, na, wer wird denn gleich alles auf einmal runterkippen wollen?“, grinste Julian, der Aldo das Glas wieder abnahm. Der Angesprochene sah in die Runde und runzelte die Stirn. „Wer sind Sie und wo bin ich hier?“, wollte Aldo wissen und sah eine Gestalt nach der anderen an. Sein Blick blieb bei dem jungen Q hängen.

„Das ist eine sehr gute Frage, Mr. Rossmann.“, hörte Aldo eine kräftige, sonore Männerstimme vom Fußende seines Bettes her, „An was können Sie sich denn erinnern?“ Der Terraner sah den schwarzhaarigen Hünen an und schluckte bei seinem imposanten Anblick. Seine Muskeln zeichneten sich sehr deutlich unter der Uniform des Fremden ab und seine schulterlangen Haare glänzten seidig. Auch dessen Anblick erinnerte ihn an einen Romulaner und Aldo musste unwillkürlich schlucken. Der Fremde begann freundlich zu lächeln. „Sie brauchen keine Angst zu haben.“, sagte er, „Sie sind in Sicherheit. Ich bin Captain Sundrak und Sie befinden sich auf der Krankenstation der USS Concordia.“ „Sie sind keine Romulaner?“, fragte Aldo überrascht. „Nein, das sind wir definitiv nicht.“, erwiderte der hünenhafte Kommandant, „Wir sind Aldaner.“

„Also, woran erinnern Sie sich?“, fragte der Captain erneut. Aldo runzelte die Stirn, als er nachdachte. „Da war ein Artefakt.“, begann Rossmann, als er sich zu erinnern begann, „Es war in einer Höhle auf einem Planeten.“ Die Anwesenden schwiegen und warteten ab, bis der Genesende fortfuhr. „Auf dem Artefakt waren unendlich viele Schriftzeichen, die fast wie irdische Runen aussahen.“, erinnerte sich Aldo weiter, „Wir haben versucht, sie zu entschlüsseln.“ Dann sah er Julian an. „Hoshi hat einige Tontafeln mit auf die Enterprise genommen, um sie weiter zu übersetzen.“, überlegte Aldo laut, als ihm die letzten Bilder in Erinnerung kamen. Deutlich sah er die junge Asiatin vor sich, wie sie mit den Tontafeln ins Shuttle stieg und davonflog. Fragend sah er Julian an. „Das stimmt und wir beide blieben unten, um die Inschriften auf dem großen Monolithen genauer zu untersuchen.“, bestätigte der junge Q, „Hoshi hat die kleinen Tontafeln mitgenommen und…..“ „…übersetzt.“, ergänzte Aldo nachdenklich, „Sie enthielten eine Weissagung, die sich demnächst erfüllen sollte.“ Im nächsten Augenblick schreckte Rossmann auf. „Verdammt, die Inschriften…!“, entfuhr es Aldo voller Entsetzen, als er sich daran erinnerte, was ein Teil der Inschriften bedeutete, „Sie sind eine Warnung!“ Im nächsten Moment wollte er bereits vom Medo-Bett springen, als ihn Julian zurückhielt. Verständnislos sah er den jungen Q an. „Ich fürchte, es ist zu spät, Onkel Aldo.“, sagte Julian leise. Rossmann sah ihn voller Entsetzen an. „Dann ist…“, begann er, „…dann ist das Artefakt uns tatsächlich um die Ohren geflogen.“ Der junge Q nickte. „Ja und nicht nur das.“, bestätigte Julian niedergeschlagen, „Mit ihm ist uns der gesamte Planet um die Ohren geflogen.“ „Das verdammte Artefakt war eine Vorrichtung zur Energiegewinnung.“, erinnerte sich Aldo, „Aber das Teil wurde irgendwann manipuliert und ging hoch, als wir versuchten…“ Rossmann zögerte kurz, als ihm etwas einfiel. Rasch sah er Julian an. Dieser erwiderte seinen Blick. „Wie zum Teufel sind wir hierher gekommen?“, fragte Aldo unvermittelt, der etwas verwirrt die Stirn runzelte. „Nun…“, gestand Julian, „Als das ganze System hochging, warst du in einem mächtigen Feuerball verschwunden und im nächsten Augenblick wurden wir in ein grellweißes Licht gehüllt. Erinnerst du dich nicht daran, Onkel Aldo?“ Dieser verneinte. „Wovon sprichst du?“, entfuhr es Rossmann verständnislos, „Was für ein helles Licht?“ Julian zögerte kurz. „Nun ja….“, sagte er vorsichtig, „Anscheinend erinnerst du dich tatsächlich nicht. Wir wurden von einer Entität namens Narāja gerettet.“ „Einen Moment mal.“, sagte Sundrak überrascht, „Sind Sie sicher, dass die Entität Narāja hieß, die Sie beide rettete?“ Julian blickte den schwarzhaarigen Hünen ernst an. „Ja.“, antwortete er, „So hat sie sich uns gegenüber vorgestellt, bevor sie uns auf die Concordia brachte.“ „Julian“, sagte Aldo besorgt, „Was ist mit Hoshi und der Enterprise? Sind sie okay?“ Der junge Q sah Rossmann an. „Das weiß ich nicht.“, gestand er, „Darüber hat die Entität nichts verlauten lassen, als sie uns hierher brachte. Sie hat nur gesagt, dass du nicht sterben darfst, weil du deine Bestimmung noch nicht erfüllt hast. Das Ganze ging so verdammt schnell, als sie uns im Hangardeck der Concordia absetzte und sofort wieder verschwand.“ Aldo fluchte und sprang entschlossen vom Medo-Bett. „Ich muss sofort zu Hoshi.“, sagte er voller Sorge und sah Julian entschlossen an, „Ich muss sofort wissen, wie es ihr geht.“ Der hünenhafte Kommandant trat einen Schritt vor und schüttelte bedauernd mit dem Kopf. „Ich glaube nicht, dass das so leicht gehen wird.“, sagte er mit unbewegter Miene, „Von denen ist keiner mehr am Leben, denn Sie befinden sich mehr als zweihundert Jahre in der Zukunft.“ Fassungslos sah Aldo Rossmann den Captain der Concordia an. Er konnte nicht glauben, was er eben hören musste.

