Jennybox

Die etwas andere Sicht auf die Welt

4 - Entführung in die Flitterwochen

Gerade war ich dabei, für Caruso, Datas Kater sowie Fredy, Cupernicas Tribble, das Futter zuzubereiten. Die zwei hatten doch tatsächlich geheiratet und mich gebeten, auf ihr Haus und die Tiere Acht zu geben, während sie in den Flitterwochen seien. Zumindest dachte ich das.

Fredy und Caruso verstanden sich prima. Wen wundert’s auch. Fredy war reiner Vegetarier und Caruso machte sich nichts aus Körnerfutter. Also gab es zwischen den beiden keinen Futterneid und spielen konnten sie auch klasse zusammen, aber noch lieber spielten sie mit einander und mit mir.

An der Tür wuselten mir beide schon aufgeregt entgegen. Da ich mich in meinem Haus besser auskannte, hatte ich dort das Futter zubereitet und es dann mitgenommen. Ich ging in die Hocke und machte: „Ui-ui-ui, so aufgeregt seit ihr? Was ist denn, meine Kleinen?“ „Min-Mang“, machte Caruso und rieb seinen Kopf an mir. Das tun Katzen in der Form entweder dann, wenn sie Schmerzen haben oder total alarmiert sind. Auch Fredy gab unentwegt jenen Quietschlaut von sich, den ich von Tribbles nur kannte, wenn sie jemanden nicht mochten, oder Gefahr im Verzug war. Da er mich aber geradezu vergötterte, konnte ich ersteres ausschließen.

Ich setzte mich mit beiden auf die Wohnzimmercouch und versuchte, ihre Angst wegzukraulen. Da hörte ich, wie die Eingangstür aktiviert wurde und der Computer jemanden mit den Worten: „Hallo, Cupernica.” begrüßte. Ich schreckte auf, griff meinen Phaser und stürzte in Richtung Eingang, um die Person im Flur im nächsten Moment kräftig anzuschreien: „Lassen Sie die Maskerade! Ich weiß, dass Sie nicht Cupernica sein können! Wie Sie das den Computer glauben lassen konnten, ist mir zwar schleierhaft, aber auch eben so schnurz piep! Raus hier! Sonst haben Sie gleich ein Loch im Pelz. Die Tatsache, dass ich keinen Visor trage, bedeutet gar nichts! Ich habe zwei gesunde Ohren und die Feinarbeit erledigt die Automatik! Hauen Sie ab, Sie Einbrecher oder ich schieße!” Die Tiere mussten von dem Tumult Wind bekommen haben, denn sie schnurrten um die fremde Person herum. „Zurück!”, rief ich. „Nein, ab, ins Wohnzimmer!” „Alles ist gut, Betsy. Ich bin es nur. Cupernica.”, meldete sich eine mir wohl bekannte Stimme.

Erstaunt ließ ich die Waffe sinken und fragte: „Was machst du denn hier? Ich dachte, ihr seit in den Flitterwochen.” „Wir sind zurück.”, erwiderte die Androidin. Dann ging sie durch den Flur, ließ ihren Blick schweifen und fragte: „Wo ist Data?” „Data?”, echote ich unsicher. „Den hast du doch geheiratet.” „Nein.”, korrigierte sie. „Mit zurück meinte ich, zurück von der Mission. Huxley brauchte mich und deshalb wollten Data und ich erst heiraten, wenn ich zurück sei.” „Aber du warst schon vor ein paar Tagen zurück.”, widersprach ich. „Und dann habt ihr geheiratet. Ich war deine Brautjungfer. Ich muss es doch wissen.” „Also.”, fasste Cupernica zusammen. „Ich würde mich sicher erinnern, wenn ich Data geheiratet hätte. Aber, wen immer er geheiratet hat, ich war es sicher nicht.”

Über dem Palast, in dem Data sich offenkundig befand, ging gerade die Sonne auf. Data versuchte vergeblich, sich zu orientieren. Was war geschehen? Wo war die letzte Nacht? Immer und immer wieder überprüfte er sich per Selbstdiagnose, konnte aber keinen Fehler feststellen. Er war neben Cupernica in der Flitterwochensuite des Deep Sleep Nine, des einzigen Hotels in Little Federation, eingeschlafen und hatte nun offenkundig eine Fremde neben sich. Ein biologisches Wesen, das so gar nichts mit Cupernica gemein hatte. Wo war sie? Und vor allem fragte er sich, wie er hier her gekommen war. „Na, Liebling, sind wir wach?” Die Stimme, die ihm dies entgegenkreischte, vermochte Data aufgrund der Daten aus den Sternenflottendatenbanken wohl zu erkennen. „Ihr solltet mich korrekter Weise als Commander Data oder Mr. Data ansprechen, Prinzessin Sytania.”, antwortete Data ruhig. „So.”, gab die Königstochter hämisch zurück. „Sollte ich das? Ich glaube nicht, Android, dass du in der Position bist, mir irgendwas zu befehlen.” Damit zwinkerte sie mit den Augen, worauf sich der Raum erneut in das Hotelzimmer und sie sich erneut in Cupernica verwandelte. „Ihr versucht, mich zu verwirren.”, schlussfolgerte Data. „Ja, genau das tue ich.”, kicherte Sytania und ließ ein paar Mal ihrer Macht freien Lauf, indem sie das Zimmer von dem Hotelzimmer wieder zu dem Gemach im Palast und umgekehrt, sowie sich in einer atemberaubenden Geschwindigkeit einmal zu sich selbst und wieder zu Cupernica machte. Data versuchte, ihr zu folgen, aber wollte er keinen Systemabsturz riskieren, musste er dieses Vorhaben bald abbrechen und sich geschlagen geben. „Na, wer bin ich? Los, sag’s mir.”, verhöhnte ihn Sytania nach einer Weile. „Unbekannt, ich gebe auf.”, resignierte Data. Sytania war zuletzt in der Gestalt Cupernicas verblieben, hatte ihren Palast aber wieder zu eben dem gemacht. „Was wollt Ihr von mir, Sytania?” Data hatte in der Zwischenzeit geschlussfolgert, dass sie nur Sytania sein konnte. „Na was wohl?”, spottete Sytania. „Denk mal an Cupernicas und deinen Sohn, von dem niemand etwas wissen darf. Novus heißt er doch, nicht wahr? Denk dir, ihr Androiden könnt Denkoperationen viel schneller ausführen, als es jedem biologischen Wesen je möglich ist. Zur Omnipotenz braucht man ja nur Gedankenbefehle. Stell dir vor, wir beide würden einen Androiden mit meinen Fähigkeiten …” „Das wird niemals funktionieren, Prinzessin.”, versuchte Data sie zu unterbrechen. „Erstens braucht Ihr in absehbarer Zeit einen Replikator dafür. Jetzt weiß ich, warum Ihr die Gestalt einer Androidin angenommen habt. Zweitens haben Androiden nicht die Möglichkeit zur Telepathie und …” „Ach ja, Mr. Neunmalklug.”, erwiderte sie. Es gab einen Blitz und vor ihnen stand ein brandneuer Replikator. „Wie konntet Ihr …” Datas Staunen wischte sie mit einer verächtlichen Erklärung weg. „Ich habe, als ich mich in Cupernica verwandelte, mir eine biologische Komponente gelassen, die mir meine Fähigkeiten weiterhin ermöglicht. Unser Kind soll sie ja schließlich erben, nicht wahr?” „Ohne meine, nennen wir es Mitarbeit, wird es dazu nicht kommen, Prinzessin.”, antwortete der Android nüchtern. „Ein Android mit Eurem Charakter und Euren Fähigkeiten, der schneller denken kann als jedes omnipotente biologische Wesen, stellt eine Gefahr da. Das werde ich nicht zulassen.” „Wie du willst!”, schrie Sytania mit Cupernicas Stimme außer sich. „Wachen, bringt ihn in die Zelle!” Data lächelte triumphierend, was ihm ja Dank seines Emotionschips durchaus möglich war und sagte: „Ihr solltet wissen, dass mir der Aufenthalt in einem Gefängnis nichts ausmacht.” „Das sicher nicht.”, krähte Sytania. „Aber ich bin neugierig, was deine moralischen Unterprogramme dazu sagen, wenn du siehst, wie ein anderes Wesen deinetwegen leidet.”

Cupernica führte mich zu ihrem Sofa und wir setzten uns hin. Dann scannte sie mich und sagte: „Nun, du weißt weder erhöhte Chronotonwerte auf, noch gibt es Hinweise darauf, dass du unter telepathischem Einfluss standest. Wir sollten den Geheimdienst informieren.”

Agent Victoria Morales hatte mich zu den Vorkommnissen auf Cupernicas und Datas Hochzeit vernommen. Allerdings hatte ich das starke Gefühl, dass sie meine Aussage nicht ernst nahm oder zumindest versuchte, alles zu ihren Gunsten zurechtzurücken. Sie verwirrte mich eher, als dass sie wirklich Interesse daran zu haben schien, dass die offensichtliche Entführung Datas durch ein anderes Wesen, das sich als Cupernica ausgab, aufgeklärt wurde. Morales machte sich keine Notizen in ihr Pad oder ließ sonst irgendwie durchblicken, dass sie Interesse an der Lösung des Falles hatte. Wie Sternenflottengeheimdienstler normalerweise vorgehen, wusste ich durch Agent Mikel, der wie ich aus dem 20. Jahrhundert geflüchtet war und der sozusagen durch Adoption zum Sohn von Dill, dem Beherrscher und Beschützer der Zeit geworden war. Mikel und ich arbeiteten nur unter Pseudonym für die Sternenflotte, weil wir temporale Flüchtlinge waren und deshalb niemand unsere wirklichen Namen erfahren durfte. Ich wusste, er würde mir zuhören.

