Jennys Blog

Die etwas andere Sicht auf die Welt

Meine Welt – die Wälzer

Nachdem ich vor einiger Zeit diesen Artikel von Johannes Freudendahl las, in dem er von den Wälzern erzählt, die er bisher gelesen hat, kam ich ins Grübeln. Zuerst wollte ich nur mit einem Kommentar antworten, doch wenn ich erst einmal anfange, über dicke Bücher zu reden, höre ich wohl so schnell nicht wieder auf.

Sofort beim Lesen begann ich, über all die Wälzer nachzudenken, die ich je gelesen habe, denn ich habe erst vor wenigen Jahren angefangen, eine Liste meiner gelesenen Bücher zu führen. Nur die Seitenzahlen habe ich nie notiert. Wie viele Seiten mag ich wohl schon gelesen haben? Ich bin praktisch mit Büchern aufgewachsen. Eines meiner ersten Bücher habe ich mir so lange vorlesen lassen, bis ich es auswendig aufsagen konnte. Und ich liebe Serien, zum Leidwesen meiner Bücherregale. Früher waren das die Pucki-Bücher von Magda Trott (die übrigens auch heute noch in meinem Regal stehen), Bummi, Hanni und Nanni, Dolly, diverse Schneider-Bücher und mit der Zeit wurden die irgendwie immer dicker.

Infizierte Leseratte

Eines der ersten dicken Bücher, an die ich mich noch erinnere, war „Der Trotzkopf“ von Emmy von Rhoden. In dem Buch waren auch die drei Fortsetzungen anderer Autoren enthalten, so dass der Wälzer etwa 450 Seiten gehabt haben dürfte. Für eine Elfjährige war das ganz schön dick. Ich fand das Buch in einem alten Wohnzimmerschrank der möblierten Mietwohnung, in der ich mit meiner Familie ein paar Monate in den 80ern hier in Deutschland gewohnt habe. Leider konnte ich das Buch nicht zu Ende lesen, da wir nach Paraguay zurückkehrten und da das Buch nicht mir gehörte, musste es hier bleiben. Ich hoffe, ich komme irgendwann noch einmal dazu.

Seitdem wurden meine Bücher immer dicker und die Faszination dicker Bücher hat mich nie wieder losgelassen. Ich liebe es, für längere Zeit in die verschiedenen Welten einzutauchen, je dicker ein Buch ist, umso länger habe ich etwas davon und bin selbst dann, wenn ich aus Zeitgründen mal ein paar Wochen oder sogar über einen Monat für ein Buch gebraucht habe, traurig, wenn es dann doch zu Ende ist.

Wälzer? Aber sicher!

Die Harry-Potter-Bücher sind sicher so ziemlich jedem ein Begriff. Waren die ersten noch harmlos, was die Dicke angeht, brachte es „Der Orden des Phoenix“ immerhin auf 1024 Seiten, während die letzten Bände auf 600 bis 800 Seiten kamen.

Ich lese gerne Stephen-King-Romane, von denen sehr viele nahe an oder über 1000 Seiten haben („Wahn“: 896 Seiten, „Der Anschlag“: 1072 Seiten, „Die Arena“: 1296 Seiten, „The Stand – Das letzte Gefecht“: sogar 1728 Seiten, um nur ein paar zu nennen) und ganz viele im Bereich von 500-800 Seiten.

Hatte ich schon erwähnt, dass ich Serien liebe? Nun also: auch unter den älteren Star Trek-Romanen findet sich so manches dicke Buch, z. B. „Die erste Direktive“: 506 Seiten.

Und dann sind da noch der „Osten-Ard-Zyklus“ und „Otherland“ von Tad Williams. „Osten Ard“ ist eine wunderschöne Fantasysaga um 3 magische Schwerter und eine unerbittliche Feindschaft, wo man gut daran tut, alle 4 Bände dazuhaben, wenn man einmal anfängt zu lesen. Es ist eine dieser Welten, die einen sofort verschlingt. Alle 4 Bände umfassen insgesamt etwa 3616 Seiten.