Fragend blickte Aldo Julian an, doch dieser nickte. „Er sagt die Wahrheit.“, bestätigte Julian, „Ich habe im Gästequartier den Computer nach unserem Aufenthaltsort und auch nach dem aktuellen Datum gefragt.“ Fassungslos schüttelte Aldo den Kopf. Es fiel ihm sehr schwer zu glauben, dass ihn das Schicksal noch weiter in die Zukunft katapultiert hatte. „Aber trotzdem muss ich zurück zu Hoshi und auf die Enterprise.“, insistierte Rossmann, „Sie denkt doch, wir wären tot.“ Sundrak sah den veränderten Terraner an.

Und wir werden einen Weg finden, Sie beide wieder zurückzubringen!, hörte Aldo deutlich die Gedanken des aldanischen Captains in seinem Kopf, Zumindest ist jetzt klar, wie die beiden ohne Probleme trotz aktivierter Tarnvorrichtung während des Warpfluges auf die Concordia gelangen konnten! Rossmann erschrak zutiefst. Verdammt, jetzt spinne ich wohl total!, dachte er bestürzt, Jetzt höre ich wohl schon Stimmen! Unwillkürlich begannen die beiden Aldanerinnen zu lächeln. „Nein, Sie spinnen definitiv nicht, Mr. Rossmann.“, erklärte die aldanische Counselor, „Sie hören keine Stimmen, sondern die Gedanken der anderen.“ Perplex sah Aldo die braunhaarige Frau an. „Sie sind ab heute ein Telepath.“, lächelte sie. „Ich bin was?“, fragte Rossmann verdattert. „Ich sagte, Sie sind ab heute ein Telepath.“, wiederholte die Counselor mit ernster Miene, „Und das ist nicht das Einzige, wie Sie bald feststellen werden. Sie sind ab heute auch telekinetisch veranlagt.“ Fassungslos sah Aldo von einem zum anderen. „Aber das ist völlig unmöglich!“, platzte es aus ihm heraus, „Ich bin nur ein Mensch. Über solche Fähigkeiten habe ich noch nie verfügt. Seit wann soll ich denn telepathische und telekinetische Fähigkeiten haben?“ „Nun ja, seit heute haben Sie diese Fähigkeiten.“, antwortete die Heilerin trocken. „Aber wie soll das denn möglich sein?“, fragte Aldo verständnislos. „Naja, eigentlich ist die Antwort etwas einfacher, als du ahnst, Onkel Aldo.“, begann Julian, „Wenn du willst, erkläre ich dir das.“ „Na, auf deine Erklärung bin ich mal gespannt.“, meinte Rossmann trocken und blickte dabei den jungen Q an, „Dann schieß mal los und erzähle mir bitte keinen Blödsinn.“ Sehr gern kam Julian Aldos Bitte nach. Innerlich musste Julian sogar schmunzeln, weil der Terraner aus der Vergangenheit ihn als einen absoluten Spaßvogel kannte. Schweigend und voller Interesse hörte Rossmann zu, während ihm der junge Q mit sehr ernster Miene berichtete, was, seitdem sie sich auf der Concordia befanden, geschehen war.