Ich ging aus dem Haus, die Straße entlang und schlug bald darauf den Weg ins so genannte Captainsviertel ein, in welchem die Straßen nach den berühmtesten Captains der Sternenflotte benannt waren. Mikels Adresse war 131 Kirk Street.

Plötzlich hörte ich das Summen eines Jeeps neben mir. Ich blieb stehen, denn mir war aufgefallen, dass der Jeep geraume Zeit parallel zum Bürgersteig gefahren war. Auch der Jeep kam zum Stehen und nachdem der Fahrer per Knopfdruck die Beifahrertür geöffnet hatte, sagte er: „Nanu, Betsy, was machen Sie denn hier zu nachtschlafender Zeit auf der Straße?” Ich hatte nicht gemerkt, wie spät es geworden war. An der Stimme erkannte ich den Schulbusfahrer Aries. „Dasselbe könnte ich Sie fragen.”, erwiderte ich. „Nachtschicht.”, antwortete der Celsianer trocken. „Die Chefin hat mich auf den Linienverkehr gesetzt, weil der Linerfahrer seine 7-Jahres-Krankheit hat, der is’ Vulkanier. Sie raffen das schon.” Ich machte: „E’hm.” und nickte. „Is’ meine letzte Tour für heute.”, fuhr er fort. „Die ganze Nacht nur Leerfahrten. Sie wären mein erster und einziger Fahrgast. Wo soll’s denn hingehen?” Ich wiederholte stereotyp Mikels Adresse. „Kirk Street.”, lachte der Celsianer. „Liegt genau auf meiner Route. Einsteigen bitte, meine Schöne.” Ich nahm erleichtert auf dem Beifahrersitz Platz. „Riskieren Sie bei solchen Extratouren nicht Ihren Job?”, wollte ich nach einer Weile Fahrt wissen. „Kann ich was dafür, wenn die Deppen vom Straßenbau eine Haltestelle direkt vor dem Haus Ihres Freundes bauen?”, entgegnete er scherzend. „Ach so.”, machte ich. „Haltestellen muss ich nun mal anfahren, das is’ mein Job. Also nichts mit Jobverlust.”, erklärte mir Aries. „So, da sind wir. Ich warte gern. Das Wetter soll heute Nacht noch ziemlich mies werden.”

Mikel bat mich ins Haus. Dort schilderte ich ihm, was passiert war. „Ich darf dich leider nicht vernehmen, Betsy, weil wir befreundet sind. Man könnte mir Befangenheit und Begünstigung sowie den Einfluss auf eine Zeugin vorwerfen. Geh nach Haus’. Morgen wird dich jemand vernehmen, der seinen Job ernster nimmt als die Doppel-Morales.” Er holte tief Luft und fluchte leise in Finnisch, seiner Lieblingssprache. „Hast du zuviel gesagt.”, wollte ich wissen. „Geh bitte, Betsy, bevor mir noch mehr Geheimnisse rausrutschen.”, wies er mir die Tür.

Data sah auf, als die Wächter die Zelle, in die sie ihn gebracht hatten, wieder verlassen hatten. Er war nicht allein. Neben ihm auf einer Pritsche lag ein sich vor Kälte krümmender Celsianer, den Data bald als Yel, Cendas Ehemann, erkannte. Data und Scotty waren befreundet und Scotty kannte Yel. Noch einmal scannte der Android die Umgebung aufmerksam und ging dann zu Yel herüber. „Keine Sorge, Yel, bald wird es Ihnen besser gehen. Glücklicherweise haben mir die Wesen, die mich damals fanden, in weiser Voraussicht das gleiche Temperaturregelungssystem eingebaut, das auch Cupernica hat.” Mit diesen Worten legte sich Data neben Yel und umarmte ihn fest. Yel war in der Zwischenzeit sowieso alles egal geworden.

Datas Scanns ergaben, dass es Yel tatsächlich von Minute zu Minute besser ging. Die Unterkühlungserscheinungen, die er zunächst gezeigt hatte, wichen langsam einem ruhigen und gleichmäßigen Puls sowie einer ebenfalls ruhigen Atmung und bald schlug Yel die Augen auf. „Data.”, staunte er. „Was machen Sie denn hier in Sytanias Gefängnis?” „Ich habe mich ihr nicht gefügt, jetzt soll ich durch ein schlechtes Gewissen Ihnen gegenüber dazu gezwungen werden.”, antwortete Data sachlich. „Nicht gefügt? So, so. Was wollte sie denn von Ihnen?”, fragte Yel. Data zögerte ein Wenig, bevor er antwortete. „Nun.”, begann er. „Sie wissen, dass Cupernica und ich entdeckt haben, dass Androiden sich unter gewissen Umständen dadurch fortpflanzen können, dass die Hälfte meiner Programme mit der Hälfte der Programme einer Androidenfrau in einem dafür extra in ihr angelegten Verzeichnis verknüpft wird. Dadurch schreibt sich eine Software aus beiden Programmen und ein Unterprogramm zur Schaffung von Hardware. Ist das Programm fertig, muss sich die Androidin an einen Replikator anschließen und es kopieren.” „Schluss mit Sexualkunde!” Yel hatte Data ziemlich harsch unterbrochen. „Was will sie?” „Genau das will Sytania, Mr. Yel”, gab Data unbeeindruckt zurück. „Ups.”, machte der Celsianer. „Da schneidet sie sich doch ins eigene Fleisch. Androiden können doch die ganzen fiesen Sachen nicht, die Sytania drauf hat.” „Falsch.”, korrigierte Data. „Sytania hat sich, als sie sich in eine Androidin verwandelte, eine biologische Komponente gelassen, die ihr ihre Fähigkeiten weiterhin ermöglicht. Unser Kind soll sie erben.” „Ach du heilige Scheiße!”, rief Yel aus. „Wenn ein omnipotenter Android frei rumläuft, der schneller denken kann als jeder biologische omnipotente, dann sind wir echt am Arsch.” „Bestätigt.”, erwiderte Data. „Deshalb werde ich es auch nicht dazu kommen lassen. Sytania glaubt, dass sie mich dadurch, dass sie mich mit Ihrem Leiden konfrontiert, moralisch zur Mitarbeit verpflichten kann. Aber da irrt sie. Natürlich sagen mir meine moralischen Unterprogramme, dass es nicht richtig ist, dass Sie leiden, Aber ich kann Ihr Leid lindern. Sie haben sich irgendwo Rheuma geholt. Wärme ist da hilfreich. Das weiß ich von Cupernica. Sie ist schließlich Ärztin. Ich kann Ihre Gelenke auch massieren, damit sie beweglich bleiben. Im gefesselten Zustand können Sie sie ja nicht selbst bewegen.” „Wo ich das verdammte Rheuma her habe, kann ich Ihnen sagen.”, erklärte Yel. „Sytania hat mich gefangen genommen, damit ich sie in ihrer Gestalt als Androidin technisch überwache. Insbesondere sollte das dann passieren, wenn sie das Programm trüge. Aber solange das nicht der Fall ist, lässt sie mich Sklavenarbeit in den Kristallminen verrichten. Da ist es feucht und kalt.” „Verstehe.”, erwiderte Data mit einem fast mitleidigen Unterton. Dann begann er vorsichtig, Yels Hände und Füße zu massieren.

Ich war nach Hause gegangen, wie Mikel es mir gesagt hatte. Zwei Tage verstrichen, ohne dass sich etwas tat. Ich hatte Commander Kissara, meiner Vorgesetzten, erklärt, dass ich nicht auf die nächste Mission mitkommen könne, was sie verstanden hatte. Sie war nicht nur meine, sondern auch Agent Mikels Vorgesetzte. Wir beide waren auf demselben Schiff stationiert und Mikel hatte sie bereits informiert, was mir die Situation noch erleichterte.

Ich war kurz davor, den Geheimdienst von mir aus anzuSITCHen, als die Türsprechanlage mich mein Vorhaben abbrechen ließ. „Wer ist da?”, fragte ich ins Mikrofon. „Die Agents Indira und Yetron.”, antwortete eine Frauenstimme mit starkem Akzent. Agent Indiras Eigenart war es nämlich, keinen Universalübersetzer zu benutzen. Also musste die gesamte Sternenflotte mit dem Akzent der Lionin leben. „Wir müssen Sie bitten, Allrounder Betsy, mit uns zu kommen und auszusagen.” „Gott sei Dank.”, entgegnete ich. „Aber warum das? Morales hat doch …” „Lassen Sie uns bitte ein. Dann erklären wir Ihnen alles.” Ich entriegelte die Tür.

Yetron und Indira folgten mir ins Wohnzimmer, wo er sofort ein Pad zückte und sie einen ballistischen Erfasser. „Sie wird Sie erkennungsdienstlich behandeln, während ich Ihnen Fragen Stelle, Allrounder.”, erklärte der Demetaner. Ich nickte beiläufig und fragte dann: „Was ist mit Morales?” „Sitzt.”, entgegnete Indira lapidar. „Wegen Hochverrat.”, ergänzte Yetron. „Wir hatten schon lange den Verdacht, dass sie für Sytania arbeitete. Heute Morgen hat ein Team ihr Quartier auf Sternenbasis 242 durchsucht und ist fündig geworden. Sie fanden einen Kontaktkelch mit Sytanias Zeichen und Morales’ DNS. Leugnen war also zwecklos. Das bedeutet aber auch, dass all ihre Fälle an andere Agenten übergeben wurden und alle Zeugen noch einmal vernommen werden müssen.” „Ich habe verstanden, Sir.”, entgegnete ich dem einen Rang über mir stehenden Offizier und begab mich in meiner Erinnerung auf die Hochzeit zurück.

