Jennys Blog

Die etwas andere Sicht auf die Welt

Star Wars – Das Erwachen der Macht

Sogar ich, die ich eigentlich inzwischen nur noch alle Jubeljahre mal ins Kino komme, habe Star Wars -Das Erwachen der Macht gesehen.

Die meisten, die den neuen Star-Wars-Film sehen wollten, werden ihn sicher schon gesehen haben, sollte aber jemand diesen Text lesen, der ihn noch sehen will, dann möge er sich bitte darüber im Klaren sein, dass ich gleich vielleicht zu viel vom Inhalt verraten könnte.

Ich versuche mich nun mal, nach einem Abstand von zwei Wochen, an einem Urteil, wobei ich aber dazu sagen muss, dass ich nie ein eingefleischter Star-Wars-Fan war (ich gehöre zur Star-Trek-Fraktion), aber dennoch alle bisherigen Filme gesehen habe. Noch eines vorweg: ich habe den Film in 2D gesehen, da ich es nicht eingesehen habe, für etwas, das mir sowieso kaum etwas bringt, mehr Geld auszugeben.

Wie schon andernorts zu lesen ist, wenn man nicht großartig nachdenkt, ist der Film ganz ok. Es hat bei mir allerdings nur wenige Minuten gedauert, bis mir klar war, warum dem Film Retrofeeling nachgesagt wird. Der Anfang auf dem Wüstenplaneten wirkte auf mich wie eine Wiederholung. Als ich dann am Ende aus dem Kino kam, habe ich mich gefragt, wieso der Film bereits nach wenigen Tagen so hohe Einspielergebnisse geliefert hat. Der Film war zwar gut, aber doch nix Besonderes.

Die Story um Finn fand ich gut, der Teil hat mich wirklich überrascht, aber insgesamt hat mich die Geschichte doch etwas verwirrt, ich hatte das Gefühl, nie vorher einen Star-Wars-Film gesehen zu haben.

Folgendes ging mir im Laufe des Films so durch den Kopf: „Erste Ordnung“? Hä? Wo kommt DIE denn plötzlich her? Wer ist der Typ in den schwarzen Klamotten, der da einfach alles abknallen lässt? Wieso braucht der eine Maske? Gollum, das ist der falsche Film, was machst du hier? Und dann, als der „schwarze Typ“ dann die Maske abnimmt: „John Snow!“ Ob das nun Einbildung war oder tatsächlich eine gewisse Ähnlichkeit vorhanden ist, kann ich nicht wirklich sagen.

Die Szene zwischen ihm und Han Solo schließlich fand ich so vorhersehbar wie selten eine. Er tut so, als würde er sich auf seinen Vater einlassen. Ja klar. Papa sagt „Komm nach Hause, es wird alles gut.“ und der von der dunklen Seite der Macht zerfressene sagt sofort Ja und Amen? Dass das nach hinten losgehen würde war einfach ZU deutlich.

Han Solo wiederzusehen hatte übrigens schon was. Allerdings ging mir irgendwie alles zu schnell und der Plan, die Superwaffe zu zerstören wurde, wenn man bedenkt, dass Han Solo ja wohl nicht mehr viel mit dem Widerstand zu tun hatte und Finn niemand kannte und er genauso gut ein Spion hätte sein können, viel zu schnell ohne Bedenken angenommen.

Der Schluss schließlich hat mich etwas unbefriedigt zurückgelassen. Rey findet Luke schließlich und dann? Kein Wort? Keine Erklärung? Er scheint sich nicht einmal darüber zu wundern, dass man und wer ausgerechnet ihn gefunden hat. Zu viele offene Fragen bleiben.

Mein Fazit am Ende: ich bin mit keinen großartigen Erwartungen ins Kino gegangen und konnte darum auch nicht wirklich enttäuscht werden. Der Film ist gute Unterhaltung, aber ich habe die Gespräche mit Yoda, die den anderen Filmen immer einen Hauch von Weisheit und Philosophie gegeben haben, vermisst.