„Oh Mann, da bekommt man ja Kopfschmerzen, wenn ich das so höre.“, meinte Aldo nachdenklich, nachdem Julian geendet hatte, „Mit anderen Worten: Es ist nichts mehr so wie es mal war.“ „Exakt.“, bestätigte Pambāta Tajhōri, „über kurz oder lang werden Sie feststellen, dass Sie in Zukunft Fähigkeiten haben, die Sie sehr klug und sehr vorsichtig einsetzen sollten. Damit Sie mit Ihren neuen Fähigkeiten richtig umgehen lernen, ist es besser, wenn Sie noch eine Weile an Bord bleiben. Counselor Marūni und noch einige andere werden Ihnen helfen, damit Sie in Zukunft mit Ihren neuen Fähigkeiten umgehen können.“ Erwartungsvoll sahen alle Anwesenden Aldo an, der nachdenklich die Stirn runzelte. „Du solltest auf sie hören, Onkel Aldo.“, meinte Julian, „Solange wir hier sind, können sie dir helfen, wenn es mal Schwierigkeiten gibt.“ Unwillkürlich kratzte sich Rossmann am Hinterkopf und verharrte irritiert. „Meine Haare…!“, entfuhr es ihm verdattert, „Wo sind denn meine Haare?“ Julian unterdrückte ein Lachen. „Die sind bei der Katastrophe versengt worden.“, erklärte der junge Q, „Aber sie werden bestimmt nachwachsen.“ Aldo tastete seine Glatze ab. „Mannomann.“, sagte Rossmann ungläubig, „Jetzt habe ich keinen Hubschrauberlandeplatz mehr, sondern einen kompletten Flughafen für ganze Hubschrauberschwertransporter.“ Julian begann als erster laut los zu lachen und Aldo fiel in sein Lachen ein.

Noch am selben Tag begann die Nachbehandlung und Aldo Rossmann musste mit seinen neuen Fähigkeiten umgehen lernen. Julian half ihm dabei so gut es ging. Nur in einem Punkt konnte der junge Q ihm kaum helfen. Aldo hatte Angst vor den Veränderungen, die seine neuen Fähigkeiten mit sich brachten. Sowohl mit Captain Sundrak, Counselor Marūni und mit Heilerin Pambāta Tajhōri sprach er ausführlich über seine Sorgen. „Ich habe immer noch Angst, dass ich mich wegen der neuen Fähigkeiten zu meinem Nachteil verändere.“, gestand er eines Tages Captain Sundrak gegenüber im Bereitschaftsraum. „Wissen Sie, Mr. Rossmann.“, sagte der Hüne mit ernster Miene, „Betrachten Sie das als Ihre persönliche Herausforderung. Im Grunde genommen brauchen Sie keine Angst zu haben. Sie wurden auf die Concordia gebracht, weil Narāja der Auffassung ist, dass Sie noch etwas Wichtiges tun werden und das muss mit unserem Volk zu tun haben.“ „Mit Ihrem Volk, Captain?“, fragte Aldo, der sich das Ganze immer noch nicht vorstellen konnte, warum ausgerechnet ihn eine Entität das Leben rettete, „Irgendwie verstehe ich das alles noch nicht so ganz. Vom aldanischen Volk weiß ich erst, seitdem ich hier auf der Concordia bin. Für mich klingt das irgendwie nach Heldentum, aber ich bin kein Held und ich war es auch noch nie.“ Sundrak trat auf den jungen Terraner zu und sah ihm fest in die Augen. „Vielleicht sind Sie heutzutage noch kein Held und waren es bisher auch nicht.“, antwortete der schwarzhaarige Hüne bedächtig, „Aber anscheinend hat die Zukunft noch etwas Großes mit Ihnen vor und da Narāja Sie gerade auf mein Schiff brachte, muss es schon sehr wichtig sein, dass Ihr Leben gerade hier an Bord gerettet wurde. Deshalb bin ich mir sicher, dass Sie den richtigen Weg gehen werden.“ Aldo wollte etwas erwidern, doch der Captain unterbrach ihn. „Machen Sie sich nicht mehr so viele Gedanken, Mr. Rossmann.“, sagte Sundrak beruhigend, „Versuchen Sie Ihr neues Leben zu genießen. Wenn die Zeit gekommen ist, werden Sie verstehen, was das Schicksal von Ihnen erwartet. Denken Sie daran, dass die Zukunft ein Buch ist, dass noch nicht geschrieben wurde.“

