Jennys Blog

Die etwas andere Sicht auf die Welt

Und sie kriegte mich doch

Jeder, der die Serie kennt, wird wissen, wen ich meine, wenn ich vom Doktor rede. Lange habe ich mich gewehrt. Hab gedacht: was finden die bloß alle an der Serie, wo die Hauptdarsteller, etwas übertrieben ausgedrückt, alle paar Folgen wechseln? Und dann sind das schon bald zehn Staffeln! Das hol ich doch sowieso nie auf!

Dann fing der TV-Sender one an, die erste Staffel zu senden. und ich dachte mir, nachdem ich nun schon sooo viel davon gehört bzw. gelesen hatte, reinschauen konnte ja nichts schaden. Es dauerte nur eine ganze Folge, und die Serie „Doctor Who“ hatte auch mich gefangen.

Keine Sorge, das wird keine Rezension, wie es sie sicher schon zu hunderten gibt. Das wird nur ein etwas nachdenklicher Blick auf die Serie als Ganzes.

Eigentlich konnte ich mir nicht vorstellen, dass es glaubwürdig herüberkommt, wenn eine Figur von mehreren Personen dargestellt wird, aber es funktioniert wirklich! Der Doktor verändert sich, wechselt Aussehen, Stimme, ja sogar sein Verhalten – und doch, er bleibt der Doktor, irgendwie immer wiedererkennbar.

Er hat das ganze Universum bereist, kennt praktisch jede Epoche der Erde, eigentlich sollte ihn nichts mehr überraschen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Wie ein unschuldiges, neugieriges Kind tappt er in seiner Tardis durch den Weltraum. Auf der Suche nach dem Außergewöhnlichen kann er sich selbst an den kleinsten Dingen freuen. Auf der anderen Seite kann er große Gefahren mit aller Härte bekämpfen und nachdem er gerade eine große Tragödie erlebt hat, unbeschwert zum nächsten Abenteuer übergehen. Es scheint tröstlich, dass alles vorübergeht, Neues entsteht.

In manchen Momenten denke ich mir, gäbe es ihn wirklich, würde ich mir wünschen, er würde mich auf seinen Reisen mitnehmen, ich könnte ein ganzes Leben leben, unvorstellbare Dinge sehen, und zu Hause würde nur ein Moment vergehen.Das klingt verrückt, ich weiß, so verrückt wie die Serie eben manchmal ist.

Und wieder einmal wird die Frage gestellt: Wenn man unsterblich ist und deshalb schon unzählige Freunde gehabt hat, weiß, dass man alle Partner überleben wird, was bleibt dann noch? Denn bei aller Fröhlichkeit und Unbeschwertheit, etwas scheint immer durch und ist sein treuester Begleiter: die Einsamkeit, der letzte seiner Art zu sein.

Der bisher in meinen Augen beeindruckendste Moment ist der, wo durch Rose, eine der vielen Begleiterinnen des Doktors, deutlich wird, dass, selbst wenn man von einem geliebten Menschen eine exakte Kopie bekäme, einschließlich aller Erinnerungen, wäre es trotzdem niemals dieselbe Person. Jeder Mensch ist einzigartig und nicht ersetzbar.

Es ist gut, zu wissen, dass ich noch ein paar Staffeln vor mir habe, bisher hab ich keinen Moment bereut, damit angefangen zu haben. Und darum: Danke Johannes! :)

Bis bald, Doktor, wann immer das gewesen sein wird. :)

Update vom 23.01.2018:

Da ich inzwischen mit der zehnten Stafel druch bin, muss ich noch eines loswerden. Trotz aller Konsistenz: der erste Doktor passt irgendwie nicht ins Schema, jedenfalls was seine Denkweise angeht, z. B. über Frauen, da steckt zu viel Voriges-Jahrhundert-Denkweise drin. :)

Ich schrieb anfangs, dass man den Doktor immer wiedererkennt, doch als ich dann von der siebten in die zehnte Staffel sprang, hatte ich anfangs so meine Probleme mit dem alten Mann. Zu groß waren die Veränderungen, die mit ihm vorgegangen waren, doch als ich dann begriff, wie groß die Zeitspanne war, war das wiederum in Ordnung. Doch ob ich mich an eine Frau als Doktor gewöhnen kann? Nun, wir werden sehen …

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