Floskelwolken am Internethimmel

In diesen Tagen macht im Netz die Floskelwolke die Runde, als gäbe es nichts Wichtigeres auf der Welt. Nun, ohne Zweifel ist es durchaus interessant, was dort ausgegraben wird und bei einigem mag man ihnen ja sogar Recht geben. Doch andere Floskeln, wie z. B. „Menschen evakuieren“, „Datendiebstahl“ oder „Grünes Licht“ wurden völlig zu Recht von Fehler-Haft.de als durchaus legitime Redewendungen entlarvt. Und so entsteht zur Zeit eine sehr unterhaltsame und nachdenklich machende Diskussion zum Thema Floskeln auf Twitter unter dem Hashtag #floskelwolke.

Doch ist es wirklich so dramatisch, wenn davon die Rede ist, dass ein Ereignis Tote gefordert hat und Menschen evakuiert werden mussten? Sollte der Journalismus sich nicht lieber mal damit beschäftigen, wahre Geschichten zu erzählen, statt versehentlich in den Fokus der Öffentlichkeit geratene Menschen mit ihren halbwahren, aufgebauschten reißerischen Artikeln zu verheizen und dann auch noch so viele Rechtschreibfehler hineinzupacken, dass man manchmal beim Lesen wirklich ins Stocken gerät? Mal davon abgesehen, dass nüchterne Texte ohne jegliche Floskeln nicht mehr als reine Information wären und damit kaum jemand behalten würde, was er da liest.

Floskeln bereichern die Sprache und sind ganz sicher nicht mehr wegzudenken, egal aus welchem Bereich. Die Sprache aber ist im Wandel, in 100 Jahren wird wohl niemand mehr die Floskeln von heute verstehen. Diejenigen Floskeln, die eine übertragene Bedeutung darstellen, sind außerdem vielfältig deutbar, man kann gewissermaßen mit ihnen „spielen“. Was wäre die Sprache ohne diese Möglichkeit? Hinzu kommen die Redewendungen und Floskeln, die aus anderen Sprachen eingedeutscht werden, die sicher nicht immer optimale Übersetzungen sind, sich aber in der Umgangssprache etabliert haben.

Nicht umsonst ist es Schreibenden so leicht möglich, Missverständnisse zu schaffen, weil Sprache nun einmal auslegbar ist und es oft keine Rolle spielt, wie etwas gemeint war, sondern wie es beim Leser ankommt.

Star Trek im Dunkeln

Nachdem ich die ersten Reaktionen auf Star Trek Into Darkness gelesen hatte, hatte ich schon keinerlei Erwartungen mehr an den Film. Die Einen haben ihn hochgelobt, die Anderen in Grund und Boden gestampft. Gerade diese kontroversen Kritiken über den Film haben mich trotz aller Skepsis neugierig genug gemacht.

Kurz gesagt: Der Film ist ein guter Actionfilm, aber ein schrecklicher Star-Trek-Film. In den zwei Stunden habe ich vielleicht ein oder zwei Momente gesehen, die noch an den Geist von Star Trek erinnern. Da jeder, der den Film sehen wollte, ihn bereits gesehen haben dürfte, sollte es niemanden stören, wenn ich ein wenig spoilere, denn ohne ist meine Kritik nur schwer möglich.

Ich fange mal mit Khan an. Mag Benedict Cumberbatch auch ein noch so guter Schauspieler sein, er kommt nicht einmal ansatzweise an das Charisma von Ricardo Montalban heran, mal davon abgesehen, dass Khans Charakter etwas anders dargestellt wird, als es im Original der Fall war. Dann: Ein Admiral der Sternenflotte gibt den Befehl, einen Attentäter mal eben umbringen zu lassen, statt ihn gefangenzunehmen, um ihn auf der Erde vor Gericht zu stellen, und das wird von Kirk nicht hinterfragt? Scotty wird außerdem regelrecht aggressiv statt nur brummig dargestellt.

Ich hatte vorher vieles über den Film gesehen, aber als ich dann sah, wie der kühle, logische, zurückhaltende Mr. Spock Khan nach Strich und Faden vermöbelt, war ich entsetzt. Das. Geht. Gar. Nicht. Mal völlig davon abgesehen, dass sie die Ereignisse an einigen Stellen doch etwas durcheinandergebracht haben und nicht alles kann man mit der neuen Zeitlinie erklären. Ich könnte noch lange so weitermachen, aber ich will es hiermit bewenden lassen.