Zweifelnd sah Aldo den schwarzhaarigen Hünen an, der ans Fenster trat. „Kommen Sie, Mr. Rossmann.“, sagte der Captain der Concordia, „Kommen Sie und sehen Sie mal hinaus.“ Der Terraner trat neben den großen Aldaner und sah hinaus in die Schwärze des Alls. Sehen Sie die vielen Sterne?, hörte Aldo Sundraks Stimme in seinem Kopf, Sehen Sie die Unendlichkeit des Universums? Es gibt so viel zu entdecken und zu erforschen!, bemerkte Aldo nachdenklich. Eben!, bestätigte Sundrak, Und es gibt nicht nur ein Universum, das wir erforschen können, sondern viele! In jedem von uns gibt es ein Universum, das man erforschen kann!, fuhr Sundrak fort, Und Sie sind gerade dabei, neue Winkel in Ihrem eigenen Universum zu entdecken! Nachdenklich betrachteten beide die unzähligen Sterne, die wie Diamanten auf schwarzen Samt in der Ferne funkelten.

Es vergingen noch einige Tage und Aldo verbesserte nach und nach seine telepathischen und telekinetischen Fertigkeiten. Systematisch führten Counselor Marūni, Heilerin Tajhōri und Captain Sundrak den noch sehr unerfahrenen Terraner an seine neuen Fertigkeiten heran. Im Laufe der Zeit lernte Aldo auch den Navigator und Steuermann der Concordia kennen. Lomādo Nolezoto brachte ihn noch einige Tricks bei, wie er zusätzlich seine telepathischen Fähigkeiten besser kontrollieren konnte. Julian beobachtete die Entwicklung Rossmanns mit großem Interesse. Er hätte es nie für möglich gehalten, wie schnell Aldo sich umgewöhnte und seine Fertigkeiten entwickelte.

In der Zwischenzeit machte sich Julian darüber Gedanken, wie er mit Aldo zusammen am besten zurückkehren konnte. Er hielt es für besser darüber mit Captain Sundrak zu reden. „Wie stellen Sie sich das mit der Rückkehr vor?“, wollte Sundrak wissen. „Nun, eigentlich ist das gar nicht so schwer.“, erwiderte Julian ernst, „Im Grunde genommen würde es reichen, wenn die Concordia Onkel Aldo und mich zur Enterprise von Captain Picard brächte. So, wie ich Mama und Papa einschätze, werden sie in unregelmäßigen Abständen dort immer wieder auftauchen und Onkel Jean-Luc besuchen.“ Abwartend sah der junge Q den hünenhaften Kommandanten an. „Naja, dank der Megara-Krise ist die Enterprise gar nicht so weit weg von hier.“, überlegte Sundrak, „Im Grunde genommen wäre es für uns nur ein sehr kleiner Abstecher auf dem Weg nach Demeta. Und Ihre Eltern würden Sie und Mr. Rossmann von dort aus wieder mitnehmen, nehme ich an.“, nahm Sundrak den Gedankengang Julians auf, „Eigentlich wäre das sogar eine sehr gute Idee.“ Julian blickte den Captain der Concordia erwartungsvoll an. „Na schön.“, sagte er entschieden, „Dann machen wir das so.“ Der junge Q atmete erleichtert auf, währenddessen Sundrak die entsprechenden Befehle gab.