Am Hochzeitsmorgen hatte ich mich mit Cupernica verabredet. Wir wollten uns gemeinsam umziehen. Trotz des Umstandes, dass Data und Cupernica Androiden waren, wollten wir die alte Tradition, dass der Bräutigam die Braut nicht vor der Hochzeit im Kleid sehen darf, gewahrt lassen. Plötzlich musste ich lachen. „Was ist los, Betsy?”, wollte Cupernica wissen. „Ich kann dir wohl kaum bei deiner Frisur helfen und schon gar nicht beim Schleier. Würde wahrscheinlich krumm und schief werden.” „Ich mache das schon.”, entgegnete sie. Da ich mit mir selbst und meinem Outfit als Brautjungfer beschäftigt war, bemerkte ich nicht, was auf der anderen Seite des Zimmers geschah. Erst als sie ihren Kopf zu mir herunter beugte und: „Fühl mal!” sagte, bemerkte ich, dass nur wenige Sekunden vergangen waren, die auch bei einer Androidin mit außergewöhnlichen Reflexen nicht ausreichen konnten, um sich so schnell umzuziehen, zumal sie mir auch noch bei meinem Umzug geholfen hatte. „Wow!”, machte ich erstaunt.

Auf dem Standesamt herrschte kein sonderlicher Betrieb, deshalb kamen wir sofort an die Reihe. Cupernica schien mir die ganze Zeit über sehr nervös. Das war für eine Androidin ungewöhnlich, aber, wenn immer ich sie darauf ansprach, sagte sie nur: „Das ist eines meiner Unterprogramme zur Imitation menschlichen Verhaltens.” „Du kriegst doch wohl jetzt keine kalten Füße?”, antwortete ich. „Nein.”, sagte sie. „Die Temperatur meiner Füße entspricht den normalen Parametern.” Erleichtert atmete ich auf. Das war die Cupernica, die ich kannte.

Winn Felor, der bajoranische Bürgermeister von Little Federation, hatte es sich nicht nehmen lassen wollen, die außergewöhnliche Trauung selbst vorzunehmen. Data hatte durchgesetzt, dass sogar Fredy und Caruso anwesend sein durften. Sie mussten zwar in Transportboxen ausharren, aber immerhin konnten sie dabei sein.

Das ganze zeremoniell lief glatt, bis der Bürgermeister folgenden Satz sagte: „Wer immer etwas gegen diese Ehe einzuwenden hat, möge jetzt sprechen, oder für immer schweigen.” Der aufgeregt in seiner Box hin und her laufende Caruso machte zuerst einen Buckel, dann einen dicken Schwanz und dann: „Min-Mang.” Alle lachten. „Nun.”, schmunzelte Mr. Winn. „Das Wort von Haustieren gilt nicht.”

Das Fest verlief ruhig. Danach holten mich Data und Cupernica zu sich, um mit mir zu besprechen, was ich zu beachten hatte, wenn sie Morgen in die Flitterwochen gehen würden. Ich hatte mich ja schließlich freiwillig als Aufpasserin für Haus und Tiere gemeldet. Aber noch etwas Merkwürdiges war geschehen. Als ich im Deep Sleep Nine nach ihnen fragte, sagte mir der dortige Receptionist, dass sie nie angekommen wären. Fredy und Caruso hörten auch nicht auf, sich merkwürdig zu verhalten.

„Sie weisen keine Chronotonpartikel und keinen telepathischen Einfluss auf, Betsy.”, sagte Indira, nachdem sie mich ausführlich mit dem Erfasser bearbeitet hatte. „Ihrer Aussage zufolge, Allrounder.”, fügte Yetron hinzu: „Verhalten sich die Katze und der Tribble seit der Hochzeit merkwürdig.” „Nein, Sir.”, korrigierte ich. „Eigentlich tun sie das seit der frühen Rückkehr der Eclypse von …” „Die Eclypse ist erst vor drei Tagen zurückgekehrt.”, unterbrach Indira. „Die Hochzeit war aber schon vor zwei Wochen.”

Die Agenten drehten sich von mir weg und schienen etwas zu bereden. Ich konnte nicht viel hören, wusste aber, dass es um eine Tatortbegehung ging. Plötzlich drehte sich Agent Yetron wieder zu mir und fragte: „Allrounder, denken Sie, Sie können Caruso beibringen, in eine Transportbox zu klettern und dann mit uns ins Standesamt kommen?” „Natürlich, Sir.”, war meine Antwort, obwohl mir noch nicht klar war, worum es hier eigentlich ging. Agent Indira, die meine Unsicherheit wohl irgendwie mitbekommen haben musste, sagte darauf: „Katzen spüren die Anwesenheit von Telepathen. Falls unser Verdacht zutrifft und Data tatsächlich von Sytania entführt wurde, könnte er uns helfen.”

Ich holte Carusos Transportbox und lockte ihn hinein. Dann fuhren wir mit einem gemieteten Jeep zum Standesamt. Dort sollte gerade eine erneute Trauung stattfinden, als die Agenten das Trauzimmer für beschlagnahmt erklärten.

Indira schloss die Tür hinter uns und Yetron zückte dieses Mal einen ballistischen Erfasser. „Lassen Sie ihn raus, Allrounder.”, befahl er. „Sofort, Sir.”, entgegnete ich und öffnete die Box. Caruso schlich durch den Raum. Plötzlich blieb er an einer Stelle stehen, machte den schon erwähnten Buckel und den dicken Schwanz und fauchte. Jedem Fauchen folgte ein aufgeregtes: „Min-Mang!” „Scannen Sie bitte dort hinüber, Sir.”, bat ich Mr. Yetron. „Sein Verhalten lässt mich schließen, dass er etwas spüren muss.” „Sie müssen es ja wissen, Allrounder. Sie sind Hobby-Verhaltensforscherin und Ihr Wissen über Tierverhalten sucht bei den Offizieren Ihres Ranges seinesgleichen.” „Verdammter Schmeichler.”, neckte Indira. Unzufrieden ließ Yetron den Erfasser sinken. „Nur rudimentäre Reste.”, stöhnte er angesichts der Bilder. „Ebenso gut könnte hier ein betazoides Paar geheiratet haben. Aber der Erfasser vermag nicht, auch nur den Hauch einer Neuralsignatur zuzuordnen. Es ist einfach zu lange her.” „Sie verdächtigen Sytania, nicht wahr?”, fragte ich. Indira wollte antworten, aber Yetron unterbrach sie: „Das ist noch nicht raus. Wie Sie wissen, Allrounder, gilt in einem Rechtsstaat die Unschuldsvermutung, bis das Gegenteil bewiesen ist.” „Bitte schonen Sie mich nicht.”, bat ich und wandte mich Indira zu. „Ma’am, könnte es sein, dass Morales mit Absicht …” „Allerdings.”, gab die Lionin zurück. Dann griff sie mit zweien ihrer vier Hände die Meinigen fest und sagte: „Die Halbwertzeit von neuraler Energie beträgt zwei Tage. Das weiß jeder Agent. Morales hat die Ermittlungen verschleppt, weil sie ihrer Komplizin, Sytania, einen Vorsprung verschaffen wollte. Das ist ihr leider auch gelungen. Aber seien Sie sich sicher, Betsy, Sie haben getan, was Sie konnten, um eben dies zu verhindern. Leider wird uns die Regierung aufgrund des Verhaltens einer Katze aber nicht auf Mission schicken. Weder die Electronica noch die Niagara, auf der ich stationiert bin.” „Agent Indira hat Recht, Betsy.”, tröstete Yetron. „Aber wir werden uns was überlegen.”

An Yels Werten hatte Data festgestellt, dass er starke Albträume haben musste. Ständig zitterte er und schrie im Schlaf. Oft war es so schlimm, dass dem Androiden keine andere Wahl blieb, als ihn zu wecken. „Diese verdammten Albträume!”, fluchte Yel. „Erst verursacht sie Schmerzen und dann so etwas. Sie muss eine telepathische Verbindung zu mir haben. Darüber schickt sie mir wahrscheinlich die Bilder.” „Ihre Werte sind bereits außerhalb der Toleranz, Mr. Yel.”, sagte Data. „Ich darf nicht zulassen, dass es so weitergeht. Ich werde es tun.” „Haben Sie den Verstand verloren?” Yels Empörung war nicht zu überhören. „Nein.”, beruhigte ihn Data. „Es besteht immer die Möglichkeit, dass der neue Android meine moralischen Unterprogramme erbt. Dann können wir Sytanias Plan getrost vergessen. Jedenfalls gehe ich dieses Risiko lieber ein, als das, Sie sterben zu sehen.” „Und wenn nicht?”, fragte der Celsianer. „Dann müssen wir unsere Strategie ändern. Aber die Chance ist immerhin 50 zu 50. Außerdem würden auch Sie dann zu so etwas wie Sytanias Leibarzt aufsteigen und hätten ein besseres Leben.” „Das ist mir zu schwammig.”, argumentierte Yel. „Mir aber nicht.”, setzte sich Data durch und rief: „Hey, Wächter, bring mich zu Prinzessin Sytania! Ich habe es mir überlegt!”

Im Shuttle war die Stimmung zwischen Yetron und Indira zum Schneiden angespannt. Sie hatten das Schiff auf Autopilot geschaltet, denn vor lauter Diskutieren konnte sich keiner von Beiden auf das Fliegen konzentrieren. „Jetzt hör mir mal zu, Kollege.”, nahm Indira Yetron ins Gebet. „Du darfst unserem jungen Allrounder ehrenhalber keine Hoffnungen machen, die du ihr gegenüber dann nicht erfüllen kannst. Was sollen wir uns denn bitte überlegen? Wenn die Regierung keine Startgenehmigung erteilt, können wir nichts machen.” „Abwarten, Indira. Uns ist schon in weitaus schlimmeren Situationen etwas eingefallen.”, erwiderte Yetron.