Mein Fazit

Ich hab schon den ersten neuen Star Trek mit sehr gemischten Gefühlen toleriert und hätten sie da weitergemacht, wo der Teil aufgehört hat, hätte ich es vielleicht sogar als alternative Zeitlinie akzeptieren können, auch wenn ich schon allein die Beziehung zwischen Uhura und Spock unmöglich fand. Das einzig Positive war, dass Kirk sich doch noch von Spock überzeugen ließ, Khan mitzunehmen und vor Gericht zu stellen und die Szene wo Kirk scheinbar stirbt.

Ich kann verstehen, dass die junge Generation diesen Film toll findet. Es mag ein neues Star Trek sein, zu dem ich keinen Zugang mehr habe, darüber will ich nicht urteilen und natürlich sind alle meine Aussagen rein subjektiv, ich bin mit der Classic-Serie aufgewachsen und darauf gründet sich auch mein Urteil. Aber, das ist nicht mehr mein Star Trek. Mein Star Trek ist vorbei, für immer, schade drum. Ich werde mir den nächsten Film, der sicher kommen wird, aus reiner Neugier ansehen, aber ich werde nicht mehr mit der Erwartung darangehen, einen Star-Trek-Film zu sehen.

2013 – Die Abrechnung vor dem Rauswurf

2013 – Die Abrechnung vor dem Rauswurf

Na 2013, Koffer schon gepackt? Schön! Am liebsten hätte ich dich ja schon vor ‚nem halben Jahr vor die Tür gesetzt, aber nö, ich musste mir ja anschauen, was du sonst noch so zu bieten hast, außer Katastrophen und so. Aber, na ja, die Hoffnung, es könnte noch irgendetwas Gutes dabei herumkommen, war dann umsonst.

Meine Güte hast du es krachen lassen! Deiner 13 da haste wirklich alle Ehre gemacht, nicht schlecht! Erst gibst du uns eine Neuauflage der Sintflut in billig…. also soll heißen, die meisten Menschen sind zum Glück noch da, und dann? Ja.. dann hast du uns nicht so ganz schonend beigebracht, dass wir Verschwörungstheoretiker ja eigentlich doch gar nicht so dämliches Zeug reden, wenn wir uns beobachtet fühlen. Aber das Ausmaß, das war dann doch…. aber eines muss ich ja sagen, schon ’nen ziemlich unfähiger Haufen diese… NSA. Die wollen die Kommunikation der ganzen Welt kontrollieren, schaffen es aber nicht, den Spammern das Handwerk zu legen, denn Spams mit persönlicher Anrede kamen ja noch häufiger als früher.

Hast echt schon mal bessere Ideen gehabt, dämliches Jahr! Und dann das mit der Drosselkom… hast wohl deinem Vorgänger nicht zugehört hm? Haaallo!!! Mal ganz genau zuhören. Ich. brauche. das. Internet, klar!? Scher dich also mit deiner Drosselkom zum… und erzähl uns nix von wegen Prozess und machen sie ja nicht mehr und überhaupt … wir sind doch nicht blöd! Die haben doch längst Plan B in der Tasche, wie sie das umgehen können, pfff! Am Ende wird dann aus Netzneutralität ein neutrales Netz und nein, dat is nicht dasselbe, also vergiss es!

Zum Jahresende hin hofft man dann auf ein paar Grüße vom Raumschiff Enterprise und du lässt einfach den armen ISON in der Sonnenglut schmoren. Pfui! Armes Ding. Hat dir wohl Spaß gemacht, die armen Sternengucker zu enttäuschen, ja?

Nun steht man da und fragt sich (man soll ja positiv denken!) gabs auch irgendwas Schönes, das im Gedächtnis geblieben ist, trotz aller persönlichen Enttäuschungen, die jeder sicher auf die eine oder andere Weise erlebt hat? Öhm… ein paar strahlende Kinderaugen, die einem meiner Neffen gehören, der inzwischen nix Besseres zu tun hat, als nach meiner Brille zu schnappen, sobald die kleinen Händchen auch nur in die Nähe meines Gesichts geraten.