Lautlos schlug das aldanische Raumschiff der Dōran-Klasse in eine andere Richtung ein. Innerhalb eines Tages erreichten sie die Grenze zur Föderation und Captain Sundrak befahl der blonden Kommoffizierin eine Verbindung zu Captain Picard auf der Enterprise herzustellen. Im nächsten Moment erschien das Gesicht Jean-Lucs auf dem Bildschirm. „Ich freue mich, Sie und Ihr Schiff zu sehen, Captain Sundrak.“, sagte Picard, „Was können wir für Sie tun?“ „Nun, Captain, wir haben seit einiger Zeit zwei Herumtreiber an Bord, die unbedingt wieder nach Hause möchten.“, lächelte der schwarzhaarige Hüne, „Ich bin mir sicher, dass Sie und Ihre Crew beide an Bord willkommen heißen werden, wenn wir sie zu Ihnen rüberbeamen.“

„Von wem sprechen Sie, Captain?“, fragte Jean-Luc, der sich nicht vorstellen konnte, wen Sundrak meinen könnte. Die Miene des aldanischen Captains wurde wieder ernst, als er antwortete. „Ich spreche von Julian Q und Mr. Aldo Rossmann.“, sagte der schwarzhaarige Hüne. Picard glaubte, sich verhört zu haben. „Aber das kann nicht sein.“, sagte er fassungslos, „Die beiden sind doch schon tot.“ Sundraks Miene zeigte weiterhin keine Regung. „Da irren Sie sich, Captain.“, widersprach der aldanische Kommandant, „Sie leben und zwar beide.“ Jean-Luc schüttelte ungläubig mit dem Kopf. „Nein, das kann ich mir nicht vorstellen.“, entgegnete der Sternenflottenoffizier, „Die kamen doch damals beide ums Leben, als der Planet explodierte. Die können das nicht überlebt haben.“ Sundrak winkte Julian zu sich heran. Unwillkürlich mussten sowohl Aldo als auch der junge Q grinsen, als Captain Picard deutlich hörbar nach Luft schnappte, als er Julian erkannte. „Julian!“, platzte es aus Jean-Luc heraus, der sich sehr freute, den jungen Q wiederzusehen, „Du lebst!“ „Hallo, Onkel Jean-Luc.“, sagte Julian breit grinsend, „Nicht nur ich bin noch am Leben, sondern auch Onkel Aldo. Er ist ebenfalls hier.“ „Dann lebt ihr beide noch.“, konstatierte der Captain der Enterprise fassungslos, „Mann, wie sehr werden sich deine Eltern freuen, wenn sie das erfahren!“ Deutlich nahmen die Aldaner und auch Aldo Rossmann auf telepathischem Weg Picards Erleichterung wahr. „Nun, Captain.“, sagte der schwarzhaarige Hüne, „Ich denke, Sie werden bestimmt nichts dagegen haben, wenn wir die beiden nun zu Ihnen rüberbeamen, oder?“ „Nein, ganz im Gegenteil, Captain Sundrak.“, antwortete Picard voller Freude, „Schicken Sie Julian und Mr. Rossmann am besten sofort zu uns auf die Enterprise. Wir werden dafür sorgen, dass beide so rasch wie möglich wieder nach Hause kommen.“ „Und Sie werden sich bestimmt eine ganze Menge zu erzählen haben, während Sie die beiden wieder nach Hause bringen.“, lächelte Sundrak verständnisvoll. „Oh ja, Captain.“, antwortete Picard, „Ich danke Ihnen, dass Sie die beiden zu uns gebracht haben.“ „Das war doch selbstverständlich.“, erwiderte Sundrak, „Wir haben nur unsere Pflicht getan.“

Wenig später standen Julian, Aldo Rossmann sowie einige Offiziere der Concordia im Transporterraum 2. Lieutenant Ulf Hansson stand an den Kontrollen und sah zu, wie sich der junge Q und Aldo Rossmann von den vier Offizieren verabschiedeten. Nachdem beide auf der Plattform standen, hörte Aldo deutlich die Worte des aldanischen Captains in seinem Kopf: Denken Sie stets daran, dass die Zukunft ein Buch ist, das noch nicht geschrieben wurde! Nur deshalb hat die Entität Narāja Sie zu uns auf die Concordia gebracht!