„Otherland“ ist eine Mischung aus Fantasy und SF. Die Serie besteht aus 4 Bänden, die eindrucksvoll aufzeigen, was geschieht, wenn Menschen die virtuelle nicht mehr von der eigentlichen Realität unterscheiden können und die Macht von demjenigen, der diese virtuellen Welten beherrscht, missbraucht wird. Es ist nicht immer einfach, sich in diesen fiktiven Welten zurechtzufinden, aber es lohnt sich! Band 1 „Stadt der goldenen Schatten“, Band 2 „Fluss aus blauem Feuer“, Band 3 „Berg aus schwarzem Glas“ und Band 4 „Meer des silbernen Lichts“ kommen zusammen auf 3594 Seiten.

Ein weiterer, allseits bekannter Wälzer ist natürlich „Der Herr der Ringe“. Ich habe „Die Gefährten“, „Die zwei Türme“ und „Die Rückkehr des Königs“ als einen Band gelesen, der auf 1177 Seiten kommt.

Was ist in meiner Erinnerung noch hängengeblieben? „Vom Winde verweht“ von Margaret Mitchell mit 1120 Seiten, „Shōgun“ von James Clavell mit 918 Seiten, „Musashi“ von Eiji Yoshikawa mit 1181 Seiten, „1Q84“ von Haruki Murakami mit 1024 Seiten, „Der Schwarm“ mit 987 Seiten und „Breaking News“ mit 976 Seiten von Frank Schätzing, „Die Nebel von Avalon“ mit 1117 Seiten und auch alle Fortsetzungsromane sind sehr zu empfehlen. Nicht unerwähnt bleiben dürfen natürlich die Eragon Bände, Band 3 und Band 4 lagen auch schon fast bei 1000 Seiten. Und ja natürlich: auch ich habe alle Bände „Das Lied aus Eis und Feuer“ verschlungen.

Dünn kann sie nicht

Bestimmt habe ich jetzt das ein oder andere vergessen. Der Seitendurchschnitt meiner Bücher dürfte so bei 600 Seiten liegen, mal mehr, mal etwas weniger. Tatsache ist: dicke Wälzer haben mich noch nie abgeschreckt. Im Gegenteil: jemand hat mal gesagt, ich könne gar nicht dünn. Denn wenn ich ohne ein bestimmtes Ziel vor Augen in Buchhandlungen umherstreife, dann sind es grundsätzlich die richtig dicken Wälzer, die mich magisch anziehen. Nicht selten ist es dann auch noch ein Buch einer Serie. Und schon bin ich wieder drin in einer dieser anderen Welten.

Aber wer jetzt glaubt, ich lese nie dünne Bücher, der irrt sich gewaltig. Doch, natürlich haben auch dünne Bücher einen Platz in meinem Regal, aber sie sind so etwas wie… ein Happen zwischendurch. Der Beweis ist „Die Insel des Magiers“ von Tad Williams oder „Der Hahn ist tot“ von Ingrid Noll.

Gibt es Bücher, die mehr als 1700 Seiten haben? Bestimmt. Her damit! :) Tipps nehm ich in den Kommentaren gerne entgegen, wobei in meiner Will-ich-noch-lesen-Liste noch jede Menge dicker Wälzer drin sind.

2 Reaktionen zu “Meine Welt – die Wälzer”

  1. Johannes

    Wow, da kann ich nicht mithalten. Mittlerweile komme ich so selten zum Lesen, dass es doch etwas abschreckt, wenn die Bücher zu dick sind. Mir fehlt aber auch etwas die Bibliothek in Cardiff, wo man sich einfach Bücher auf gut Glück mitnehmen konnte. Kann man ja nicht immer alles kaufen, und Übersetzungen lese ich nicht mehr, wenn es sich vermeiden lässt. Naja, 1700 Seiten ist jedenfalls verrückt! ;-) Wie soll man denn so ein Buch noch festhalten?!

  2. Jenny

    Solange das Taschenbücher sind, kann man sogar 1700-Seiten-Bände noch halten. :) Das sind dann aber fast telefonbuchdünne Seiten und Muskelkater nicht ausgeschlossen. Den hatte ich sogar schon bei den Otherland-Romanen, das waren nämlich Hardcover-Klötze und entsprechend schwer waren die. :D

    Leider habe ich keine Bibliothek hier in der Nähe, wo ich ohne große Fahrerei hinkäme, so dass ich mir die meisten schon kaufen muss, wenn ich sie lesen will. Darum steige ich aus Platzgründen so langsam auf E-Books um.

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