Weißt du was, 2013? Schick mir schon mal 2014 vorbei, aber sag dem Jahr, das soll es besser machen, sonst kann es gleich draußen bleiben.

War sonst noch was? Ach ja… das an Wunderglauben hast du mir ja sehr schnell wieder abgewöhnt, vielen Dank auch und tschüss!

Und nun, liebe Freunde, Verwandten, Leser, Follower, Suchmaschinenbots, Feinde usw. wünsche ich Euch allen von ganzem Herzen ein erfolgreiches, gesundes und schönes 2014!

Hoffnung ist …

In einer Krimiserie hieß es: „Manchmal ist es mutig, sich Hoffnung zu erlauben.“ Ist es das? Oder ist Hoffnung nicht eher das Letzte was bleibt, wenn der Verstand einem sagt, dass das Spiel gelaufen ist? Man sagt, die Hoffnung stirbt zuletzt, sie wäre unzerstörbar. Doch: Hoffnung ist oft nur eine Illusion, so trügerisch wie mancher Traum und im richtigen Moment so leicht zerstörbar wie eine Seifenblase weil man sie sich eben nicht erlauben kann, sondern sie einem allenfalls geschenkt und genauso leicht auch wieder genommen werden kann. Sie lebt nämlich nicht aus sich selbst.

Politisch korrekter Schwachsinn

Als Frau hat man es ja in der von Männern dominierten Welt oft recht schwer und die Emanzipationsbewegung hat den Frauen allgemein sicher viele Vorteile verschafft, hat uns vieles im Leben leichter gemacht.

Doch was jetzt im Namen der Gleichbehandlung von Frauen und Männern mit dem sogenannten Binnen-I und der Marotte, geschlechtsneutral formulieren zu müssen, veranstaltet wird, ist – mit Verlaub – absoluter Schwachsinn.

Es ist ja schon schlimm genug, dass selbst die Straßenverkehrsordnung nicht mehr von Fahrzeugführern, sondern von Fahrzeugführenden oder statt Radfahrern von Radfahrenden spricht, aber damit kann man ja notfalls noch leben. Man liest sie ja nicht jeden Tag einmal durch. :)

Aber in ganz normalen Texten finde ich das einfach überflüssig. Hat man heute nicht einmal mehr die Zeit, „Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer“ zu schreiben, statt „Fahrrad Fahrende“ oder diese noch fürchterliche „FahrradfahrerInnen“? Glaubt die Mehrheit der Frauen wirklich, einen so schlechten Status zu haben, dass sie DAS nötig hat?

Sicher, falsch ist das nicht und seit 2009 hat sich sogar die Duden-Redaktion geschlagen gegeben und sieht es nicht mehr als orthographisch falsch an. Aber mal ehrlich, nicht alles was nicht falsch ist, muss auch zwingend sinnvoll sein. In regulären Texten sieht das einfach nur furchtbar aus. Wenn man schon unbedingt etwas Kürzeres daraus machen muss, warum dann nicht „Fahrradfahrer/-innen“ oder Fahrradfahrer(innen)? Das ist auch nicht falsch, ist aber weit besserer Stil.

Und nur mal so nebenbei: hat schon mal jemand in ganz banalen Gesprächen so gesprochen? Ich glaube nicht und ich glaube auch nicht, dass das jemals passieren wird.

Also bitte: an alle, die ihren Spaß daran haben, Leute wie mich (und JA, ich BIN eine Frau!) damit auf die Palme zu bringen, lasst den Quatsch und schreibt wieder normal!

König der Fußgängerzonen

Morgens, es ist etwa 6.30 Uhr, die Sonne ist vor kurzem aufgegangen und taucht die gerade, menschenleere Straße in helles Licht. Nur hin und wieder mal kommt ein Motorrad, Auto oder Traktor vorbei. Ansonsten habe ich die Straße für mich allein. Das ist meine schönste Erinnerung an die Zeit, als ich noch Fahrrad gefahren bin, ganz früher, mein Schulweg, in Paraguay, wo es keinen Fahrradweg in dem Sinne gab und man bei einem entgegenkommenden Rad nicht befürchten musste, dass der Platz nicht ausreicht, um aneinander vorbei zu kommen. Ich habe aus den 13 Jahren nicht unbedingt haufenweise schöne Erinnerungen an Paraguay, aber das ist definitiv eine davon.