Sundrak wandte sich zu dem blonden Techniker um, als Aldo eine letzte Frage stellte. „Wer ist denn eigentlich diese Narāja?“, fragte er. Alle sahen Sundrak an, der den Terraner aus der Vergangenheit ansah. „Das Wort Narāja kann man nicht so einfach übersetzen. Es ist die Bezeichnung für alle Seelen unseres Volkes, die eine Einheit bilden, wenn unser Volk die nächste Entwicklungsstufe erreicht und nur noch als einheitliche Entität weiterlebt. Es ist sozusagen die aldanische Bezeichnung für unsere Volksseele.“ „Energie!“, befahl Sundrak und der Blonde an den Kontrollen aktivierte den Transporter. Aldo und Julian verschwanden in schimmernden Lichtsäulen.

Als Julian und Aldo auf der Enterprise materialisierten, erwartete Captain Picard sie bereits im Transporterraum. Man sah ihm die Freude und die Erleichterung regelrecht an, was normalerweise nicht seine Art war.

Er reichte Aldo die Hand und schloss dann Julian wortlos in die Arme und sprach: „Wie froh bin ich, dass ihr lebt! Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr deine Eltern gelitten haben, mein Junge.“ Julian sah den Patenonkel seiner jüngsten Geschwister erstaunt an: „Soll das heißen, ihr habt uns wirklich alle für tot gehalten? Wie lange waren wir denn weg? Ich hab nämlich irgendwie das Zeitgefühl verloren. Und außerdem, Mama und Papa hätten doch spüren müssen, dass ich lebe.“ „Das ist eine lange Geschichte, kommt mit, in meinem Quartier erzähle ich euch, was inzwischen passiert ist. Für Jenny und Q ist nämlich inzwischen mehr als ein Jahr vergangen.“ „WAS?“, riefen Julian und Aldo erschrocken aus. „Arme Mama.“, flüsterte Julian leise, „Wie sehr muss sie dann gelitten haben.“ Picard sah den jungen Q ernst an. „Das stimmt, es war nicht einfach, ohne deinen Vater und deinem Patenonkel wäre sie wohl heute noch nicht ansprechbar…“

Inzwischen waren sie in Picards Quartier angelangt und dort erzählte er den beiden Männern, was sich in der Zwischenzeit zugetragen hatte. Dann berichteten Julian und Aldo im Wechsel, was genau in der Vergangenheit geschehen war und wie sie auf die USS Concordia gelangt waren. Picard schüttelte nur den Kopf. „Ihr beiden habt großes Glück gehabt, nur an Ihr verändertes Aussehen werde ich mich noch gewöhnen müssen.“, wandte er sich an Aldo. „Na und ich erst!“, grummelte der. „Jedes Mal, wenn ich in den Spiegel schaue, hab ich das Gefühl, einen Fremden zu sehen. Irgendwann laufe ich noch vor mir selber weg!“, grinste er und strich sich dabei unsicher über seine Glatze. Julian kicherte. „Das ist Onkel Aldo, wie er leibt und lebt! Ich frag mich nur, wie wohl Tante Hoshi damit klarkommen wird.“, meinte er dann. Picard lächelte ebenfalls. „Nur eines wüsste ich doch gerne noch.“, sprach er dann, „Julian, wieso hast du euch beide nicht einfach wieder nach Hause gebracht?“ Julian seufzte: „Das hätte ich gerne getan, Onkel Jean-Luc, aber leider war ich durch die Explosion selber zu geschwächt, ich war ja bisher nicht einmal in der Lage, Kontakt zu meinen Eltern aufzunehmen. „Nun ja, dann bleibt uns nur übrig, abzuwarten, bis Jenny und Q wieder hier auftauchen.“, sagte er dann zufrieden.

In diesem Moment erschienen 2 Besucher im Quartier des Captain, starrten verblüfft auf die Anwesenden und dann stürzte sich Jenny mit einem Jubelschrei auf ihren Sohn. Julian sprang auf und schloss seine Mutter in die Arme. Beide lachten und weinten gleichzeitig und auch Q, der die beiden fest in seine Arme schloss, konnte seine Tränen der Erleichterung und der Freude nicht zurückhalten. Lange standen sie so da. Captain Picard und Aldo Rossmann sahen sich stumm an und verließen dann im stillen Einvernehmen das Quartier. Sie wollten die Familie erst einmal allein lassen. Außerdem hatten beide Aldos Veränderung noch nicht bemerkt und sie wollten Jenny nicht überrumpeln.

