Jennys Blog

Die etwas andere Sicht auf die Welt

Aufgeschnappt

Vor einigen Tagen las ich in der Wunstorfer Auepost, dass Grünflächen für einen Parkplatz weichen sollen. Eigentlich nichts Weltbewegendes. Doch die Kommentare unter diesem Artikel brachten mich dann doch irgendwie zum Schmunzeln und ließen mich gleichzeitig nachdenklich zurück.

Ich. will. mehr. Parkplatz!

Nun, ich bin kein Autofahrer und werde aufgrund meiner Sehbehinderung auch nie einer sein. Trotzdem kann ich die Autofahrer teilweise verstehen. Aber lustig ist das doch irgendwie: Auf der einen Seite möchten sie mehr Parkplätze haben und dann möglichst nicht weit laufen müssen. 10 Minuten Fußweg? Viel zu viel. Aber bitte nichts dafür opfern, nein, blooß nicht!

Und genau an der Stelle fing ich an zu schmunzeln: Ähm, liebe Autofahrer, ich verstehe euch ja, wirklich, aber: was bitte sollen dann diejenigen sagen, die auf Bus und Bahn angewiesen sind? Die erstmal, je nachdem, wo sie wohnen, vielleicht bis zu einer halben Stunde zur nächsten Bushaltestelle laufen müssen, irgendwo umsteigen müssen und im schlimmsten Fall eine Stunde auf die Weiterfahrt warten müssen, dies dann auch noch bei strömendem Regen? So manches Mal habe ich da euch Autofahrer glühend beneidet.

So weit, so gut. Grünflächen sind wichtig ja, wobei ich das irgendwie belanglos finde, wenn hier über ein paar Grünflächen gestritten wird, während in Südamerika ganze Wälder – auch für Europäer – abgeholzt werden. Da schreit kaum einer nach.

Also Parkplätze weg und Grünflächen her?

Dieselben Leute, die ihre Grünflächen behalten wollen und dafür lieber auf Parkplätze verzichten, schimpfen dann aber, dass die Innenstädte immer leerer werden, weil der böse Onlinehandel ja alles kaputtmacht, weil ja jeder nur noch bei Amazon bestellt, statt in den Einzelhandel zu gehen. Dabei ist der Onlinehandel gar nicht allein schuld. Es ist der oft mangelhafte Service, es sind die Fahrradfahrer, die mit ihren immer leiser werdenden Klingeln harmlose Passanten erschrecken, indem sie an denen in einem rasenden Tempo vorbeisausen. Und ja, es sind auch die hohen Preise, für die ich aufgrund der hohen Mieten ja noch Verständnis habe. Aber an den hohen Mieten könnte man ja was machen, oder? ;)

Tja, das ist ein Dilemma, nicht wahr? Nur mal so, ohne dass ich jetzt Expertin wäre: wie wärs mit Parkdecks unter der Erde und Grünfläche drüber? Was wäre wenn man Mieten für den Einzelhandel senken würde? Denn irgendwo muss man sich ja an den Onlinehandel anpassen, der wird nicht wieder verschwinden.

Und für all die, die über den ach so bösen Onlinehandel schimpfen: ja, da läuft vieles schief, gerade im Lohnsektor, doch für weniger mobile Menschen, die sich damit ein Stück Selbstständigkeit zurückholen können, ist er auch ein Segen.

Was bleibt …

Jeder Mensch denkt anders und setzt andere Prioritäten. Für die einen zählt nur das heilige Auto, für den anderen ist das wichtigste im Leben eine gesunde Familie und Freunde zu haben, denen man vertrauen kann. Ob nun Parkhäuser, Grünflächen, Einzelhandel in Innenstädten oder Onlinehandel – alles hat seine Existenzberechtigung, wie auch jeder Mensch.

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