Und so denkt man sich, Fahrradfahrer sind doch eigentlich ganz nette Menschen, oder? Immerhin schonen sie die Umwelt, indem sie auf zwei Rädern durch die Straßen fahren, statt die Umwelt mit Autoabgasen zu verpesten und sie haben beim Kauf des Rades sicher weniger Geld hingelegt, als dies ein Autofahrer generell muss und sie brauchen keine großen Parkplätze.

Doch dann steht man irgendwann auf der anderen Seite. Man ist nicht mehr Fahrradfahrer, sondern Fußgänger, und damit das Opfer der Fahrradfahrer. Ja, Fahrradfahrer sind ganz nett, bis – bis man in eine Fußgängerzone kommt und feststellt, dass die meisten Fahrradfahrer sich für die Könige der Fußgängerzone halten. Mit einem Tempo, als würden sie ihrem Leben hinterherhecheln, rasen sie durch die Fußgängerzone, als würde sie ihnen gehören und es gäbe kein Morgen mehr. Rücksichtslos werden die Leute oft über den Haufen gefahren, wenn sie nicht rechtzeitig zur Seite sprinten. Hat man das Pech, schwerhörig oder sehbehindert zu sein, spürt man im besten Fall gerade noch den Luftzug des Vorbeirasenden, im schlimmsten Fall hat man weder Klingel noch Rad gehört, läuft direkt ins Rad und darf sich dann noch Sätze anhören wie: „Kannst du nicht gucken?!“ Man sagt dazu schon lange nichts mehr und denkt bei sich: „DU bist doch derjenige mit den gesunden Augen und dem schnellen Rad, nicht ich!“ Und nein, außerhalb der Fußgängerzonen sind sie nicht besser, nur da rechnet man eher damit, plötzlich ein Rad im Rücken zu haben.

Über Sinn und Unsinn von Fahrradklingeln sollte man sich lieber nicht aufregen. Entweder sind sie so leise, dass man sie gar nicht wahrnimmt, oder so laut, dass man bei ihrem Klingeln regelrecht zusammenzuckt, doch bis man herausgefunden hat, aus welcher Richtung die kam, ist der Radfahrer schon an einem vorbeigerast.

Liebe Radfahrer, wenn ihr euch mal wieder über die Autofahrer aufregt, dann denkt doch bitte mal zwei Sekunden lang darüber nach, dass auch ihr ein bisschen rücksichtsvoller den Fußgängern gegenüber sein könntet.

Überraschungspost

Ich habe mich bereits einmal darüber aufgeregt, dass Versandhäuser ihre Online-Kunden mit Papierkatalogen zumüllen. Inzwischen sind 2 Jahre vergangen. Hat sich etwas geändert? Nein. Sind die Kataloge weniger geworden? Nicht wirklich. Man findet sich damit ab, dass hin und wieder eben doch einer kommt. Bis… ja… bis man eines Morgens zum Briefkasten geht und einen Katalog von … Amazon aus dem Briefkasten fischt – und das Teil erst einmal sprachlos anstarrt.

Wozu bitte, braucht ein Amazon-Kunde, der ja nur online bestellen kann, einen Papierkatalog??? Gehts noch??? Ey Amazon, wenn ihr zu viel Geld habt und nicht wisst wohin damit, wie wärs dann mal mit höheren Löhnen für eure Mitarbeiter, statt die Umwelt mit noch mehr Papiermüll zu belasten? ;-)

Ich kann nur immer noch sprachlos mit dem Kopf schütteln…

Tschüss 2012, schön, Dich mal getroffen zu haben!