Als sich alle drei wieder etwas beruhigt hatten, strich Jenny ihrem Sohn sanft über die Wange und sprach leise: „Ich habe schon nicht mehr daran geglaubt, dich wiederzusehen, mein Kind. Wie kommst du plötzlich hierher?“ Q warf dazwischen: „Wieso hast du dich nicht mit uns in Verbindung gesetzt. Was ist überhaupt passiert. Wo wart ihr?“ Von den vielen Fragen auf einmal fast erschlagen hob Julian beschwichtigend die Hand: „Langsam! Mama, Papa, ja, ich lebe noch, es geht mir gut und auch wenn es sehr knapp war, auch Aldo geht es wieder gut.“ Stirnrunzelnd sah Q seinen Sohn an: „Was heißt knapp?“, fragte er dann langsam. Julian sah seine Eltern ernst an. „Mama, krieg jetzt bitte keinen Schreck, aaaber, Onkel Aldo ist in der Explosion fast verbrannt. Hätte diese Narāja uns nicht gerettet, wäre zumindestens er verbrannt, was mit mir geschehen wäre, weiß ich nicht.“, sprach er sehr leise. Dann rief er Captain Picard und Aldo wieder herein. Jetzt erst nahmen sowohl Jenny, als auch Q Aldo bewusst wahr und Jenny hatte große Mühe, sich ein Prusten zu verkneifen. Oh Scheiße, jetzt hat er doch eine Glatze, na ob er nun wirklich so gut damit klarkommt, wie er immer behauptet hat?, dachte sie. „Aldo, wie siehst DU denn aus!“, rief sie dann doch entgeistert. „Ja, ja, lach du nur!“, sagte er grinsend. „Und übrigens: ja ich hab immer noch kein Problem damit, ob nun Hubschrauberlandeplatz oder Glatze, wen interessiert’s?“, fügte er noch breiter grinsend hinzu. „Hä? Ich hab doch gar nicht....“, stotterte Jenny und Q grinste breit. „Tja, Jenny, jetzt hast du ein Problem, dein Exmann hat jetzt nämlich telepathische Kräfte und da er so aussieht, als wäre er in einen Aldaner verwandelt worden, möchte ich nicht wissen, was sonst noch alles.“ Dann brach Q in schallendes Gelächter aus. Er hatte nämlich Jennys verdattertes Gesicht gesehen. Als er sich endlich wieder beruhigt hatte, meinte er nur noch grinsend. „Ich bin gespannt, wie DU die Glatze deiner Hoshi erklären willst!“ „Och menno, nu ist aber gut, das wächst ja nach!“, brummelte Aldo. „Oh schade!“, flüsterte Jenny grinsend. Dann aber nahm sie Aldo in den Arm und sagte glücklich: „Ich bin froh, dass ihr beide das Abenteuer heil überstanden habt. Und nun gilt es aber für Aldo erst einmal ab nach Hause, ich habe Hoshi schließlich etwas versprochen!“

Mit den Worten verschwanden dann Jenny und Aldo von der Enterprise und nachdem Jenny der entsetzten Hoshi schonend beigebracht hatte, dass sie nun mit einem etwas anderen Aldo leben müsse, kehrte sie ins Kontinuum zurück.

Auch Q und Julian verabschiedeten sich von Captain Picard. Q reichte ihm die Hand und sprach dann: „Jean-Luc, danke für deine Hilfe, du warst uns immer ein sehr guter Freund, lass uns ab heute beim Du bleiben, bitte.“ Picard sah Q erstaunt, aber erfreut an und erwiderte: „Ich hätte nie geglaubt, dass ich das mal sage, Q, aber ich freue mich über dein Angebot und bin dankbar für deine Freundschaft. Ich hoffe, du und Jenny, ihr kommt mich bald mal wieder besuchen!“ Q lächelte freundlich und nickte: „Das werden wir bestimmt.“ Dann wandte er sich an Julian. „Komm, mein Sohn, deine Geschwister und die Bergers warten schon auf uns. Julian dankte Picard für seine Gastfreundschaft und beide verschwanden.

In wenigen Augenblicken waren sie im Jahr 2019 angekommen. Auch Jenny gesellte sich im gleichen Moment zu Ihnen. Gemeinsam schritten die drei Q auf das Haus ihres Freundes zu. Um kein Aufsehen zu erregen, verhielten sie sich hier wie normale Menschen. Jenny klingelte.