„Ich hörte, du hast es dir überlegt, Data!”, kreischte Sytania ihm entgegen, als Data zu ihr geführt wurde. „Das habe ich, Milady.”, antwortete der Android. „Gut.”, antwortete sie und verwandelte sich von ihrer wahren Gestalt wieder in Cupernica. „Müsst Ihr so aussehen?”, wollte Data wissen. „Warum nicht?”, schnippte sie zurück. „Ich dachte, das würde es dir vielleicht erleichtern.” „Wenn ich ehrlich sein soll, Sytania.”, begann Data. „Dann könntet Ihr euch in jede beliebige Androidin verwandeln. Ich tue es weder für euch noch für mich. Ich tue es nur für Yel. Außerdem wollt Ihr etwas von mir und nicht ich von euch. Deshalb bin eigentlich ich in der Position, hier die Bedingungen festzulegen. Solltet Ihr oder einer der Soldaten Yel ein weiteres Haar krümmen, ist meine Kooperation Geschichte und somit auch Euer Plan. Kein weiterer männlicher Android in der Föderation wird da mitmachen. Dafür werde ich schon irgendwie sorgen.” „Bevor du hier weiter große Töne spuckst.”, ging Sytania dazwischen. „Zeig erst mal, was du kannst.” Dann wendete sie sich an den Wächter: „Lass uns allein.” „Soll ich dir meine Infrarotfrequenz nennen, oder willst du sie selbst herausbekommen.”, sagte Sytania mit fast erotischem Unterton. „Nennt sie mir bitte.”, erwiderte Data und dachte: Dann habe ich es schneller hinter mir!

Durch meine Freundschaft zu Agent Mikel und das Wissen, das ich somit von ihm ab und zu mal zugesteckt bekommen hatte, war ich zu einer Art Expertin in Sachen Dunkles Imperium und die dortigen Zustände geworden. Dies schrieb ich noch am gleichen Tag an Präsidentin Nugura, in der Hoffnung, sie würde mich auf das Schiff stationieren, das auf die Befreiungsmission geschickt würde.

Das fast schon nervös anmutende Piepen des Computers ließ mich neugierig das Mikrofon in die Hand nehmen und sagen: „Was gibt es, Computer?” „Eine Nachricht für Sie.”, antwortete die Rechnerstimme. „Wer ist der Absender?”, wollte ich wissen. „Präsidentin Nugura.”, kam es zurück. „Vorlesen!”, befahl ich.

Nach dem gewohnten Signal, das die Ausführung des Befehls anzeigte, begann der Computer: „Sehr geehrter Allrounder. Leider muss ich Ihre Bitte, auf das zu Commander Datas Befreiung eingesetzte Schiff stationiert zu werden, abschlägig bescheiden, weil bei der momentanen Beweislage keine solche Mission stattfinden wird. Sollte sich die Beweislage allerdings zu Ihren Gunsten ändern, bin ich gern bereit dazu, denn Sie haben bei diversen Gelegenheiten bereits Ihre Expertise unter Beweis gestellt. Mit freundlichen Grüßen Nugura Präsidentin der Föderation und Oberbefehlshaberin der Sternenflotte.”

„Bla, bla, bla!”, machte ich enttäuscht und steckte das Mikro- zurück in die Halterung. „Typisch Politikerin. Für jeden Scheiß drei Durchschläge und inzwischen geht das Universum den Bach runter. So was liebe ich.” Jetzt piepte auch noch das Sprechgerät. Ich kannte das Rufzeichen nicht, deshalb meldete ich mich sehr förmlich. Auch die Stimme am anderen Ende der Verbindung war mir unbekannt. „Ich bin Medical Scientist Alyssa von Sternenbasis 252. Bei uns wurde eine mysteriöse Patientin abgeliefert, die Sie zu kennen scheint. Sie sagt auf jeden Fall, dass sie mit Ihnen sprechen muss. Ein Shuttle mit Pilot ist auf dem Weg um Sie abzuholen.” Medical Scientist ist die allgemein gültige Rangbezeichnung für Sternenflottenärzte im 30. Jahrhundert. Meistens wird aber nur das Wort Scientist verwendet.

Ich überlegte eine Weile, wen sie meinen könnte, konnte mir aber keinen Reim darauf machen. Dann nahm ich das Gespräch auf und sagte: „Über wen sprechen wir hier, Scientist?” „Ihr Name ist Jenny, Ma’am.”, sagte die Medizinerin. So musste sie mich ansprechen, weil ich, im Gegensatz zu ihr, auf Grund meiner Aufgaben Brückenoffizierin war und dies ja nichts mit einer medizinischen Fachentscheidung zu tun hatte. „Sagen Sie ihr, ich bin unterwegs.”, schnippte ich ins Mikro-, schnappte meinen Dienstkoffer, den ich immer gepackt hielt und machte mich auf den Weg zum Raumflughafen.

Der Shuttlepilot, ein Demetaner von der Flugbereitschaft, hatte mich auf Sternenbasis 252 abgesetzt. Scientist Alyssa erwartete mich bereits an der Schleuse. „Endlich sind Sie da, Allrounder.”, sagte die mir fast verzweifelt scheinende celsianische Ärztin. „Ging leider nicht schneller, Scientist.”, erwiderte ich und fragte: „Wo ist sie?”

Die Medizinerin und ich betraten einen Turbolift, der uns auf eine Etage mit Krankenzimmern brachte. Dort führte sie mich in eines der Zimmer. „Hi, Betsy!”, rief mir eine bekannte Stimme entgegen. Ich fuhr zusammen. „Jenny!”, entfuhr es mir. „Was machst du denn hier? Ich dachte, Q werden nicht krank.” „An sich nicht, aber das Universum und alle Dimensionen drohen aus dem Gleichgewicht zu geraten. Deshalb …” Ich räusperte mich und wandte mich der immer noch bei uns stehenden Medizinerin zu. „Scientist, verlassen Sie uns. Das ist ein Befehl!” Sie warf einen kurzen Blick auf die Monitore und sagte dann: „Jawohl, Ma’am.” Um im nächsten Moment aus der Tür zu verschwinden.

„So, Jenny.”, sprach ich die vor mir auf einem Biobett liegende ehemalige Terranerin und jetzt schon seit ca. 800 Jahren unsterbliche Q an. „Wovon hast du gerade im Detail geredet?” „Sytania…”, begann sie. Der Name allein ließ mich einen Wutanfall bekommen. „Alles gerät aus den Fugen. Sie will ein Kind mit Data. Sie weiß von der Sache mit Novus. Sie hat sich in Cupernica verwandelt, sich aber eine biologische Komponente zur weiterhin möglichen Ausübung ihrer Fähigkeiten gelassen. Wenn das Kind die erbt is’ Essig, weil, …“ „Kann’s mir denken!”, zischte ich. „Ich habe versucht, das zu verhindern. Dabei habe ich meine Kräfte verloren. Die Ärzte hier versuchen, meine Zellen mit einer Stimulans-Therapie wieder zu heilen. Aber das geht zu langsam. Q und ich verstehen nicht, warum es nicht geklappt hat. Wir haben …” „Ich kapier’s schon.”, sagte ich betont empört. „Meine Güte. Es war keine Frage der Stärke, sondern eine Frage des Tempus. Androiden können Denkoperationen viel schneller ausführen als biologische Organismen. Das heißt, wenn Sytania sich in eine Androidin mit euren Fähigkeiten verwandelt hat, war sie jedes Mal schneller. Wie geht’s deinem Mann und euren Kindern eigentlich?” „Genau so schlecht wie mir, oder vielleicht noch schlimmer. Er hat nicht aufhören wollen, Oh, Betsy, er hat einfach nicht aufhören wollen. Er hat sich völlig verausgabt. Und sie sind noch zu jung. Sie sind viel zu jung. Sie wollten uns so gern helfen, konnten aber nicht. Gott sei Dank haben sie auf mich gehört und sich nicht auch noch ins Unglück gestürzt. Aber ihr Vater … Er ist … Er ist …” „Scht.”, machte ich und begann sie zu streicheln. Tränen rannen über ihr Gesicht. „Aber das wäre für Q echt typisch. Er sieht nicht ein, dass es Dinge gibt, die er auch nicht ändern kann. Aber ich glaube, mit Hilfe von uns Sterblichen, würdet ihr das schon hinkriegen.” Ich replizierte ein paar Taschentücher und reichte sie ihr. „Für deine sehr sterbliche Regung gerade eben.”, sagte ich.

Sie schnäuzte sich kräftig und sagte dann: „Er ist nebenan. Er liegt im Koma. Sie wissen nicht, ob sie ihn durchkriegen. Ich bin stabil, aber er … Warum ist er nur so unvernünftig? Ich habe meine letzten Kräfte genutzt, um uns hier her zu bringen. Aber er, er hat … Betsy, warum?”„Ich kann mir nur vorstellen.”, suchte ich nach Worten. „Dass dies ein typisch männliches Problem ist. Männer geben nun mal ungern klein bei. Sie wollen meistens immer als die großen Helden dastehen. Da sind wir Frauen schon vernünftiger. Das zeigt ja schon deine Tat.” Sie nickte. „Was ist, wenn sie nichts mehr für ihn tun können?”, fragte sie verzweifelt. „Ich liebe ihn so. Es ist anders als bei meinem Exmann. Irgendwie intensiver. Aber … Oh, Gott, Betsy, ich wünschte, ich könnte etwas tun.” „Das kannst du.”, sprach ich ihr Mut zu. Als Allererstes solltest du mal nach deiner Ärztin klingeln. Die muss ich nämlich noch was fragen, bevor weitere Schritte eingeleitet werden können.” Dann scherzte ich: „Einen Knopf drücken kannst du ja schließlich auch ohne deine Kräfte.”