Aber, bevor Du gehst.. muss ich noch was loswerden. Sag mal, was warst Du eigentlich für ein Jahr, hm? Die Griechen, Portugiesen, Spanier und Italiener würden Dich bestimmt gerne auf den Mond schießen. Aber das geht ja nicht, der Mond ist ja schon ausverkauft, nehm‘ ich an und außerdem ist da soo viel Platz nun auch wieder nicht. Und dann dieser Sommer! Was sollte das werden? Ne warme Tiefkühltruhe?? Eine Krise jagte die nächste.. und ich? Bin schon wieder ein Jahr älter geworden. Toll. Danke! Das hättest Du Dir echt sparen können! Und dann diese Angstschreie der Internetgegner, das Internet wäre ja sooowas von böse! Klaar.. :-D Geht’s noch? Hallooo Du blödes 2012, ich lebe teilweise da, lass gefälligst mein Internet in Ruhe, ja? Schön, hätten wir das auch geklärt. Ohne Internet hätte ich nämlich meine Freunde nicht und die waren dieses Jahr wieder sehr mutig, lieb und tapfer, ja heldenhaft: immerhin haben sie mich die ganze Zeit während Deiner Anwesenheit ertragen. Das war bestimmt nicht einfach. Aber Du musstest mir ja auch immer wieder Schwierigkeiten machen, Du 2012, Du! „Das Jahr des Weltuntergangs“ hieß es überall, bis zum Erbrechen. Pfft, hat vielleicht mal jemand drüber nachgedacht, dass sich der Weltuntergang nicht ankündigt, dass der heimlich, still und leise kommt, ohne großen Trommelwirbel? Nee, wohl nicht.

Okay, ich gebs ja zu, zwischendurch warst Du auch mal ganz schön. Ein Kinderlachen kann nämlich manchmal mehr wärmen als tausend Decken. Ja und Du hast es tatsächlich geschafft, dass ich wieder angefangen habe, an Wunder zu glauben. Dass man manchmal die Einstellung anderer akzeptieren muss, auch wenn man selber nicht damit einverstanden ist, auch das hast Du, 2012, mir beigebracht, aber auch, dass einem die ganze Zivilisation nix nutzt, wenn einfach mal für eine Stunde, oder auch ein paar, der Strom ausfällt.

Aber irgendwie so richtig schlecht warst Du auch nicht. Wir sind ja alle noch da, mehr.. oder weniger. Und was hast Du da jetzt in der Tasche? 2013? Was ist das? Was für‘n Jahr wirst DU denn? Kann man dem trauen?

Ich schätze, auch 2013 werden wir alle mit Tränen, Gelächter, Glück, Liebe, Leid, Träumen, Enttäuschungen, Krankheiten, Hass, Gewalt und wer weiß was sonst noch alles fertigwerden müssen. Nur bitte weniger Missverständnisse und weniger Streit.

So liebes 2012, ich wünsche Dir alles Gute, geh jetzt und schau nicht zurück! Was bleibt von Dir übrig? Hoffnung. Hoffnung darauf, dass 2013 besser wird.

Und so wünsche ich allen Verwandten, Freunden, nah und fern und natürlich allen Jenny-Box-Lesern ein schönes, erfolgreiches, gesundes und glückliches 2013!

Verlust auf Raten

Die Suche nach Unsterblichkeit ist so alt wie die Menschheit. Aber wäre sie wirklich so erstrebenswert? Würde ein Mensch wirklich langfristig damit fertig werden, unsterblich zu sein? Wer an Unsterblichkeit denkt, denkt immer an all die Möglichkeiten, die das bieten würde: man könnte so viel Wissen anhäufen wie man wollte, man könnte all die Dinge sehen, die man in einem normalen Leben nie schaffen würde, alle Bücher lesen die es wert sind gelesen zu werden usw. Aber wie sehen die Nachteile aus? Gäbe es überhaupt Nachteile? Ich behaupte: ja.