Julian Berger saß traurig an seinem Schreibtisch und versuchte zu schreiben. Aber es wollte einfach nicht klappen! Immer wieder schweiften seine Gedanken zu seinen Freunden in der Zukunft ab. Er machte sich große Sorgen um Jenny und natürlich auch um sein Patenkind. Er musste an das kleine Baby Julian denken und lächelte dabei. Wie süß er gewesen war! Kaum vorstellbar, dass der Junge schon erwachsen war. Obwohl er ihn doch gerade erst in den Armen gewiegt hatte, während Q die kleine Danara fütterte und Jenny daneben saß und glücklich strahlte. Aber das war halt so eine Sache mit der Zeit…Q konnten sich halt quer durch sie bewegen und dadurch war sein Patenkind schon fast so alt wie er. Er seufzte schwer. In diesem Moment hörte er die Türklingel. Und da niemand hinging, weil alle anderen im Garten waren, ging er schließlich genervt zur Tür.. und bekam den Mund nicht mehr zu! Vor ihm standen Jenny, Q… und Julian! Er riss die Tür weit auf und rief: „Das gibs nicht, JULIAN! Was, wie, wo…??“ Strahlend sah ihn Jenny an. „Da staunst du, was? Ja, mein Freund, er ist es wirklich! Er und Aldo haben es tatsächlich überlebt!“, sprudelte es aus ihr heraus. „Nun kommt doch erst mal rein.“, meinte er dann. Dann schloss er sein Patenkind in die Arme. „Schön, dich wohlauf zu sehen, mein Junge.“, sagte er ernst zu ihm. „Wir haben uns alle große Sorgen um dich gemacht.“ In diesem Moment stürmte Saskia herein. „Julian!“, kreischte die Kleine glücklich, „Da bist du ja endlich wieder! Jetzt werden Mami und Papi nicht mehr traurig sein!“ Und damit zerrte sie ihn in den Garten zu ihren Geschwistern und den Freunden. Alle folgten den beiden schmunzelnd. Auch Danara kam ihnen bereits entgegen und schloß ihren Zwillingsbruder erleichtert in die Arme.

Nun machten es sich alle gemütlich. Julian erzähle allen, was genau geschehen war und währenddessen genossen sie typisch deutsch gegrillte Würstchen und Kartoffelsalat. Jenny war kurz verschwunden, um ihre Eltern zu besuchen und sie zu beruhigen und ihnen zu versprechen, dass sie auch dort noch vorbeischauen würden.

Spät am Abend, nachdem die Kinder alle in den Betten verschwunden waren, saßen nur noch Jenny, Q und ihr Freund Julian im Garten und genossen den schönen Abend. Das Wetter war angenehm warm und so konnten sie auch noch um 23:00 Uhr draußen sitzen.

„Und Jenny, alles wieder in Ordnung mit dir?“, fragte Julian leise seine Freundin. Lächelnd drückte sie seine Hand. „Ja, Julian, ich bin mehr als glücklich. Und ich danke dir für alles, du hast mir sehr geholfen. Was hätten wir nur ohne dich getan?“ Verlegen wehrte er ab: „Ach, ich hab doch gar nicht viel gemacht.“ Jenny lächelte ihn an: „Aber du hast das Richtige getan, wie du es immer tust, wenn ich dich brauche, dafür danke!“ Und damit hauchte sie ihrem Freund einen Kuss auf die Wange. Auch Q legte seinem Freund die Hand auf die Schulter: „Jenny hat Recht, ohne dich wären wir aufgeschmissen gewesen. Wir stehen für immer in deiner Schuld. Wann immer du uns brauchst, wir werden für dich da sein!“ Gerührt dankte Julian seinen Freunden.

Am nächsten Morgen brach die achtköpfige Q-Familie dann zu den Großeltern auf, wo sie einiges zu erzählen und zu erklären hatten.

ENDE

von Jenny und Andreas Rößler, Juni 2009

Aussprache der aldanischen Namen:

  • Tarūni Sundrak = Taruuni Ssundrak
  • Pambāta Tajhōri = Pambaata Tajhoori
  • Darāna Marūni = Darana Maruuni
  • Lomādo Nolezoto = Lomaado Nolesoto
  • Dāmala Ītaku = Daamala Iitaku
  • Dōran-Klasse = Dooran-Klasse
  • Narāja = Naraaja