Data und Sytania flanierten durch den Schlosspark. Datas Emotionschip hatte ihn veranlasst, Sytania zwar mit jeder Zelle seines Körpers zu hassen, trotzdem war es ihm mit einem kleinen technischen Trick, den Yel ihm verraten hatte, gelungen, die Blockade, die das Kopieren seiner Programmhälfte verhindern sollte, zu umgehen. Yel hatte ihm gesagt, die Information, dass es sich um Sytania handle, in ein Verzeichnis zu bewegen, auf das seine moralischen Unterprogramme nicht zugreifen würden, weil es dafür nicht relevant sei. Das hatte er getan und nach ihrer gemeinsamen Nacht hatte Data die Info einfach wieder vorgeholt. „Heute haben mir meine Bediensteten einen Bericht aus dem Reich gebracht und ich konnte irgendwie nicht zuhören. Es war, als würden die Informationen an mir vorbei rauschen.”, berichtete die immer noch in der Gestalt Cupernicas verbliebene Prinzessin. Data fiel ein Stein vom nicht vorhandenen Herzen. Wuste er doch, dass dies ein Symptom für die „Schwangerschaft” einer Androidin sein konnte. Vor einer Reihe exerzierender Wachsoldaten blieben sie stehen und Data winkte einen von ihnen heran. Er war in der Zwischenzeit zu Prinz Data geworden, weil Sytania es so wollte. Der Soldat verbeugte sich ehrfürchtig vor Data und fragte: „Wie kann ich Euch dienen, Milord?” „Hol den Celsianer!”, befahl Data. „Zu Befehl, Herr.”, sagte der Soldat zackig und marschierte davon.

Die Ärztin hatte erneut das Krankenzimmer von Jenny betreten. „Sagen Sie mir, Scientist.”, begann ich. „Halten Sie Ihre Patientin für stabil genug, dass sie durch einen Geheimagenten vernommen werden könnte?” „Ja, Allrounder.”, antwortete sie. „Aber wo wollen Sie so schnell einen hernehmen?” „Ich habe Beziehungen.”, grinste ich und ging zur Sprechanlage, um mich vom Kommunikationsoffizier der Station zu Mikels Rufzeichen durchstellen zu lassen.

Yetron und Indira hatten Commander Time und Commander Cinia, ihren Vorgesetzten, von der Sache erzählt. Time hatte sich mit Yetron, wie meistens in solchen Fällen, in seinen Bereitschaftsraum begeben und die beiden saßen nun über seinem geheimdienstlichen Bericht. „Die Aussage des Allrounder Ehrenhalber, Sir.”, begann Yetron. „Lässt keinen anderen Schluss zu, als dass Sytania Data entführt hat. Ihr Motiv liegt zwar auch für mich immer noch im Dunkeln, aber das wird garantiert nicht so bleiben. Irgendwann krieg’ ich schon noch raus, warum sie das getan hat.” „Na.”, erwiderte der Terraner. „Wenn Sie den Mund da mal nicht zu voll nehmen, Agent. Schließlich hat Tamara Ihren Verdacht in der Luft zerrissen, weil das Motiv gefehlt hat. Deshalb kriegen wir auch keine Startgenehmigung.” „Ach ja.”, entgegnete Yetron ironisch. „Und wie erklärt sich die Regierung dann die Schwankungen im Universum?” „Sie sagen, die seien ganz natürlich.”, antwortete Time.

Die Sprechanlage piepte und am anderen Ende sagte Sensora: „Agent Yetron, ich habe Agent Mikel für Sie. Er befindet sich auf der Sternenbasis 252 und hat dort jemanden vernommen. Er sagt, es sei sehr dringend.” „Stellen Sie durch, Allrounder.”, sagte Yetron erleichtert. Das Gesicht des etwa 33-jährigen Terraners erschien auf dem Schirm. „Halt dich fest, Kollege.”, begann er stolz. „Ich habe genau die Info für dich, die du brauchst. Ich habe gerade Jenny Q vernommen. Sie hat mir alles geschildert und die Erfasserwerte sprechen Bände. Mein Bericht geht dir gerade per SITCH-Mail zu. Tamara hat auch schon ein Exemplar. Jetzt müssen sie euch starten lassen, wenn sie nicht als komplette Lügner dastehen wollen und vor allem, wenn sie die nächste Wahl noch gewinnen wollen.”

Yetron öffnete die ihm zugegangene SITCH-Mail und grinste über beide Ohren. Im nächsten Moment piepte die Sprechanlage schon wieder. „Was gibt’s denn, Sensora.”, beantwortete Time den Ruf. „Präsidentin Nugura würde Sie gern sprechen, Sir. Es geht um die Startgenehmigung.” „Lassen Sie mich raten, Sensora.”, sagte Time etwas gelangweilt. „Jetzt erteilen sie uns auf einmal eine. Immer dann, wenn es fast zu spät ist, sollen wir Feuerwehr spielen.” „Genau.”, gab sie zurück. „Allerdings wird sich auch das Personalkarussell etwas drehen. Allrounder Betsy wird Sie statt mir auf diesem Flug begleiten, weil sie darum gebeten hat. Sie ist eine Expertin für …” „Alles klar, Sensora.”, antwortete Time. „Sagen Sie Cenda und Switcher, sie sollen schon mal das Schiff überprüfen.”

Yel hatte Sytania untersucht. „Frohe Kunde.”, sagte er mit kaum hörbarem sauerem Tonfall. „Ich wusste es!”, kreischte Sytania. „Ihr müsst jetzt aber in der Androidengestalt verbleiben, damit …” Yel konnte nicht aussprechen, denn Data unterbrach ihn mit den Worten: „Das weiß sie, du Narr.” Er wollte jeden Verdacht, dass Yel und er gemeinsame Sache machen könnten, ausräumen. „Ihr solltet in Euer Gemach gehen.”, schlug Yel vor. „Ich schaue später noch einmal nach Euch.” „Wohlan, das werde ich.”, erwiderte Sytania und ging. Data und Yel blieben allein zurück. „Wir sind ganz schön in Schwierigkeiten, Kumpel.”, flüsterte der Celsianer in Datas Ohr. „Die Kleine, es wird wohl ein Mädchen, hat leider keines Ihrer moralischen Unterprogramme geerbt. Aber dafür volle Lotte Sytanias Fähigkeiten.” „Dann ändern wir halt unsere Strategie.” „Das haben Sie schon mal gesagt, zum Kuckuck!”, fluchte Yel. „Aber was meinen Sie damit?” „Ich werde Sytania weiterhin gefällig sein …” „Sind Sie verrückt!”, fiel Yel Data ins Wort. „Keineswegs.”, antwortete dieser und fügte hinzu: „Es ist schwierig, mit Ihnen etwas zu besprechen.” „Sorry.”, flappste Yel zurück. „Bin Celsianer und Zivilist. Wir tragen nun mal das Herz auf der Zunge. Aber über Anatomie reden wir wohl später, wie?” „Ich bin jetzt in einer Position, in der ich leicht an Informationen kommen kann. Außerdem schätze ich Sytania so ein, dass sie mir keinen Wunsch abschlagen wird. Also vielleicht auch nicht Ihre baldige Befreiung. Versuchen Sie auf König Logars Seite der Dimension zu kommen und informieren Sie ihn. Ein Sternenflottenschiff wird hoffentlich auch schon unterwegs sein.” Yel pfiff durch die Zähne und meinte: „Sie Fuchs!”

Ich hatte bereits hinter der Steuerkonsole der Electronica Platz genommen, als Commander Time die Brücke betrat. „Bericht!”, forderte er. „Alle Stationen melden Startbereitschaft.”, berichtete ich. „Mein Spezialprogramm ist auch geladen und gestartet.” Aufgrund meiner Blindheit und meiner standhaften Weigerung, einen Visor zu benutzen, hatte ich sozusagen ein paar Spezialdeals mit Raumschiffscomputern. „Bringen Sie uns raus, Allrounder!”, befahl Time.

Data hatte Sytania jetzt nicht mehr aus den Augen gelassen. Er hatte sie sogar überredet, Yel gehen zu lassen, wenn er dafür sorgen würde, dass bei der so genannten „Geburt” alles glatt gehen würde. Sytanias Aufmerksamkeitsstörungen nahmen jetzt zu. Data war darüber einerseits froh, wusste aber andererseits nicht, was für Auswirkungen es haben würde, würde das erhoffte Sternenflottenschiff nicht kommen. Er saß in seinem Gemach und ließ Tausende von möglichen Simulationen durchlaufen. Plötzlich klopfte es an seine Tür und ein sehr aufgeregter Wachsoldat bat um Einlass. „Milord.”, stammelte er. „Lady Sytania … Es geht los.” „Hol den Celsianer!”, sagte Data streng. Jetzt kamen ihm seine Erfahrungen in Dr. Crushers Schauspielgruppe zugute. „Steh nicht rum, oder willst du, dass dein Kopf rollt.” „Natürlich nicht, Herr.”, stotterte der Soldat und rannte los.

