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Star Trek im Dunkeln

Nachdem ich die ersten Reaktionen auf Star Trek Into Darkness gelesen hatte, hatte ich schon keinerlei Erwartungen mehr an den Film. Die Einen haben ihn hochgelobt, die Anderen in Grund und Boden gestampft. Gerade diese kontroversen Kritiken über den Film haben mich trotz aller Skepsis neugierig genug gemacht.

Kurz gesagt: Der Film ist ein guter Actionfilm, aber ein schrecklicher Star-Trek-Film. In den zwei Stunden habe ich vielleicht ein oder zwei Momente gesehen, die noch an den Geist von Star Trek erinnern. Da jeder, der den Film sehen wollte, ihn bereits gesehen haben dürfte, sollte es niemanden stören, wenn ich ein wenig spoilere, denn ohne ist meine Kritik nur schwer möglich.

Ich fange mal mit Khan an. Mag Benedict Cumberbatch auch ein noch so guter Schauspieler sein, er kommt nicht einmal ansatzweise an das Charisma von Ricardo Montalban heran, mal davon abgesehen, dass Khans Charakter etwas anders dargestellt wird, als es im Original der Fall war. Dann: Ein Admiral der Sternenflotte gibt den Befehl, einen Attentäter mal eben umbringen zu lassen, statt ihn gefangenzunehmen, um ihn auf der Erde vor Gericht zu stellen, und das wird von Kirk nicht hinterfragt? Scotty wird außerdem regelrecht aggressiv statt nur brummig dargestellt.

Ich hatte vorher vieles über den Film gesehen, aber als ich dann sah, wie der kühle, logische, zurückhaltende Mr. Spock Khan nach Strich und Faden vermöbelt, war ich entsetzt. Das. Geht. Gar. Nicht. Mal völlig davon abgesehen, dass sie die Ereignisse an einigen Stellen doch etwas durcheinandergebracht haben und nicht alles kann man mit der neuen Zeitlinie erklären. Ich könnte noch lange so weitermachen, aber ich will es hiermit bewenden lassen.

Mein Fazit

Ich hab schon den ersten neuen Star Trek mit sehr gemischten Gefühlen toleriert und hätten sie da weitergemacht, wo der Teil aufgehört hat, hätte ich es vielleicht sogar als alternative Zeitlinie akzeptieren können, auch wenn ich schon allein die Beziehung zwischen Uhura und Spock unmöglich fand. Das einzig Positive war, dass Kirk sich doch noch von Spock überzeugen ließ, Khan mitzunehmen und vor Gericht zu stellen und die Szene wo Kirk scheinbar stirbt.

Ich kann verstehen, dass die junge Generation diesen Film toll findet. Es mag ein neues Star Trek sein, zu dem ich keinen Zugang mehr habe, darüber will ich nicht urteilen und natürlich sind alle meine Aussagen rein subjektiv, ich bin mit der Classic-Serie aufgewachsen und darauf gründet sich auch mein Urteil. Aber, das ist nicht mehr mein Star Trek. Mein Star Trek ist vorbei, für immer, schade drum. Ich werde mir den nächsten Film, der sicher kommen wird, aus reiner Neugier ansehen, aber ich werde nicht mehr mit der Erwartung darangehen, einen Star-Trek-Film zu sehen.

2 Reaktionen zu “Star Trek im Dunkeln”

  1. Johannes

    Ich gehe in meiner Kritik an „Into Darkness“ (siehe Link) noch etwas weiter, auch wenn ich Deinen Kritikpunkten größtenteils zustimme (bis auf die Beziehung Uhura-Spock, das fand ich eine nette Idee): Es ist definitiv einfach kein guter Film. Die Geschichte ist konfus und ergibt hinten und vorne keinen Sinn. Ricardo Montalbans Khan ist auch deswegen so beliebt, weil ST II einfach eine spannende, sinnvolle Geschichte hatte.

    Früher fand ich den Gedanken schlimm, dass die Teenis von damals aufwachsen und „Voyager“ für richtiges Star Trek halten. Aber kürzlich erst ging mir auf, dass in wenigen Jahren Leute erwachsen sind, die geboren wurden, als Nemesis im Kino lief und Enterprise eingestellt wurde. Wird meine Tochter mal irgendeine Beziehung zu den alten Star-Trek-Serien haben? Ich habe wirklich keine Ahnung, fände es aber sehr schade, wenn die aktuellen Schrott-Filme für sie „Star Trek“ verkörpern würden.

  2. Jenny

    Ich muss zugeben, nach so vielen Ungereimtheiten habe ich mir darüber, ob die Story Sinn macht oder nicht, nicht mehr wirklich Gedanken gemacht. Durch die vielen Prügeleien hatte ich stellenweise Mühe ihr überhaupt zu folgen. Aber natürlich hätte ich mit meiner Kritik noch endlos weitermachen können. Z. B. damit, dass sich DIESER Kirk stellenweise wie ein kleines Kind benimmt. :)

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