Wer Atlans Zeitabenteuer, eine Buchserie aus dem Perry Rhodan-Universum, liest, dem werden die Nachteile sehr schnell deutlich. Atlan ist zwar kein Unsterblicher in dem Sinne, er kann durchaus sterben, wenn er verletzt wird, aber ein Gerät, nämlich der Zellschwingungsaktivator, den er von einem Wesen namens ES bekommen hat, verhindert das Altern und heilt Verletzungen bis zu einem gewissen Grad. Dies ermöglicht dem auf der frühen Erde Gestrandeten, tausende von Jahren zu überleben und nebenbei als Hüter der Menschheit zu agieren (gibt es eigentlich eine wichtige Epoche in der Geschichte, wo er mal nicht seine Finger im Spiel hat? :-D ). Er verbringt große Zeitspannen im Tiefschlaf, was zusätzlich zu seiner potentiellen Unsterblichkeit beiträgt. Das bedeutet aber auch immer wieder Abschied von Menschen, die ihm etwas bedeuten. Ganze Generationen ziehen an ihm vorüber und immer wieder muss er sich neue Freunde suchen, weil die alten längst verstorben sind.

Und genau das wäre das größte Problem. Man stelle sich vor: die eigene Familie, die Freunde, alle werden alt und sterben. Das gilt indessen nicht nur für die eigenen Kinder, sondern auch für Enkel, Urenkel usw. Irgendwann ist dann niemand mehr da, zu dem man noch einen Bezug hat. Irgendwann hat man alles gesehen, was man sehen wollte, alle Facetten des menschlichen Lebens durchlebt, alle Bücher gelesen. Was dann? Langeweile und vor allem Einsamkeit wären die Folge. Und irgendwann käme der Mensch an einem Punkt, wo er sich wünscht, sterben zu dürfen, damit die ewig wiederkehrende Qual, denn auch neu gewonnene Freunde, vielleicht neu gegründete Familien sterben irgendwann, ein Ende hat.

Man sollte sich das vielleicht in etwa so vorstellen wie es Menschen ergeht, die oft umziehen oder gar von Land zu Land wandern. Gerade wer immer wieder ausgewandert ist, dürfte das gut nachvollziehen können. Man lässt überall, wo man wegzieht, Freunde zurück. Ist die Entfernung entsprechend groß, sieht man diese Freunde vielleicht nie wieder. Am Anfang ist der Kontakt noch intensiv, weil man z.B. den Tagesablauf des anderen noch nachvollziehen kann und solange keine neuen Bindungen da sind, diese Kontakte auch braucht. Aber im Laufe der Zeit lebt man sich auseinander. Jeder lebt sein Leben und je drastischer sich das Leben des Einen vom Leben des Anderen unterscheidet, je weniger hat man sich auch irgendwann zu erzählen, weil der Eine vom Leben des Anderen kaum mehr Ahnung hat. Manchmal müssen die Veränderungen nicht einmal so drastisch wie Auswandern sein. Andere Freunde, die man sich sucht, um die Lücke zu füllen, die der Eine hinterlassen hat, ein Kind, das plötzlich den kompletten Tagesablauf bestimmt, ein neuer Job mit neuen Kontakten oder einfach nur ein neuer Partner können die eigenen Prioritäten derartig verschieben, dass Freunde aus dem Leben „davor“ plötzlich an Bedeutung verlieren. Sie werden zwar nicht vergessen, aber der Gedanke an sie gerät in den Hintergrund, weil Anderes in dem Moment vorrangig ist.

Die Folge: der Kontakt zueinander nimmt ab, wird immer weniger und irgendwann bricht er dann ganz ab. Und am Ende weiß keiner, warum eigentlich. Und wieder hat man auf seinem Weg einen Menschen (aus den Augen) verloren.

Die meisten Menschen akzeptieren das als den Lauf der Welt. Man geht ein paar Jahre den selben Weg und dann trennen sich die Wege wieder und den Platz der alten nehmen neue Freunde ein. Aber nicht jeder Mensch ist ersetzbar, auch wenn das viele gerne glauben und nicht jede Lücke kann geschlossen werden. Und ein Unsterblicher? Für ihn wäre die oben geschilderte Situation weit extremer. Wäre das auf Dauer wirklich zu ertragen?

Mal gut, dass Unsterblichkeit nichts weiter ist als ein Hirngespinst derer, die einfach nicht einsehen wollen, dass sie nicht besser sind als jeder normale Mensch. :-)

Copyright © 2017 by: Jennys Blog • Design by: BlogPimp / Appelt Mediendesign • Foto: Pixelio • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.