Auf der Krankenstation der Electronica führte Ketna gerade ein höchst aufgeregtes Gespräch mit Alyssa. „Ihre Kräfte sind kaum wieder da, da will Jenny sich schon wieder mit Sytania duellieren.”, sagte die aufgeregte Celsianerin. „Uff!”, machte die Zeon mit wenig begeistertem Gesicht. „Das kann doch wohl nicht wahr sein. Wird’s dem Esel zu wohl, geht er aufs Eis. Wir werden sie mitnehmen, damit sie unter Aufsicht ist. Anscheinend hat sie gar nichts begriffen. Was macht ihr Mann?” „Unverändert.”, antwortete Alyssa. „Die Frau könnt ihr holen, Ketna, aber er ist n. t.” Die Zeon drückte die 88-Taste und wandte sich dann Solthea, ihrer orkanischen Assistentin zu. „Bereiten Sie Biobett eins vor. Ich muss zur Brücke und die Sache melden.” Die Orkanierin nickte. Auf Soltheas Planeten war es immer stürmisch, deshalb hatten die Föderationsforscher ihn Orkan genannt.

Yel hatte Ausrüstung gestellt bekommen und war damit in Sytanias Gemach, wo auch der Replikator stand, gegangen. „Sag mir, was das ist, Celsianer!”, befahl sie unruhig. „Ich habe ständig das Gefühl, mit dem Replikator Verbindung aufnehmen und das Programm kopieren zu müssen.” Yel scannte sie kurz und sagte dann: „Das ist völlig OK. Tut das mit der Verbindung ruhig. OK, die Verbindung ist stabil. Ihr könnt senden.” Nach dem ersten Sendevorgang überprüfte Yel den Speicher des Replikators und sagte: „OK, das Hauptverzeichnis ist drüben. Mit den nächsten Sendevorgängen dürften die anderen folgen. Sobald der nächste Befehl kommt, sendet Ihr weiter.”

Nach einigen weiteren Sendebefehlen meldete Yel den Beginn des Replikationsvorgangs. Der Replikator spuckte eine fertige Androidin aus. „Ich habe immer noch eine Transceaververbindung zu ihr.”, sagte Sytania. „Das ist klar.”, antwortete Yel. „Ihr müsst ihr noch ihren Namen geben und sie dann mit diesem ansprechen. Ich werde dann mit meinem Sprechgerät diese Verbindung kappen. „Nein.”, ging Data dazwischen. „Auf Terra ist es Tradition, dass der Vater die Nabelschnur durchtrennt.” „Na gut.”, sagte Yel und übergab dem Androiden das Sprechgerät. „Sie soll Lykana heißen.”, sagte Sytania. „Darauf haben Data und ich uns geeinigt.”

Time hatte sich Ketnas Bericht gemeinsam mit Mr. Yetron angehört. Die beiden Offiziere waren sich darüber einig, dass man Jenny auf jeden Fall an Bord holen müsse.

Auf das Piepen der Sprechanlage hatte ich schon gewartet. „Allrounder.”, meldete sich Time. „Wir machen einen kleinen Abstecher nach Sternenbasis 252. Dort werden wir jemanden an Bord nehmen. Irgendwer muss ja dafür sorgen, dass unsere Q keinen Unsinn macht.” „Kurs liegt bereits an, Sir.”, gab ich erleichtert zurück. „Ich liebe Untergebene, die mitdenken.”, antwortete Time. Scherzhaft hatte Techniker Cenda mich des Öfteren mit Uhurah verglichen und deshalb dachte ich jetzt darüber nach, ob Captain Kirk wohl so etwas Mal zu ihr gesagt haben könnte.

„Station 252 in SITCH-Reichweite.”, meldete der Computer. „Verbinde mich mit der Basisärztin.”, befahl ich. Der Computer führte meinen Befehl aus und ich verband sie mit Ketna.

Wie sie es Data versprochen hatte, hatte Sytania Yel, wenn auch mit Murren, die Freiheit geschenkt. Er war zu Fuß unterwegs und wusste nicht, wie lange er schon gelaufen war. Irgendwann musste er erschöpft zusammengebrochen sein. Jedenfalls wachte er auf einem Strohlager auf einem Bauernhof wieder auf. Er erkannte, dass ihm eine neugierige Rinderzunge durchs Gesicht fuhr. „Na, dicke Milchmaus.”, begrüßte er die Kuh freundlich. „Bist wohl der Meinung, ich könnte mich mal wieder waschen.” „Nein.”, kam die Stimme einer jungen Bäuerin zurück. „Sie mag dich, glaube ich.” „Das beruht ganz auf Gegenseitigkeit.”, lächelte Yel und stand auf. „Kannst du mich zu König Logar bringen?” „Das hat Zeit.”, meinte die Bäuerin. „Du bist krank und solltest dich erst mal ausruhen.” „Keine Zeit!”, empörte sich Yel und fiel um. „Verflucht noch eins, Himmel Arsch und Zwirn!”, schimpfte er. „Ich rede mit meinem Mann.”, schlug die Bäuerin vor. Vielleicht können wir dich ja auch so irgendwie zum König bringen, wenn es so dringend ist. Vorausgesetzt, du hast kein Problem damit, auf einigen Heuballen auf einem Ackerwagen zu liegen.” „Mir ist jeder fahrbare Untersatz recht.”, flüsterte Yel schwach. „Wenn ich nur zu Logar komme.”

Wir hatten Jenny an Bord genommen. Ketna hatte ihr zwar erlaubt, die Krankenstation zu verlassen, dennoch sollte sie nie ohne Aufsicht sein. Obwohl Jenny Zivilistin war, hatte sie die Erlaubnis, mit uns in der Offiziersmesse zu frühstücken. Yetron beobachtete sie ständig aus dem Augenwinkel. Irgendwann setzte er sich zu ihr an den Tisch und sagte: „Sie kommen erstaunlich gut zurecht. Ihre Zeit als Sterbliche ist schon 800 Jahre her, aber Sie scheinen nichts verlernt zu haben. Andererseits, was ist schon eine Zeitspanne von 800 Jahren für eine Q?” „Danke, Mr. Yetron.”, sagte Jenny. „Ich erkläre Ihnen am Besten mal, warum wir nicht wollen, dass Sie sich ein zweites Mal mit …” „Das hat mir Allrounder Betsy schon erklärt.”, fiel sie dem Demetaner ins Wort. „Na umso besser.”, antwortete dieser. „Dann wissen Sie ja, Jenny, dass es töricht wäre. Sicherlich hat Sytania bereits auch schon einen Helfer und Sie wären allein. Keiner von uns ist telepathisch und Ihre Q-Freunde können Sie noch nicht erreichen, weil Ihre Kräfte noch zu schwach sind. Also …” Cenda trat an den Tisch der Brückenoffiziere heran und sagte salutierend: „Sir, bitte um Erlaubnis, den Commander und Sie allein sprechen zu dürfen.” „Erteilt.”, sagte der Demetaner und winkte Time.

Die Bauern hatten Wort gehalten und Yel zu Logar gebracht. Der König hatte sich geduldig die Schilderungen des Celsianers angehört. „Nun.”, sagte Logar nach einer Weile. „Es ist leider schon zu spät. Sytania hat ihre Tochter, Lykana, bereits auf das Duell mit Jenny Q vorbereitet. Die Einzigen, die jetzt noch etwas tun können, sind die Crew der Electronica und vielleicht noch Commander Data selbst.” „Verdammt!”, fluchte Yel. „Aber Ihr kennt doch die Zukunft, Majestät. Könnt Ihr nicht …?” „Bedaure, mein Freund.”, erwiderte Logar. „Hier darf ich mich nicht einmischen. Es wäre für das Gleichgewicht der Dimensionen nicht gut.” Yel wollte noch etwas sagen, verkniff es sich dann aber doch.

Data überlegte, wie er die Situation retten konnte. Er hatte die ganze Zeit Sytanias Training mit Lykana beobachtet und sämtliche Daten über sie gesammelt. Er dachte, das könnte vielleicht eines Tages einmal von Nutzen sein. Plötzlich tauchte Sytania neben ihm in seinem Gemach auf. „Wir bekommen Schwierigkeiten, mein treuer Ehemann.”, sagte sie. „Durch den Kontaktkelch haben Lykana und ich die Ankunft eines Sternenflottenschiffes beobachtet. An Bord ist auch Jenny Q. Die habe ich zwar schon einmal besiegt, aber …” Data witterte eine Chance für eine List. „Ach, teure Gemahlin.”, begann er. „Das gelingt Euch sicher auch ein zweites Mal. Aber zuvor solltet Ihr die Besatzung des Schiffes einer Prüfung unterziehen. Lasst mich in den Wald der Schatten gehen. Können sie mich daraus befreien, gehöre ich wieder zu ihnen. Jenny könnt Ihr dann immer noch …” „Großartig!”, schrie Sytania. „Am Besten, du machst dich gleich auf. Ich informiere die Schattenwesen.”

Cenda, Yetron und Time hatten in dessen Bereitschaftsraum Platz genommen und Cenda hatte ein Pad vor sich liegen. Sie stand auf und referierte: „Sirs, eines steht fest. Allein wird Ms. Q nicht sein. Wir können uns zwar nicht mit Sytania und gegebenenfalls mit ihrem Helfer duellieren, aber vielleicht kann es das Schiff.” Time sah die Maschinistin erstaunt an, während Yetron über beide Ohren grinste. „Ich finde den Gedanken faszinierend, Sir.”, begann der Demetaner. „Unsere Maschinistin baut eine Vorrichtung, mit deren Hilfe sich die Electronica ein telepathisches Duell mit Sytania liefern wird.” „Was für’n ausgemachter…”, wollte Time ansetzen als Yetron ihn unterbrach: „Sie reden besser sofort weiter, Cenda, bevor er noch vor Ungeduld platzt und wir noch einen Kommandowechsel wegen des Todes des Kommandanten erleben müssen. Ich habe außerdem keine Lust, die Schweinerei wegzumachen.” „Ich auch nicht, Sir.”, scherzte die Celsianerin und sah kurz auf ihr Pad, nur um im nächsten Moment fortzufahren: „Nun, Commander. Ich könnte den Deflektor so umbauen, dass er während des Duells Sytanias mentale Energie ansaugt. Damit Jenny nicht betroffen ist, muss ich die Spulen so wählen, dass die Anzahl ihrer Windungen …” „Kein Fachchinesisch, Techniker!”, ging Time dazwischen. „So, die Energie ist in unserem Deflektor und was machen wir dann damit?” „Verbrauchen.”, antwortete die Technikerin. „Und zwar so schnell, dass der Deflektor immer wider nachladen muss. Auf diese Weise helfen wir Jenny mit unseren bescheidenen Mitteln.” Fasziniert starrte Time in den Raum. „Leider hat Ihr Plan einen kleinen Pferdefuß, Cenda.”, sagte er schließlich. „Was ist mit Sytanias Helfer?” „Seine Daten könnte uns vielleicht Commander Data liefern.”, erwiderte die Celsianerin. „Wir sollten zunächst ihn finden.” „Einverstanden.”, sagte Time. „Sie wissen, was Sie zu tun haben. Wegtreten!”

Time und Yetron waren auf die Brücke zurückgekehrt. Mein Großvater hatte mir bereits als Kind eine technische Begabung bescheinigt, was mich ihrer Diskussion über Cendas Vorhaben fasziniert lauschen ließ. „Sirs?”, fragte ich nach einer Weile. „Das bedeutet ja, dass wir alle Systeme auf dem Schiff einschalten müssen. Ich sollte eine schiffsweite Ansage machen, wenn es so weit ist. Übrigens, wir gehen gleich durch die Wirbel. Eintritt in 3, 2, 1.”

Die runden Gebilde tauchten neben dem Schiff auf. Sekunden später waren wir durch. „Wie machen Sie das, Betsy, ohne einen Zusammenstoß zu riskieren?”, wollte Time wissen. „Wenn das Schiff den Wirbeln zu nahe kommt.”, begann ich. „Gibt es ein Kratzgeräusch an der Schiffshülle.” Time klappte die Kinnlade herunter.

Eine Delegation bestehend aus Time, Yetron und mir beamte in Logars Palast, wo wir schon erwartet wurden. Der Herrscher hatte uns mit seinen seherischen Fähigkeiten längst wahrgenommen. Überglücklich schlossen sich auch Yel und Cenda wieder in die Arme, denn Yel hatte angeboten, seiner Frau und ihrem Assistenten beim Bau der Deflektorwaffe zu helfen. „Sechs Hände arbeiten schneller als vier.”, hatte er gesagt.

„Data ist im Wald der Schatten.”, erklärte Logar, als Time ihm das Vorhaben erläuterte. „Die Schattenwesen sind völlig geräuschlos. Aber durch ihr Aussehen und ihre Fähigkeit, über die Sehnerven Botschaften ins Gehirn einer Person senden zu können, wagt sich niemand dort hin.” „Melde mich freiwillig.”, sagte ich salutierend. „Ich bin genau die Richtige für den Job. Ich kann die Schatten nicht sehen und meine Sehnerven sind im Eimer. Offen gesagt bin ich die Einzige, die das kann.” „Sie hat Recht, Commander.”, pflichtete mir Yetron bei.

Argus, Logars Stallbursche, sollte mich bis zum Waldrand begleiten. Seit einer hier wohl zu weit führenden Sache in der Vergangenheit wurde in der Familie der Stallburschen jeder erstgeborene Junge Argus, und jedes erste weibliche Fohlen unter Logars Pferden Kipana genannt. Mit der jetzigen Kipana verstand ich mich glänzend. Argus führte ein drittes Pferd am Strick mit. „Wir sind gleich da, Betsy.”, informierte mich Argus. „Gut. Pass auf die Pferde auf.”, sagte ich zu ihm und dann zu Kipana: „Hoh, Dicke. Bleib fein hier.” Dann stieg ich ab, verabschiedete mich von Argus und ging in den Wald.

Laut sang ich alte irische Volkslieder vor mich hin. Das war meine Spezialität und ich hoffte, dass Data mich daran erkennen würde. Tatsächlich kam er mir entgegen, nahm mich bei der Hand und sagte: „Es freut mich, dass Sie meine List verstanden haben, Betsy. Sie können Ihren Sinnen eine Auszeit gönnen. Ich werde Sie führen.” „Sir, danke, Sir.”, salutierte ich.

Data bot auch an, Kipana an den Führstrick zu nehmen, damit ich mich entspannen konnte. „Aber das bedeutet ja, dass Sie Reiten gelernt haben, Sir.”, staunte ich. „Bestätigt.”, sagte Data. Das nächste, das ich wahrnahm, war ein freundliches aber bestimmtes: „Komm” in Richtung der Pferdeohren und dass sich Kipana und Datas Pferd gleichzeitig in Bewegung setzten. Argus folgte uns. Data gab mir Lykanas Hirnstromfrequenzen, die ich an Cenda weitergab.

„Gut gemacht, Betsy.”, lobte Time, als wir zurück im Schloss waren. Ich lächelte. „Wir sollten auf Ihr Schiff beamen.”, schlug Data vor. „Und dann sollten wir so schnell wie möglich den Heimweg antreten.”

Selbstverständlich waren die Vorgänge Sytania nicht verborgen geblieben. „Verdammte kleine widerliche terranische Kröte!”, schrie sie angesichts der Bilder, die der Kontaktkelch ihr lieferte. „Aber das bedeutet gar nichts. Ich werde mir Data schon wieder holen. Schließlich gibt es ja noch die kleine Q, die aber schon gegen mich als Androidin keine Chance hatte und schon gar nicht gegen uns beide. Nicht wahr, Lykana?” „Das ist korrekt, Mutter.”, antwortete die Androidin und sah zu, wie sich Sytania wieder in eine Androidin verwandelte.

Die Electronica war gerade wieder durch die Wirbel geflogen, als Jenny, die inzwischen wieder einigermaßen gesund war, die Brücke betrat. „Ich denke.”, sagte sie. „Dass Sytania uns nicht in Ruhe lassen wird. Heute Nacht hat sie mich telepathisch kontaktiert und herausgefordert. Ich werde die Herausforderung annehmen.” „Keine Panik, Ms. Q.”, frotzelte Time zurück. „Wir helfen Ihnen.” „Wie das?”, fragte Jenny verwundert.

Im selben Augenblick musste ich das Schiff stoppen, weil sich vor uns eine große Energiewand aufbaute. „Es ist Sytania.”, sagte Jenny. „Sie greift an.” „Jenny.”, flüsterte Time in ihr Ohr. „Wir wollen nicht Ihr junges Leben riskieren. Halten Sie sich etwas zurück und lassen Sie unser Gerät die meiste Arbeit tun.”

Time betätigte die Sprechanlage. „Cenda.”, erkundigte er sich. „Ist der Deflektor bereit?” „Bereiter geht’s nich’, Sir.”, entgegnete die Celsianerin gewohnt flappsig. „OK. Einschalten!” Dann wandte er sich an mich mit den Worten: „Betsy, bringen Sie uns rein.” Ich folgte seinem Befehl und flog die Electronica in das Phänomen. Dann machte ich eine Schiffsweite Ansage, in der ich alle anwies, alle Verbraucher einzuschalten, die es gab.

In Sytanias Schloss saßen sie und Lykana konzentriert vor einer Wand. Beide hatten ein Bild von Jenny vor ihrem geistigen Auge und versuchten, sie mit Energieblitzen zu traktieren. „Was kann das sein, Mutter?”, fragte Lykana nach einer Weile. Ich habe das Gefühl, dass wir immer schwächer werden.” „Lass dich nicht unterkriegen.”, erwiderte Sytania angestrengt. „Gib alles, was du hast. Wir werden sie schon klein kriegen.” „Dessen bin ich nicht so sicher.”, sagte Lykana. „Es scheint mir, als hätten sie eine Art Helfer.” „Wer soll ihnen denn helfen?”, erkundigte sich Sytania. „Hier ist weit und breit kein Telepath. Sie haben nur Klein-Jenny. Und die werden wir jetzt ein Wenig verladen. Wir tun, als wollten wir aufgeben. Ich zähle bis drei und dann. Wenn sie sich sicher fühlt, lassen wir sie die volle Wucht unserer gemeinsamen Energie spüren. Eins, zwei, drei!” Gerade wollte Jenny Time melden, dass Sytania und Lykana aufgegeben hatten, da durchzuckte sie eine Art Krampf. Time konnte sie noch auffangen und auf einen freien Sitz platzieren, bevor sie flüsterte, „Eine Falle, das war eine Falle.” „Ruhig, nur ruhig.”, beschwichtigte Time sie. „Uns fällt schon was ein. Damit winkte er Yetron, der sich auf den Weg zur Krankenstation machte, um Ketna zu holen. „Cenda?”, erkundigte sich Time bei seiner Maschinistin. „Laufen die Antriebssysteme auch über Ihre Erfindung?” „Darauf können Sie einen lassen, Sir.” Ihre Antwort ließ Time sich mir zu wenden und sagen: „Betsy, fliegen Sie uns ein paar Lichtjahre mit der höchstmöglichen Warpgeschwindigkeit in der Dimension herum. Sie ist ja groß genug. Lassen Sie sich von Cenda alles geben, was die Mühle hergibt.” „Mit Vergnügen, Sir.”, gab ich zurück und fügte hinzu: „Alle Mann jetzt gut festhalten.” „Sir?”, fragte Shorna. „Bitte um Erlaubnis, mit den Waffensystemen auf höchster Stufe in die Luft feuern zu dürfen.” Time nickte.

Ketna war auf die Brücke gekommen und hatte begonnen, Jenny zu behandeln. „Eigentlich kann sie schon längst nicht mehr.”, sagte die Ärztin. „Aber sie will anscheinend nicht aufgeben, auch wenn sie dabei Hirnschäden riskiert.”

„Das hätten wir fast.”, grinste Sytania dreckig. „Die kleine Q ist fast hinüber.” „Ja, Mutter.”, bestätigte Lykana. „Aber diese andere mysteriöse Kraft, die ist immer noch am Werk.” „Keine Sorge, Kind. Die schaffen wir auch noch.”, tröstete Sytania.

„Kompliment, Allrounder.”, wandte sich Yetron mir zu. „Sie hätten Rennpilotin werden sollen.” Dann zog er eine Papiertüte aus der Tasche und übergab sich. „Lang geht das nicht mehr so weiter.”, überlegte Time. „Wir brauchen etwas Stärkeres.”

„Sir.”, lächelte ich nach einer Weile. „Ich habe eine Idee. Allerdings brauche ich dieses Mal wahrscheinlich wirklich sehende Hilfe.” Yetron trat an meinen Platz heran und hakte mich unter. Dann sagte er zu Time: „Entschuldigen Sie uns, Commander, der junge Allrounder und ich gehen ein wenig Energie verbrauchen.” „Sie gehen Energie verbrauchen?”, versicherte sich Time. „Na, na, Sie Wüstling! Was wird denn Ihre Frau dazu sagen?” Kommentarlos schob mich Yetron in den Turbolift, nachdem ich den Autopiloten aktiviert hatte und wir landeten bald darauf in meinem Quartier, wo ich eine Gefriertruhe replizierte, sie eilig mit leicht verderblichen Lebensmitteln füllte und dann ein Energiemodul replizierte, mit dessen Hilfe ich sie ebenfalls mit den Systemen des Schiffes verband. Allerdings musste mir Yetron hier helfen, da ich sonst die rote energieführende Leitung nicht gefunden hätte, die durch die Schiffswand verlief. Dann schaltete ich die Umweltkontrolle auf Wüstenklima und stellte die Kühltruhe auf Maximum, wobei ich auch noch die Tür offen ließ. „Das ist das energiefresserischste Modell, das ich kenne.”, erklärte ich. „Die Kiste muss ganz schön powern, wenn sie bei 40 Grad im Schatten Minustemperaturen halten will.” „Sie ungezogenes primitives kleines Ding.”, scherzte Yetron. „Wer hätte geglaubt, dass uns primitive 20. Jahrhundert-Technologie aus der Patsche hilft?”

Auf der Brücke hatte Jenny die Augen wieder aufgeschlagen. „Sytania will uns was sagen.”, grinste sie. Aufhören!, bettelte Sytania uns telepathisch an. Aaah, aaah aufhören. Bitte aufhören! „Übermitteln Sie, was ich sage.”, wandte sich Time an Jenny, die laut Ketna durch Medikamente so weit stabil war, dass sie telepathisch kommunizieren konnte und nahm ihre Hand. Dann echote er: „Aufhören, Prinzessin? Im Gegenteil. Wir fangen jetzt erst richtig an!” Dann nahm er sein Handsprechgerät und sagte: „Cenda, schließen Sie den großen Reserve-Energiespeicher an Ihre kleine Erfindung an. Der könnte sicher auch mal wieder aufgeladen werden.” „Sehr wohl, Commander.”, kam es zurück.

Nach einer Weile sagte Jenny plötzlich: „Sytania und Lykana sind sehr geschwächt. Bald wird Ihre Energiequelle versiegen. Sie sollten vorher wieder auf Normalbetrieb schalten. Danke für Ihre Hilfe. Allein hätte ich das nicht geschafft.” Im selben Augenblick fiel der Inputpegel in der technischen Kapsel gefährlich ab. Geistesgegenwärtig reagierte Switcher und schaltete wieder auf die schiffsinternen Energiesysteme um.

Time sah Jenny fragend an. „Lykana ist tot, Commander Time.”, antwortete die Q. „Und Sytania ist bewusstlos. Das war ihr eine Lehre. Sie unterschätzt die Sterblichen Gott sei Dank immer wieder.”

„Sir.”, wendete ich mich an Commander Time. „Die 252 meldet, dass Q wieder erwacht und auf dem Weg der Besserung ist.” „Großartige Nachricht, Betsy.”, antwortete Time. „Bringen Sie uns hin.”

Kaum in der Station angekommen, eilte die Q so schnell es ihre Kräfte zuließen, zur Krankenstation. Niemand konnte sich vorstellen, welche Angst sie um ihren Mann ausgestanden hatte. Vor seiner Zimmertür machte sie kurz halt, um Atem zu holen. Dann klopfte sie kurz und trat ein. „Q, bin ich froh, dass es dir wieder gut geht!”, war das erste, was sie herausbrachte, während sie zu seinem Bett stürmte und sich in seine Arme warf. Q drückte sie fest an sich. Er spürte, wie sie zu zittern begann, jetzt wo alles vorbei war. Beruhigend sprach er leise auf sie ein. „Ist ja gut, es ist vorbei, mein Schatz.”, sagte er mit leiser Stimme. Sanft hob er ihr Kinn und sah ihr in die Augen. „Trotzdem war es sehr leichtsinnig, es alleine zu versuchen.”, sprach er tadelnd. „Wieso alleine?”, erwiderte Jenny schelmisch, „Ich hatte ja Hilfe, mit der Sytania nicht gerechnet hat.” Und als er sie fragend ansah, erzählte sie ihm, was genau passiert war. Währenddessen öffnete sich leise die Tür und ich betrat den Raum.

„Hallo ihr Turteltauben, kaum zu glauben, dass ihr das nach 800 Jahren immer noch so gut könnt.”, grinste ich sie zufrieden an. „Hallo Betsy, freue mich auch, dich wiederzusehen.”, grinste Q zurück. Kaum hatte er zu Ende gesprochen, öffnete sich erneut die Tür und die Zwillinge Julian und Danara, die Ältesten beiden von Jenny und Q betraten den Raum.

Danara, der man ihre fast 800 Jahre genauso wenig ansah, wie ihrem Bruder, stürmte sofort auf ihre Eltern zu: „Mama, Papa, bin ich froh, dass ihr lebt!” Beruhigend nahm Jenny ihre Älteste in die Arme. „Es ist alles wieder gut, Dany, du brauchst keine Angst mehr zu haben.” Dann sah sie sich suchend um und ihr Blick blieb schließlich bei Julian hängen: „Wo sind die anderen?” „Keine Panik, Mama, Bianca und Jessica haben die beiden Kleinen zu Onkel Julian ins 21. Jahrhundert gebracht, damit sie dort sicher sind.” Jenny atmete auf: „Das war wirklich eine kluge Idee!”

Ich hatte das ganze Gespräch so halbwegs mitverfolgt hatte und horchte auf: „Onkel Julian? Welcher Onkel Julian?” Jenny erwiderte lächelnd: „Mein Bruder Julian.” Ich sah Jenny mit großen Augen an. Schließlich runzelte sie die Stirn. „Jenny, ich weiß wie deine Geschwister heißen und ein Julian ist ganz bestimmt nicht dabei. Also bitte von welchem Julian sprichst du?” Jenny sah mich fest an: „Überleg doch mal, welchen Julian kennst du, hm?” Eine Weile dachte ich nach, dann bekam ich große Augen: „Du meinst doch nicht etwa DEN Julian?!” „Doch, genau den meine ich.”, nickte Jenny. „Aber…aber… der ist doch gar nicht mit dir verwandt! Und außerdem… woher kennst du den so gut, dass du deine Kinder zu ihm schickst??” „Stimmt, ist er nicht, aber weißt du, in den letzten Jahren, die ich im 21. Jahrhundert verbracht habe, ist er mir wie ein lieber Bruder ans Herz gewachsen, ich vertraue ihm uneingeschränkt und weil niemand davon weiß, kann ich die Kinder getrost bei ihm lassen und weiß, dass sie bei ihm in Sicherheit sind.” Ich staunte. „Raffiniert, darauf muss erst mal einer kommen!”, meinte ich dann. „Genau!”, grinste Jenny.

In diesem Moment berührte Q sanft Jennys Arm. „Wir sollten jetzt aber aufbrechen, und die Kinder holen, wir wissen schließlich, dass Julian auch ohne sie genug zu tun hat.” „Recht hast du.”, erwiderte Jenny. „Und wo wir schon mal da sind, könnten wir eigentlich auch Oma und Opa besuchen, oder?”, fragte Julian. Q nickte: „Können wir, Kinder, und nun los.”

Jenny nahm mich kurz in den Arm. „Danke für deine Hilfe, ohne dich wäre es äußerst schwierig geworden. Ach ja, und grüße mir Data und Cupernica. Sollten wir es schaffen, sind wir zu ihrer Hochzeit wieder da.” Ich grinste: „Ja ja, wieso wundert mich das nicht? Wo es um Hochzeiten und Kinder geht, ist Jenny immer zur Stelle! Viel Spaß in der Vergangenheit und bis bald.” In einem weißen Blitz verschwanden die vier Q.

Wenige Tage später feierten Cupernica und Data ihre wirkliche Hochzeit.

ENDE

von Bianca Trs und Jenny Rößler, März 2009